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Schulen
Im Herbst dürfen IGS-Schüler wieder in der Sporthalle kicken

Architekt Christoph Eiden (links) erklärt den Vertretern von Schule und Kreisverwaltung, was sich in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule in Hermeskeil im Rahmen der Sanierungsarbeiten getan hat.
Architekt Christoph Eiden (links) erklärt den Vertretern von Schule und Kreisverwaltung, was sich in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule in Hermeskeil im Rahmen der Sanierungsarbeiten getan hat. FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber
Hermeskeil. Endspurt in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule Hermeskeil: Die Sanierung für 4,8 Millionen Euro ist fast abgeschlossen. Die Schulleitung ist froh, denn die Halle wird gebraucht. Von Christa Weber
Christa Weber

Es sei ein „Kraftakt“ gewesen, sagt Landrat Günther Schartz, „aber wir sind auf der Zielgeraden“. Gemeint ist der baldige Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hermeskeil. Am Mittwoch hat Schartz auf seiner Sommertour, bei der er der Presse die Fortschritte bei kreiseigenen Bauprojekten vorstellte, im Hochwald halt gemacht.

Im Mai/Juni 2017 waren die umfangreichen Arbeiten an der Halle gestartet. Anlass war die Belastung einiger Bauteile mit Polychlorierten Biphenylen (PCB), die 2009 auch in den Klassenräumen entdeckt und im Rahmen einer Kernsanierung entfernt worden waren (siehe Info). Die Halle habe man sich nun am Ende vorgenommen, sagt Schartz, weil dort die Schadstoffwerte deutlich geringer gewesen seien als im restlichen Schulzentrum.

Noch sind die Baufirmen kräftig zugange. Beim Blick ins Hallen-Innere zeigen sich aber schon deutliche Veränderungen. „Alles ist fast wie neu“, sagt der Landrat beim Rundgang. Architekt Christoph Eiden erklärt, welcher Aufwand für die Sanierung betrieben werden musste. „Um an die belasteten Fugen heranzukommen, musste alles quasi erst einmal in den Rohbauzustand versetzt werden.“ Dazu hätten die Arbeiter zunächst alle Bodenbeläge, Wand- und Deckenverkleidungen entfernt und Sanierungsbereiche eingerichtet, die Stück für Stück abgearbeitet worden seien. Da die Schadstoff-Beseitigung nur unter Unterdruck erfolgen könne, habe man Schleusen und Lüftungsanlagen aufgebaut.

In jedem Sanierungsbereich habe nach Entfernung der PCB-Fugen ein Fachbüro Messungen vorgenommen und erst dann den Abschnitt für die weiteren Arbeiten freigegeben. „Die belasteten Fugen mussten außerdem separat entsorgt werden, was aufwendig und kostspielig war“, erläutert Eiden. Im Dezember 2017 seien diese Arbeiten abgeschlossen gewesen. Im Anschluss wurden die Umkleiden saniert, die Fassade  neu gestrichen und die Dächer erneuert. 54 Oberlichter sind dort jetzt eingebaut, mehr als ursprünglich geplant. Auf die anfangs vorgesehenen Fenster zur Schulstraße hin habe man aus statischen Gründen verzichten müssen, sagt der Landrat.

Neu sind ein zweiter Rettungsweg in Richtung Schulhof und eine neue Brandschutzanlage. Dadurch könne die Halle weiterhin auch für Veranstaltungen mit bis zu 800 Gästen genutzt werden, betont Schartz. Die Kosten lägen aktuell bei etwa 4,8 Millionen Euro, es seien allerdings auch Zuschüsse aus einem Bundesförderprogramm geflossen.

Zur Freigabe der Halle sagt Architekt Eiden, der das Projekt in Gemeinschaft mit seinem Wittlicher Kollegen Marco Hoffmann betreut hat: „Wir haben statische Probleme gefunden, die uns zurückgeworfen haben. Wir brauchen noch einen Puffer bis zu den Herbstferien. Aber das werden wir schaffen.“

Der stellvertretende Schulleiter Hans-Jürgen München ist erleichtert, dass die Halle bald wieder für den unterricht genutzt werden kann.  „Je früher, desto besser“, sagt er. Die Zahl der Anmeldungen an der IGS, deren Einzugsgebiet im Hochwald von Osburg bis Thalfang reicht, sei nach wie vor hoch. „Unsere fünften Klassen sind voll.“ Insgesamt 775 Schüler besuchten die IGS derzeit. Das Fach Sport spiele eine wichtige Rolle. Seit zwei Jahren gebe es die neue Oberstufe mit einem Leistungskurs Sport, dessen Schüler jetzt in die Klasse 13 und damit in das entscheidende Jahr vor dem Abitur kämen. Zudem werde ab der sechsten Klasse ein neues Wahlpflichtfach „Gesundheit und Bewegung“ angeboten. „Die Halle wird definitiv gebraucht.“

Wie lange der Sportplatz am Labachweg noch als Ausweichmöglichkeit dienen könne, hänge jetzt vom Wetter ab. Aber die benachbarte Hochwaldhalle stehe ja zur Verfügung. „Wenn alles fertig ist, haben wir hier für den Sport beste Voraussetzungen“, lobt München auch in Bezug auf die nahegelegenen Schwimmbäder und den vom Kreis geplanten Umbau des Sportplatzes zum Kunstrasenplatz. Dazu sagt der Landrat: „Das wird der nächste Akt sein, wenn wir dazu alle formalen Dinge auf den Weg gebracht haben.“