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Erster Spatenstich für ein Jahrhundertbauwerk

Umweltministerin Ulrike Höfken war der Spaten nicht genug: Sie setzte sich an den Steuerknüppel eines Baggers. Foto: Reiner Drumm
Umweltministerin Ulrike Höfken war der Spaten nicht genug: Sie setzte sich an den Steuerknüppel eines Baggers. Foto: Reiner Drumm
Kempfeld/Nonnweiler. Der erste Spatenstich für den Bau einer Trinkwasserverbindungsleitung zwischen Kempfeld (Kreis Birkenfeld) und der Talsperre Nonnweiler ist getan. Die Talsperre Nonnweiler hat auch für die Verbandsgemeinde Hermeskeil eine überragende Bedeutung, weil sie deren wichtigstes Trinkwasserreservoir ist. Stefan Conradt

Kempfeld/Nonnweiler. Bauzeit: zwei bis drei Jahre, Länge: 32 Kilometer, Kosten total: 52 Millionen Euro - da könne man schon mal von einem "Jahrhundertbauwerk" sprechen, meinte Ulrike Höfken. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin setzte gemeinsam mit dem saarländischen Staatssekretär Roland Krämer und zahlreichen Bürgermeistern der betroffenen Kommunen am Fuße der sanierungsbedürftigen Staumauer der Steinbachtalsperre bei Katzenloch den ersten Spatenstich für eine Trinkwasserverbindungsleitung zwischen Kempfeld im Kreis Birkenfeld und der Talsperre Nonnweiler.
Baumholders Verbandsbürgermeister Peter Lang hatte als derzeit amtierender Vorsitzender des Wasserzweckverbands Birkenfeld die zahlreichen Gäste bei strahlendem Sonnenschein begrüßt. Er erinnerte an die Anfänge des Projekts und die Gründungszeit des Wasserzweckverbands, der nun zum Wassergewinnungsverband wird.
Umweltministerin Höfken sagte, dass bezahlbares Wasser für eine immer weiter schwindende Bevölkerung auch eine Infrastrukturmaßnahme darstelle - da seien die hohen Fördermittel (34 Millionen Euro) angebracht. Die Grünen-Politikerin sprach von "einer der wichtigsten wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in Rheinland-Pfalz". Staatssekretär Roland Krämer legte dar, dass die Primstalsperre für die Trinkwasserversorgung des Saarlandes keine Rolle mehr spiele, wohl aber für die Region Hermeskeil. Eigentlich sei es ja auch so, dass hier zu großen Teilen rheinland-pfälzisches Wasser aus den Höhengebieten des Hochwalds gesammelt wird, das nun wieder zurückkehrt. Tatsächlich dient die Talsperre bei Nonnweiler dort vor allem dem Hochwasserschutz. "Dieses ist ein gutes Beispiel gemeinsamer wegweisender Projekte unserer Länder", sprach Krämer auch für seine Kollegin Höfken.
Doppelrohrsystem


Bis zu 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser sollen später jährlich durch diese Leitung fließen, bis zu 800 Kubikmeter in der Stunde, rechnete Planer Bernd Hartmann von der Ingenieurgesellschaft Birkenfeld (IGB) vor. Es handele sich auch nicht um eine "Notleitung": Später kann dank eines Doppelrohrsystems Wasser der Steinbachtalsperre zu den zentralen Hochbehältern gepumpt werden, die die Wasserversorgung des größten Teils des Landkreises Birkenfeld übernehmen. Hartmann hob hervor, dass man bei der Trassenführung fast ausschließlich vorhandene Wege nutzen wird: "Wir können jetzt Ranger im Nationalpark werden. Wir kennen dort jeden Baum."
Er freue sich schon auf den Tag, wenn auch die Primstalsperre saniert werden muss, richtete der Planer den Blick auf den Vorsteher des Talsperrenverbands Nonnweiler, Heinz Luxenburger.
Schließlich überreichte Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Dienstleistungsdirektion (SGD) Nord, den offiziellen Bewilligungsbescheid an Verbandsvorsteher Peter Lang, bevor es an die Spaten ging.