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Kommunales
Kunst in der Nationalparkkirche

Die Tage als Feuerwehrhaus sind gezählt für das Neuhüttener Gebäude der Freiwilligen Wehr der Gemeinde. Wegen seiner Nähe zum Bürgerhaus (rechts im Hintergrund) und des Kindergartens (rechts) wird es aber wohl auch künftig genutzt werden.
Die Tage als Feuerwehrhaus sind gezählt für das Neuhüttener Gebäude der Freiwilligen Wehr der Gemeinde. Wegen seiner Nähe zum Bürgerhaus (rechts im Hintergrund) und des Kindergartens (rechts) wird es aber wohl auch künftig genutzt werden. FOTO: Ursula Schmieder
Neuhütten. Es tut sich viel in Neuhütten: Der Weg für die Fusion der freiwilligen Feuerwehr mit den Nachbarn in Züsch ist frei. Auch in Sachen Elektromobilität setzt das Hochwalddorf Akzente. Von Ursula Schmieder

Nach Züsch sagt nun auch Neuhütten Ja zur geplanten Fusion der freiwilligen Feuerwehren beider Orte. Der Ortsgemeinderat folgte damit einstimmig dem Wunsch der Wehren, die das in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung beschlossen.

Auf Wunsch des Trägers, der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, werden sie künftig ein gemeinsames neues Feuerwehrhaus beziehen. Die VG erspart sich so die Sanierung beider Altbauten und sie erhält eine höhere Landesförderung, 40 statt 33,33 Prozent, deren Bewilligung zudem ein Jahr früher erwartet wird. Noch offen ist, wo in frühestens drei bis fünf Jahren gebaut werden soll und wie die alten Häuser künftig genutzt werden sollen.

Neuhüttens Ortsbürgermeister Peter Kretz geht davon aus, dass das Gebäude der Gemeinde für einen „symbolischen Preis“ übertragen wird. Denn es wurde zwar einst auf Kosten der Verbandsgemeinde erbaut – aber mit viel Eigenleistung von Feuerwehrleuten vor Ort.

Die Wehr des Ortsteils Muhl bleibt eigenständig. Zum einen, weil sie von der Ausstattung wie auch personell gut aufgestellt ist. Zum anderen als Feuerwehr im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, die demnächst beispielsweise ein neues Allradfahrzeug erhält.

Endlich voran geht es mit dem Ausbau der L166, der Ortsdurchfahrt von Züsch in Richtung Otzenhausen. Im Zuge der Arbeiten, die nun geplant, aber wohl frühestens 2020 ausgeführt werden, soll auch ein Entwässerungsproblem am Ortseingang vom Saarland kommend behoben werden. Da dort laut Messungen oft zu schnell gefahren wird, ist zudem eine Verkehrsberuhigung angedacht.

Beschlossen sind zudem zwei Elektro-Zapfsäulen für Autos auf dem Parkplatz oberhalb des Bürgerhauses. Der Ortsteil Muhl soll zudem als künftiger Einstieg für einen Nationalpark-Radrundweg eine E-Bike-Ladesäule erhalten. Anwohner von Neuhütten-Zinsershütten dürfen sich zudem auf den Breitbandnetzausbau freuen, der im dritten Quartal 2019 fertig sein wird.

Dorfbegleiterin Alexandra Thömmes berichtete zudem über Verbesserungen des Wanderwegenetzes. Laut Kretz ist ihr auch die Büchersäule für den Eingang des Bürgerhauses zu danken. Der Gemeindearbeiter habe ihre Idee „in Holzform gebracht“.

Als positiv hat sich zudem die Teilnahme der Gemeinde am Wettbewerb „Land und Leute – Die Kirche in unserem Dorf“ erwiesen. Ziel der Wüstenrot-Stiftung sind Konzepte für zukunftsfähige Stadt- und Dorf-Gemeinschaften. Neuhütten beteiligte sich mit einem Beitrag über die einzige „Kirche im Nationalpark“ (KiNa) in Muhl. Eine ökumenische Initiative füllt sie mit Kunst, Kultur und Pilgerwanderungen. Daher sprach das Wettbewerbs-Thema auf Anhieb an.

Sie wollten die Chance nutzen, „sich bekannt zu machen“, begründet Kretz. Da ihr Beitrag bei mehr als 200 Teilnehmern unter den ersten 20 landete, die 2019 bei einer Wanderausstellung durchs Bundesgebiet präsentiert werden, ist das geglückt. Im März soll sich entscheiden, ob er es auf einen der mit Preisen dotierten ersten zehn Plätze schafft.

Vor diesem Hintergrund kamen zwei Informationen von Kretz besonders gut an. Der Um- und Anbau des Muhler Bürgerhauses, der neuen Nationalpark-Service-Station (der TV berichtete), ist fertig und wird am Sonntag, 2. Dezember, im Rahmen eines Tags der offenen Tür eröffnet.

Außerdem steht nun fest, dass der ebenfalls geplante Umbau der Kirche über das Leader-Programm der Europäischen Union gefördert mit. Und zwar mit 75 Prozent, dem höchsten Satz.

Der Umbau sieht unter anderem einen barrierefreien Zugang vor sowie einen neuen Holzboden, eine neue Heizungsanlage und eine flexibel nutzbare neue Bestuhlung.