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Tourismus
Heimischer Fisch kommt auf den Tisch

Die Region Saar-Hunsrück hat kulinarisch viel zu bieten: Was Köche zum Beispiel mit Forelle aus heimischer Produktion so alles zubereiten können, zeigen sie beim Fischfestival vom 3. bis 11. März.
Die Region Saar-Hunsrück hat kulinarisch viel zu bieten: Was Köche zum Beispiel mit Forelle aus heimischer Produktion so alles zubereiten können, zeigen sie beim Fischfestival vom 3. bis 11. März. FOTO: Klaus-Peter Kappest/Wanderbüro Saar-Hunsrück
Schillingen/Trassem/Thalfang. Forelle und Saibling vom lokalen Züchter, Führungen, Kochkurse und Klaviermusik: Beim Fischfestival vom 3. bis 11. März wollen 21 Gastronomen beweisen, dass die Region Saar-Hunsrück auch in Sachen Speisefisch etwas zu bieten hat.

Carpaccio vom Bachsaibling oder Lachsforellentartar mit Apfel-Gurken-Salat – beide Gerichte lassen sich mit Speisefisch aus der Region Saar-Hunsrück zubereiten. Es muss nicht immer Lachs oder Thunfisch aus dem Kühlregal sein. Auf das Angebot vor der Haustür, auf kurzen Wegen vermarktet, wollen die Veranstalter des Fischfestivals Saar-Hunsrück aufmerksam machen.

Ab Samstag, 3. März, setzen 21 Restaurants an der Saar, im Hochwald, im Hunsrück und im Saarland (siehe Info) den heimischen Fisch eine Woche lang auf ihre Speisekarten. Es ist die zweite Auflage des Festivals, das 2017 Premiere feierte. Federführend organisiert wird es vom Wanderbüro Saar-Hunsrück in Losheim. Alle teilnehmenden Betriebe sind Mitglieder der Initiative Ebbes von hei, die seit 2011 für regional erzeugte Produkte wirbt.

„Das Thema Fisch ist spannend, weil wir vor Ort zwei Betriebe haben, die auf nachhaltiger Basis Fisch produzieren. Er muss nicht von sonstwo angekarrt werden“, sagt Cora Berger vom Wanderbüro. Zudem passe Fisch ideal in die Fastenzeit. Und neben den kreativen Gerichten biete das Festival auch einen „Blick hinter die Kulissen“.

Gemeint ist das Rahmenprogramm, bei dem die zwei regionalen Fischzüchter – das Forellengut Rosengarten in Trassem (VG Saarburg) und der Forellenhof Trauntal in Börfink (VG Birkenfeld) – eine zentrale Rolle spielen. Beide mittelständischen Betriebe setzen auf naturnahe Zucht auf der Basis hoher Wasserqualität, hochwertigen Futters und weniger dicht besetzer Teiche. Saibling, Stör, Zander, Bach-, Lachs- und Regenbogenforelle verkaufen sie frisch oder geräuchert an Kunden vor Ort. Beide Betriebe organisieren während der Festivalwoche täglich Führungen auf ihren Anlagen und bieten Kochkurse an. „Bei unserem Workshop erklären wir zunächst, was es überhaupt an heimischen Fischarten gibt“, sagt Marc Rosengarten vom gleichnamigen Forellengut in Trassem. Die Teilnehmer lernten außerdem, woran man frischen Fisch erkenne und wie man ihn filettiere. „Und probiert wird natürlich auch.“ Der Kurs am 3. März sei fast ausgebucht. Aber gemeinsam mit dem Naturpark Saar-Hunsrück sei ein zweiter Termin am Samstag, 10. März, geplant.

Die Festival-Premiere im Vorjahr habe positiv nachgewirkt, sagt Rosengarten. Es kämen mehr Kunden gezielt in den Hofladen. Auch bei manchem Gastronom, der sich zuvor mit dem Thema kaum beschäftigt habe, stehe nun Fisch aus heimischer Zucht auf der Karte. Das Festival treffe aber auch den seit fünf Jahren immer stärker werdenden Trend, dass Köche und Verbraucher auf die Herkunft ihrer Lebensmittel achteten. „Vor 15 Jahren hätte sich kaum jemand für die Besichtigung eines Fischzuchtbetriebs interessiert. 2017 hatten wir 600 Besucher auf der Anlage.“

Zu Christof Maßem in Schillingen kommen die Kunden vor allem wegen der Fleisch- und Wurstspezialitäten aus der hauseigenen Metzgerei. Fisch habe er sonst nur selten auf der Karte, sagt er. „Aber beim Festival mache ich mit. Letztes Jahr wurde es sehr gut angenommen.“ Seinen Fisch kaufe er beim Forellengut in Börfink, das er auch selbst besichtigt habe: „Das ist wirklich toll, was die dort machen – alles andere als Massenproduktion.“

Im Hotel-Restaurant St. Ersamus in Trassem stammt der Fisch ebenfalls vom örtlichen Züchter, nicht nur während des Festivals. Am Samstag stehen dort zum Beispiel Lachsforellenmedaillon auf Petersilienwurzelragout mit Butternudeln und Filet vom Trassemer Bachsaibling mit Topinamburpüree auf der Karte. Etwas Besonderes hat sich auch das Team vom Landgasthaus am Kirschbaum in Morbach ausgedacht: ein Poke-Bowl-Gericht, das ursprünglich aus Hawai stammt. „Dabei werden mehrere Zutaten in eine Schüssel gegeben. Wir bieten es mit gebeizter Lachsforelle aus Börfink und Sushi-Reis an“, sagt Simon Armbruster. Allerdings wolle man es mit der Kreativität nicht übertreiben. „Wir kochen so, wie der Koch auch selbst gerne essen würde.“

Ein besonderes Ambiente schafft der Bahnhof in Thalfang. Unter dem Motto „Schuberts Forelle“ spielt Pianist Thomas Probst am Samstagabend, 8. März, Klavier passend zu den Gerichten: Räucherfischsuppe mit pochiertem Wachtelei, Saibling- und Pollack-Fischfilet mit Grünkohl. „Wir verarbeiten Produkte aus der Region“, sagt Chefin Ulrike Schmidt.

Das Fischfestival ist die zweite Kulinarikreihe in diesem Jahr. Ende Januar lockten Gastronomen der Region Saar-Hunsrück mit alten Rezepten aus Omas Küche (der TV berichtete). „Die Rückmeldungen waren positiv. Manche haben die Gerichte sogar auf ihrer Karte behalten“, sagt Organisatorin Cora Berger. Für 2018 bündelt ein Jahreskalender erstmals Fischfestival, Omas Küche und vier weitere Themenwochen zu Wild, Kartoffeln, Löwenzahn und Kräutern. „Regionalität wird nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die Touristen immer wichtiger“, sagt Iris Müller von der Hunsrück-Touristik. „Wenn wir für 2019 den zweiten Kulinarikkalender auflegen, würden wir uns freuen, wenn sich noch mehr Betriebe aus dem Hunsrück beteiligen.“