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Gedämpfter Ton im Lampadener Rat

Der idyllische Schein trügt: In Lampaden hing der politische Haussegen lange schief. Nun trafen sich die Kontrahenten wieder. TV-Foto: Axel Munsteiner
Der idyllische Schein trügt: In Lampaden hing der politische Haussegen lange schief. Nun trafen sich die Kontrahenten wieder. TV-Foto: Axel Munsteiner
Lampaden. Eklat im Lampadener Gemeinderat im Mai 2012: Nach angeblichen Verbalattacken von Ratsmitglied Martin Marx hatte Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf den "Störer" aus dem Saal geworfen. Erst vor Gericht einigten sich die Kontrahenten auf einen friedlichen Umgang miteinander. In der ersten Ratssitzung nach dieser Einigung hielt der Burgfrieden. Friedhelm Knopp

Lampaden. Am Anfang steht ein heftiger Zusammenstoß im Gemeinderat Lampaden zwischen Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf und Ratsmitglied Martin Marx. Danach hängt im Ort fast ein Jahr lang der politische Haussegen schief. Inzwischen scheinen die Wogen etwas geglättet. Doch trügt die derzeitige Ruhe? Noch immer knistert es spürbar zwischen den Kontrahenten.
Wortgefecht eskalierte



Doch erst einmal zurück zum Mai 2012. Wie mehrfach berichtet, eskaliert damals ein Wortgefecht zwischen dem Ortsbürgermeister, dem Oppositionsführer der M+M-Fraktion, derart, dass Sitzungsleiter Hermesdorf den ehemaligen Beigeordneten aus dem Saal weist. Danach geht der Streit weiter: Ein Widerspruch von Marx gegen den Rauswurf wird vom Gemeinderat mehrheitlich abgeschmettert. Marx legt sein Mandat vorläufig nieder, kündigt den Gang zum Verwaltungsgericht (VG) an und fordert Hermesdorf zum Rücktritt auf, was dieser natürlich ignoriert. Die Verhandlung vor dem VG Trier endet Anfang März 2013 mit einer gütlichen Einigung: Auf Vorschlag des Richters geloben Hermesdorf und Marx, künftig sachlich und friedlich zusammenzuarbeiten.
Die Nagelprobe folgt dann in der Ratssitzung am Mittwochabend. "Sprengstoffthemen" stehen allerdings nicht auf der Tagesordnung: Der neue Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Kell, Markus Ankerstein, soll sich vorstellen, das Investitionsprogramm 2013/2014 ist zu besprechen, einige Änderungen beim Konzessionsvertrag zur Straßenbeleuchtung stehen an, über die Benutzungsordnung des neuen Jugendzeltplatzes ist zu befinden, ein kleines Baugebiet soll ausgewiesen werden und ein Antrag auf vorzeitigen Baubeginn einer Ortsstraßensanierung ist zu beschließen.
Die Stimmung scheint heiter und gelöst, als Ortsbürgermeister Hermesdorf um 18 Uhr zum Tischglöckchen greift und die Sitzung eröffnet. Dennoch hängt eine gewisse Spannung in der Luft. Spürbar sind alle Akteure um einen gedämpften Auftritt bemüht. Das gilt insbesondere für Hermesdorf und Marx. Als Martin Marx zum Thema "Straßenbeleuchtung" vorschlägt, beim Vertragspartner RWE auf eine energetisch optimale Beleuchtungstechnik zu bestehen, dankt Hermesdorf "dem Martin für die gute Idee". Auch die von Marx vorgeschlagene spätere Gründung eines Trägervereins für den neuen Zeltplatz ist für Hermesdorf "kein Problem". Doch plötzlich wird der Ton frostiger, als Marx ein Detail im frisch gedruckten Lampaden-Faltblatt kritisiert.
Kracht es gleich erneut? Hermesdorf und einige Ratsmitglieder weisen die Kritik zurück. Der Ton wird lauter, Marx klatscht das Faltblatt vor sich auf den Tisch, Hermesdorf greift erstmals zu seinem Tischglöckchen. Die Stimmung wirkt nun gereizt, ein anderer Antrag von Marx findet keine Mehrheit, dann gelingt Sitzungsleiter Hermesdorf die Rückkehr zum gemütlichen Plauderton. Dieses Auf und Ab zieht sich durch die gesamte Sitzung. Der Beobachter merkt, dass dort die zwei Hauptakteure und das restliche Gremium um die Balance bemüht sind. Ob dies auch künftig so wie am Mittwoch gelingt, bleibt abzuwarten.Extra

Beschlüsse und Entscheidungen: Für den neuen Lampadener Zeltplatz wurde eine Benutzerordnung ausgearbeitet, die sich an schon bestehenden Einrichtungen orientiert. Für den Ausbau der Kapellenstraße ist erst nach 2013 mit einer Förderung zu rechnen. Auf mehrheitlichen Beschluss des Rates soll daher ein vorzeitiger Baubeginn beantragt werden. Ratsmitglied Martin Marx beantragte, die Straße in einer preiswerteren, "abgespeckten" Version auszubauen. Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf lehnte dies ab, denn "dann müssen wir alles von vorne planen". Mehrheitlich beschloss der Rat, ein Erschließungsgebiet mit zehn Bauplätzen und schmaler Zufahrt auszuweisen und eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans zu beantragen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob Fördermöglichkeiten für Umbau-, Abriss- und Neubaumaßnahmen im alten Dorfkern bestehen. Schwerpunkte im Investitionsprogramm 2013/2014 sind der Ausbau des Kindergartens Schillingen (60 000 Euro) und der Ausbau des Breitbandnetzes (20 0000 Euro). f.k.