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Nahversorgung
Gemeinde fragt ihre Bürger: Wollen die Greimerather einen Dorfladen?

Einen Einkaufskorb gefüllt mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf trägt die Person auf unserem Symbolbild. Die Gemeinde Greimerath befragt zurzeit ihre Bürger, ob im Ort ein Dorfladen eingerichtet werden soll.
Einen Einkaufskorb gefüllt mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf trägt die Person auf unserem Symbolbild. Die Gemeinde Greimerath befragt zurzeit ihre Bürger, ob im Ort ein Dorfladen eingerichtet werden soll. FOTO: picture alliance / dpa / Jens Büttner
Greimerath. Ein Lebensmittelgeschäft könnte gleich neben der Greimerather Kirche entstehen. Bevor die Gemeinde das Projekt anpackt, möchte sie zunächst wissen, was die Bürger davon halten. Von Christa Weber
Christa Weber

Die Einwohner von Greimerath haben in den vergangenen Tagen Post von der Gemeinde erhalten. In ihren Briefkästen steckte ein sechsseitiger Fragebogen. Damit will die Ortsgemeinde Details über das Einkaufsverhalten ihrer Bürger in Erfahrung bringen. Den Hintergrund dieser Befragung erklärt Ortsbürgermeister Edmund Schmitt (FWG): „Wir überlegen, ob wir im Ort wieder einen Dorfladen einrichten. Mit der Umfrage wollen wir herausfinden, ob dafür ein Bedarf da ist und ob die Bürger das Projekt unterstützen würden.“

Auf Beschluss des Gemeinderats habe ein unabhängiges Fachbüro für Unternehmensberatung den Fragenkatalog entworfen. Die Bögen wurden inzwischen laut Ortschef an alle Haushalte in Greimerath verteilt. Das Ausfüllen erfolge in anonymisierter Form und dauere etwa zehn Minuten, schätzt Schmitt. Das beauftragte Büro sei dasselbe, das eine ähnliche Befragung in Mandern organisiert habe. Dort existiert inzwischen seit zweieinhalb Jahren ein Dorfladen, der von den Bürgern gut angenommen wird. Betreiber ist eine Genossenschaft, der etwa 200 Manderner Bürger angehören. Es gibt festangestellte Mitarbeiter, aber viele Arbeiten rund um den Dorfladen erledigen ehrenamtliche Helfer (der TV berichtete mehrfach).

Der Fragebogen zum Greimera­ther Vorhaben ist in drei Blöcke gegliedert. Der erste enthält Fragen dazu, wie sich die Greimerather mit Lebensmitteln versorgen: Wo kaufen sie ein? Was landet im Einkaufskorb und wie oft? Verbinden sie ihren Einkauf mit anderen Erledigungen? Und wie zufrieden sind sie derzeit mit den Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Umfeld?

Einen potenziellen Standort für das Lebensmittelgeschäft gibt es bereits: Es könnte im seit einiger Zeit leerstehenden ehemaligen Haus Schiffmann in der Greimerather Hauptstraße untergebracht werden.
Einen potenziellen Standort für das Lebensmittelgeschäft gibt es bereits: Es könnte im seit einiger Zeit leerstehenden ehemaligen Haus Schiffmann in der Greimerather Hauptstraße untergebracht werden. FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber

Der zweite Fragenblock bezieht sich direkt auf den geplanten Dorfladen. Gefragt wird, was ein solcher Markt im Ort anbieten müsste und wie die Öffnungszeiten idealerweise aussehen sollten. Außerdem können die Befragten äußern, ob sie möglicherweise bereit wären, bei der Errichtung oder dem späteren Betrieb eines Dorfladens mitzuhelfen – ehrenamtlich oder durch einen finanziellen Beitrag.

Abschnitt drei umfasst Angaben zum jeweiligen Haushalt, etwa zu Alter und Anzahl der Personen und zur Verfügbarkeit von Autos für den Einkauf.

Sollte die Rückmeldung der Bürger positiv ausfallen, hat die Gemeinde bereits einen möglichen Standort für das Geschäft im Blick: das ehemalige Haus Schiffmann in der Hauptstraße 77, gleich neben der Kirche. „Es gab schon viele Pläne, was man dort machen könnte“, sagt Ortschef Schmitt. Diese habe man nun teilweise wieder aufleben lassen. Die Gemeinde wolle das Gebäude sanieren, aber anstelle des Bauhofs – wie es früher einmal angedacht war – einen kleinen Lebensmittelladen „für Dinge des täglichen Bedarfs“ im Erdgeschoss einrichten.

Laut Schmitt gab es bis Ende 2013 einen ähnlichen Markt in Greimerath. Der Zuspruch sei damals jedoch nicht so groß gewesen wie erhofft. Zurzeit gebe es die Bäckerei, in der die Kunden auch einige Lebensmittel kaufen könnten, sagt der Ortschef. Die Filiale der Metzgerei sei momentan nicht in Betrieb, die Kunden würden jedoch auf Wunsch aus Zerf beliefert. Größere Einkäufe erledigten viele Greimerather in einem Supermarkt im zwölf Kilometer entfernten Losheim. „Wir haben aber viele ältere Einwohner, die sicher auch gern im Ort das Nötigste einkaufen würden, wenn es denn möglich wäre“, glaubt Schmitt. Laut Daten des Statistischen Landesamts hat Greimerath 957 Einwohner (Stand vom 31. Dezember 2017), davon sind 21,6 Prozent älter als 64 Jahre.

Wie genau ein Dorfladen im Ort betrieben werden könnte, dazu gibt es laut Ortsbürgermeister noch keine konkreten Überlegungen. Vermutlich werde man auch stark auf ehrenamtliche Unterstützung setzen, ähnlich wie in Mandern. „Aber das ist dann der zweite Schritt. Jetzt wollen wir erst mal wissen, ob so ein Laden überhaupt gewollt ist.“ Er hoffe auf viele Rückmeldungen. Die ausgefüllten Fragebögen sollen bis zum 16. Dezember beim Ortsbürgermeister oder den Beigeordneten Christel Martin und Heide Rach abgegeben werden. Mit einer Auswertung rechnet Schmitt nicht vor März/April im nächsten Jahr. „Wenn die Zustimmung entsprechend ist, werden wir das Projekt weiterverfolgen.“