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Gut vorbereitet auf den Ernstfall

Die neue Containeranlage auf einen Blick. TV-Foto: Hans Muth
Die neue Containeranlage auf einen Blick. TV-Foto: Hans Muth
Riesige Container in Feuerwehr-Rot auf dem Parkplatz der Ruwertalhalle sorgten in den vergangenen Tagen für Verwirrung beim Betrachter. Jetzt wurde das Rätsel gelöst.

Zerf. (hm) Starker Rauch steigt aus der Metallkonstruktion, sobald einer der Atemschutzträger der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Kell am See den Zutritt öffnet und kurz darauf im dichten Qualm verschwindet. Hier - in den feuerwehr-roten Containern - wird unter nahezu realistischen Bedingungen für den Einsatz mit Atemschutzgeräten geprobt. Bürgermeister Werner Angsten und zahlreiche Vertreter der kommunalen Politik informierten sich vor Ort über die neue Anlage, die ein Novum darstellt. Denn: "Erstmals wurden Rettungs- und Ausbildungsgerätschaften gemeinsam durch das Großherzogtum Luxemburg und den Landkreis Trier-Saarburg beschafft und werden, je nach Bedarf, gemeinsam genutzt", erklärt Angsten. "Um eine gleichwertige Versorgung in beiden Ländern zu erreichen, hätte ohne die gemeinsame Aktivität jeder Partner für sich alleine die Investitionen tätigen müssen. Dies wäre in der geplanten Größenordnung aber sicher nicht realisierbar gewesen, so dass Abstriche im Ausstattungsstandard zum Nachteil einer optimalen Erledigung der gestellten Aufgaben und damit zum Nachteil der betroffenen Bevölkerung hätten gemacht werden müssen."Kosten: 370 000 Euro

370 000 Euro kostet die neue Anlage, die bei dem Info-Tag auch einige neugierige Zuschauer anlockt. "Die Containeranlage hat ihren festen Standort bei der Hermeskeiler Feuerwehr und wird von dort an die Stützpunktwehren für einen bestimmten Zeitraum zum Zweck der erforderlichen Übungseinheiten abgegeben", informiert Erwin Rommelfanger, Stellvertretender Wehrleiter der VG Kell am See, die Gäste.Die mobile Anlage besteht aus sechs Containern, ist sechs Meter lang, 2,5 Meter breit und 2,5 Meter hoch. Im ersten Container befinden sich der Kontroll- und Leitstand für die Atemschutzübungsanlage sowie mehrere Ergometer, an denen eine gewisse körperliche Belastung erzielt wird, ehe die eigentliche Übung beginnt.Container 2 und 3 bilden die so genannte Übungsstrecke, die so konzipiert ist, dass der Verlauf und die eingebauten Hindernisse verändert werden können. Außerdem können diese beiden Container verraucht und mit Brandgeräuschen beschallt werden. Im Container 4 befindet sich die Industrie-Übungsanlage, in der auch das Abdichten von Rohren und Schächten geübt werden kann, und eine Tür, an der durch verschiedene Heizelemente die Temperaturverhältnisse nachgebildet werden können, die sich an einer normalen Tür entwickeln, wenn sich dahinter ein Brand befindet. Auch zahlreiche Geräte zur technischen Rettung sind vorhanden, die weit über den Umfang der sonst üblichen Gerätschaften hinausgehen. Ebenso sind zwei Hitzezonen eingebaut, und über zwei Wärmebild- und normale Kameras können die Probanden überwacht werden. Im Container 5 können sich die Atemschutzgeräteträger auf die bevorstehende Übung vorbereiten. Dieser Container kann auch für Schulungen genutzt werden. Die Brandsimulations-Anlage im Container 6 dient der "Heißausbildung" und verfügt über eine LagerbrandsteIle und einen Decken-Flashover. Die Anlage wird mit Propangas aus einer beigefügten Flaschenbatterie befeuert. Thomas Mersch ist einer der Atemschutzgeräte-Träger der VG Kell am See und ist von den Vorzügen der neuen Container-Anlage überzeugt: "Die neue Version der jährlichen Belastungsübung in einem Container ist anspruchsvoller als bisher. Wer sämtliche Übungen ohne Probleme besteht, ist fit für den Atemschutzeinsatz."