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Herbstzeit ist Jagdzeit im Nationalpark

Für Wildschweine sind Maiskolben eine Delikatesse. Foto: Nationalpartkamt
Für Wildschweine sind Maiskolben eine Delikatesse. Foto: Nationalpartkamt FOTO: (h_hochw )
Neuhütten-Muhl/Birkenfeld. Amt: Gute Nahrungssituation und milde Winter haben die Schwarzwild-Population stark ansteigen lassen.

Neuhütten-Muhl/Birkenfeld (red) Den Wildschweinen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald geht es laut Mitteilung des Nationalparkamtes in Birkenfeld gut. Den Sommer würden sie meist im Feld verbringen. Getreide wie Hafer und Weizen schmeckten ihnen besonders. Ganz vorne aber stehe in der Feldflur der Mais. Maisfelder bieten laut Nationalparkamt idealen Einstand und gute Verstecke. Zudem reiften hier die für die Schweine leckeren und gehaltvollen Maiskolben. Sei das "Schlaraffenland Feld" abgeerntet, ziehe es die Wildscheine in den Wald. Hier habe der Herbst den Gabentisch perfekt vorbereitet. Im letzten Jahr habe die Buche, dieses Jahr die Eiche sehr stark in Früchte investiert. "Jahre mit starkem Fruchtanhang bei diesen Bäumen nennen die Förster Mastjahre. Der Begriff kommt vom Mästen der Hausschweine, die früher dafür in den Wald getrieben wurden", so das Nationalparkamt. In den letzten Jahren sei die Häufigkeit und immer schnellere Folge solcher Mastjahre stark angestiegen. Die Rundumversorgung der Wildschweine mit Nahrung bei zudem immer milderen Wintern sei perfekt. Das lasse die Tiere nicht nur Speck anlegen, sondern mache sich auch in der Reproduktion bemerkbar: "Wildschweine bekommen heute mitunter zwei bis dreimal Frischlinge in einem Jahr, die Population steigt rasch an. Den Förster stören die Wildscheine im Wald weniger, lockern sie doch den Boden und graben nach Engerlingen. In der Landwirtschaft aber richten sie großen Schaden an", erläutert das Nationalparkamt in seiner Mitteilung. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald beteilige sich an der Bejagung des Schwarzwildes. Stehe doch im Staatsvertrag verankert, dass er sich zur Schadensabwehr von Wildschäden bei den Nachbarn verpflichtet hat. Es solle auf den sogenannten Drückjagden in die Schwarzwildpopulation eingegriffen werden. "Die erste Drückjagd hat auf Birkenfelder Seite zusammen mit dem Staatswald in Rinzenberg stattgefunden", so das Nationalparkamt. Jagdleiter Dr. Egidi, der selbst erfolgreich an der Jagd teilgenommen habe, habe auf das Ergebnis von 22 Stück Schwarzwild - alleine auf Nationalparkseite hingewiesen. Auf der zweiten Drückjagd am Erbeskopf hätten auf Staatswaldseite das Forstamt Idarwald 22 Stück, der Gemeindewald Malborn sechs Stück und der Nationalpark Hunsrück-Hochwald 17 Stück Schwarzwild erlegt. Der Nationalpark bemühe sich, fortan eng mit den Jagdnachbarn und der Landwirtschaft zu kooperieren und gemeinsam ein Schwarzwild-Monitoring auf den Weg zu bringen.