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Technik
120 Maschinen gecheckt: Saison für Hermeskeiler Flugausstellung startet

Peter Junior legt letzte Hand an, um seine rund 120 Exponate für die neue Saison auf Vordermann zu bringen. Ab Karfreitag, 30. März, öffnet die Flugzeugausstellung in Hermeskeil wieder ihre Tore vor der Stadt.
Peter Junior legt letzte Hand an, um seine rund 120 Exponate für die neue Saison auf Vordermann zu bringen. Ab Karfreitag, 30. März, öffnet die Flugzeugausstellung in Hermeskeil wieder ihre Tore vor der Stadt. FOTO: Jürgen C. Braun
Hermeskeil. Die Flugausstellung, eine von Hermeskeils größten Tourismusattraktionen, ist zurück aus der Winterpause. Ab Karfreitag ist das Gelände geöffnet. Der TV hat nachgefragt, was dort in den vergangenen Monaten zu erledigen war. Von Jürgen Braun

Die Flugausstellung an der Hunsrück-Höhenstraße bei Hermeskeil ist nach einem halben Jahr Abstinenz bald wieder geöffnet. Bis Ende Oktober können Gäste aus dem In- und Ausland dann wieder die Exponate bestaunen. Was während der Winterpause hinter den verschlossenen Türen abläuft, hat sich der TV jetzt einmal erklären lassen. Denn dann ist nicht etwa Freizeit angesagt, sondern Nachhaltigkeit, Pflege, Restauration und vor allem Kontaktpflege gefragt.

„Genau drei Tage waren wir in Salzburg. Die haben meine Frau und ich uns abgerungen“, sagt Inhaber Peter Junior auf die Frage, wie viel Tage Urlaub er und seine Familie denn seit dem 31. Oktober, als Europas größtes privates Flugzeugmuseum seine Pforten für ein halbes Jahr schloss, gemacht hätten. Am Freitag, 30. März, geht die Schau an der B 327 in ihre 45. Saison.

Am 7. Juli 1973 hatte Juniors Vater Leo den Grundstein gelegt. Mittlerweile sind daraus 120 Maschinen geworden (Junior: „Meine Frau sagt immer, es seien so viele. Ich habe sie noch nie gezählt“). Hinzu kommen Tausende von Zubehörteilen: Motoren, Triebwerke, Anzüge, Helme, Tragflächen-Teile, spezielle Werkzeuge, und, und, und… Nachhaltigkeit, sagt Junior, sei bei einer solchen Menge ein ganz wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspolitik. „Ich sehe ja schon während des Sommers immer, was im Winter gemacht werden muss. Vom kleinen Segelflieger in der Halle bis zum riesigen vierstrahligen Airliner auf dem Freigelände: Alle müssen zweimal pro Jahr mit einem Dampfstrahler vom Grünspan befreit und ganz durchgecheckt werden.“

80 000 Quadratmeter umfasst die Ausstellungsfläche an der Peripherie der Stadt mittlerweile. „Das will alles versorgt werden. Und man muss immer Ausschau danach halten, wo sich was tut, wie man sich verändern, ergänzen, neu aufstellen kann.“ Das funktioniere nur über das Pflegen von Kontakten, über gegenseitige Besuche auch im Ausland. „Leider“, sagt Junior mit einem milden Lächeln, „findet man einen außer Dienst gestellten Starfighter nicht unter eBay-Kleinanzeigen im Internet. Das würde uns vieles vereinfachen.“

Und so spulte er in den vergangenen Monaten wieder Kilometer um Kilometer ab, besuchte ähnliche Einrichtungen, Institutionen, von denen er weiß, dass sich dort in Sachen historischer Luftfahrttechnik „immer was tut. Man muss ständig mit der Nase drinstecken.“ So konnte er vor kurzem mit Hilfe seines Netzwerks ein Leitwerk besorgen, wie es die legendäre „Landshut“, bekannt durch das Geiseldrama von Mogadischu, gehabt habe. „So etwas findet man kaum noch.“ Derweil, sagt Junior, seien seine „Haus- und Hofhandwerker“ zu Gast. Da habe sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. „Gestern Morgen war der Dachdecker schon da, als von uns noch gar keiner hier war.“ Den möglichst großen Teil solcher Arbeiten, sagt der Museumsbetreiber, wolle er mit Hilfe von heimischen Betrieben erledigen. „Da weiß einer, was er vom anderen hat.“

An Karfreitag will er aufmachen. Unbedingt: „Das ist der Plan. Obwohl es am Dienstagmorgen noch leicht geschneit hat hier oben.“ Wenn Ostern sehr früh liege, dann sei das schwierig für die zu erledigenden Arbeiten und den Eröffnungstermin. „Aber irgendwie hat es immer noch geklappt.“