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Hochbetrieb in der städtischen Schmökerstube

Nicht nur der vierjährigen Sophie macht Lesen Spaß. Bibliotheksleiterin Marion Adams (hinten) freut sich darüber, dass in der Stadtbücherei Hermeskeil im Jahr 2003 so viele Bücher wie noch nie ausgeliehen wurden.Foto: Axel Munsteiner
Nicht nur der vierjährigen Sophie macht Lesen Spaß. Bibliotheksleiterin Marion Adams (hinten) freut sich darüber, dass in der Stadtbücherei Hermeskeil im Jahr 2003 so viele Bücher wie noch nie ausgeliehen wurden.Foto: Axel Munsteiner
HERMESKEIL. (ax) Seit mehr als 20 Jahren können sich große und kleine Besucher in der Hermeskeiler Stadtbücherei kostenlos mit "Lesefutter" eindecken. Doch noch nie war die Nachfrage so rege wie im vorigen Jahr: 13 776 Ausleihen hat Bibliotheks-Leiterin Marion Adams gezählt.

Der neueste Krimi von Henning Mankell, der aktuelle Roman von Charlotte Link oder Astrid Lindgrens Kinderbuch-Klassiker "Pippi Langstrumpf" - das alles und noch viel mehr steht in den Regalen der Hermeskeiler Stadtbücherei. Auch ein "Wohlfühl-Bestand" mit Büchern über Yoga, Massage oder Fitness oder eine kleine Heimatkunde-Abteilung zählt zum Angebot der kleinen, aber feinen öffentlichen Bibliothek. "Wir haben einen Gesamtbestand von 8500 Medien", sagt Bücherei-Leiterin Marion Adams.Wobei in Hermeskeil der Löwenanteil dem klassischen Medium, dem Buch, vorbehalten bleibt. Über die Landesbücherei-Stelle in Koblenz besteht zwar die Möglichkeit, auf Anfrage auch Musikkassetten, Videos oder neuerdings auch DVDs zu bestellen und somit das Angebot in der Bücherei zu bereichern. "Die meisten Leute kommen aber zu uns, um Bücher auszuleihen", weiß Adams aus Erfahrung.Da ist es natürlich wichtig, den Lese-Hungrigen öfter mal etwas Neues zu bieten. Rund 360 Bücher hat Adams im Jahr 2003 neu angeschafft. Investitionen, die nur durch die Zuwendungen aus dem Haushalt der Stadt Hermeskeil, Zuschüssen des Landes und privater Spenden möglich sind, wie Adams betont. Plastikkarten und Scannergeräte, die sucht man bei der Ausleihe in Hermeskeil übrigens vergeblich. Wie in guten alten Zeiten wird hier noch eine Karteikarte ausgefüllt und ein Stempel ins Buch gedrückt. "Wir sind noch der Tante-Emma-Laden der Büchereien", sagt Adams deshalb lachend. Doch dass in Hermeskeil noch nicht alle Neuerungen im Bibliothekswesen umgesetzt wurden, hat für die Besucher auch einen unschätzbaren Vorteil: Denn anders als in den meisten Städten der Umgebung ist die Ausleihe hier noch komplett kostenlos und nicht mit der Zahlung eines einmaligen Jahresbeitrags für den Besitz einer Lesekarte verbunden.Maximal drei Wochen dürfen die Kunden ihre Lektüre mit nach Hause nehmen. Ein Angebot, von dem im vorigen Jahr so viele "Leseratten" wie noch nie Gebrauch gemacht haben. 13776 Ausleihen sind Rekord in der 23-jährigen Geschichte der Hermeskeiler Stadtbücherei. "Im Vergleich zu 2002 haben wir 1698 Bücher mehr ausgeliehen", sagt Adams mit einem Blick in ihre Statistik. 5442 Besucher, das sind durchschnittlich 41 Besucher pro Öffnungstag, hätten im vorigen Jahr nach der passenden Lektüre gestöbert."Wir haben viele treue Besucher", nennt Adams einen Grund für die rege Nachfrage. Aus der ganzen Verbandsgemeinde Hermeskeil, aber auch aus der saarländischen Nachbarschaft in Nonnweiler oder Otzenhausen schauen die Besucher, zumeist Frauen, in der Stadtbibliothek vorbei.Großer Bestand an Kinderbüchern

Ganz entscheidend für den letztjährigen Erfolg sei aber, so Adams, die Tatsache, "dass wir sehr viele Aktionen für Kinder gemacht haben". Mit Hilfe der Sponsoren vom Lions-Club Hermeskeil konnten die Grundschüler beispielsweise einen "Bibliotheks-Führerschein" erwerben. Dass in Hermeskeil großen Wert darauf gelegt wird, die Leselust der Kleinen zu wecken, macht allein der Blick in die Regale deutlich."Ein Drittel unseres Bestandes sind Kinderbücher", sagt Adams. Und deshalb kommt nicht nur Heike Wagner aus Hermeskeil mit ihren beiden Töchtern Sophie und Janine gerne und regelmäßig in die Stadtbücherei.Die soll in den kommenden Wochen übrigens erweitert werden. "Das wird zwar kein großer Umbau, aber ein bisschen mehr Platz kann natürlich nicht schaden", sagt Adams, die auch gerne die Leseecke für die Kinder und Jugendlichen mit neuen Möbeln ausstatten würde.Geöffnet ist die Stadtbücherei im Hermeskeiler Rathaus montags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 11 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr.