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Kommunalreform
Hochzeit mit Saarburg: Keller VG-Rat stimmt geschlossen dafür

Alle Hände gehen hoch: Die Mitglieder des Keller Verbandsgemeinderats haben dem Vertrag über einen Zusammenschluss mit der VG Saarburg geschlossen zugestimmt.
Alle Hände gehen hoch: Die Mitglieder des Keller Verbandsgemeinderats haben dem Vertrag über einen Zusammenschluss mit der VG Saarburg geschlossen zugestimmt. FOTO: Christa Weber
Hentern/Kell am See. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See, Martin Alten, spricht von einer „historischen Entscheidung“: Am Mittwochabend haben alle Mitglieder des VG-Rats dafür gestimmt, mit den Nachbarn in Saarburg eine neue Verbandsgemeinde zu bilden. Von Christa Weber
Christa Weber

Für die Mitglieder des Keller Verbandsgemeinderats ist es die letzte Sitzung in diesem Jahr. Gleich zu Beginn macht Bürgermeister Martin Alten (CDU) klar, welche Bedeutung die Zusammenkunft im Landgasthof Kopp in Hentern für die Zukunft der Verbandsgemeinde (VG) Kell hat: „Ich denke, es ist nicht übertrieben, wenn man von einer historischen Entscheidung spricht.“ Es geht darum, ob der Rat den ausgehandelten Bedingungen für eine Fusion mit der VG Saarburg zustimmt.

Bei neun Treffen seit Januar haben die Bürgermeister, die Beigeordneten und Vertreter von Verwaltungen und Fraktionen die Grundlagen für einen Fusionsvertrag ausgearbeitet. Der Entwurf mit 17 Paragrafen zu Themen wie Verwaltungsorganisation, Finanzen, Feuerwehren, Wassergebühren, Schullandschaft und Tourismus liegt seit Kurzem auf dem Tisch. Anfang der Woche wurden die Bürger beider Verbandsgemeinden bei Versammlungen in Mandern und Saarburg über die Inhalte informiert. Nun müssen die politischen Gremien beider Kommunen erklären, ob sie mit den Bedingungen einverstanden sind. Im Keller VG-Rat, der sich als einer der ersten Räte mit dem Vertrag befasst, ist das Votum eindeutig: Die drei Fraktionen von CDU, SPD und FWG stimmen geschlossen zu.

In kurzen Stellungnahmen schilderten die Fraktionsvorsitzenden zuvor noch einmal Ablauf und Atmosphäre der Gespräche mit Saarburg. Klaus Marx (CDU) betonte, die „Chemie“ habe von Beginn an gestimmt. Er habe „volles Vertrauen“, dass die Fusion mit Saarburg funktionieren werde. Auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive habe er keine Bedenken. Die Umlage, die alle Ortsgemeinden jährlich an die neue VG Saarburg-Kell zahlen werden, werde sich so entwickeln, dass in fünf bis sechs Jahren den jetzigen Gemeinden der VG Kell „die doppelte Finanzkraft“ zur Verfügung stehe. Momentan ist die Umlage in der VG Kell deutlich höher als die in der VG Saarburg. Eine Bedingung der Saarburger sei jedoch von Anfang an gewesen, dass die Umlage für ihre Gemeinden fusionsbedingt nicht steigen dürfe, erinnerte VG-Chef Alten.

Klaus Marx sagte, er glaube nicht, dass es tatsächlich zehn Jahre dauern werde, bis man bei den Gebühren für Wasser und Abwasser auf einem einheitlichen Level lande. Bei den prognostizierten Synergien für die Verwaltung und die fusionierten Werke sei es Aufgabe des künftigen VG-Rats, auf die Umsetzung zu achten. Fraktionskollege Markus Lehnen, Ortsbürgermeister in Kell, erklärte: „Aus dieser Fusion geht keiner als Verlierer raus, wenn wir das aufgebaute Vertrauen auch künftig so bewahren.“

Manfred Rauber (SPD) hatte kurz vor Abschluss der Verhandlungen mit Saarburg die VG Hermeskeil wieder ins Spiel gebracht. Er hatte sich Gespräche mit den Hermeskeilern gewünscht, um die Ergebnisse mit Saarburg vergleichen und besser bewerten zu können (der TV berichtete mehrfach). Im VG-Rat erklärte Rauber nun, dass er dies als Ortsbürgermeister von Waldweiler seinen Bürgern schuldig gewesen sei. Inzwischen habe er jedoch den Eindruck, dass „die große Masse zufrieden ist“. Im gesamten Jahr seien nur zwei oder drei Anregungen zur Fusion aus der Öffentlichkeit an die Verhandlungsgruppe herangetragen worden. Er selbst halte die Ergebnisse für „gut - ob sie besser sein könnten, wissen wir nicht“

Erwin Rommelfanger (FWG) betonte: „Unser Wille, gemeinsam für die ganze VG Verhandlungen aufzunehmen, war richtig.“ Von dem, was man sich vorgestellt habe, habe man „den Großteil auch erreicht“. Die wichtigsten Punkte fasste Bürgermeister Alten zusammen: Der geplante Name VG Saarburg-Kell sorge dafür, „dass unsere VG nicht einfach von der Bildfläche verschwindet“. Erhalten blieben eine Außenstelle der Verwaltung in Kell, das Freibad und die touristische Orientierung Richtung Hunsrück. Externe Berater hätten zudem aufgezeigt, dass bei Verwaltung und Werken Synergieeffekte möglich seien, „wenn auch nicht gleich von der ersten Stunde an“.

Auch der Saarburger Bürgermeister Jürgen Dixius (CDU) nahm an der Sitzung teil. Nach dem einstimmigen Beschluss bedankte er sich „für das der VG Saarburg entgegengebrachte Vertrauen“ - und machte sich dann auf den Weg zur Gemeinderatssitzung in Serrig, wo am Mittwochabend ebenfalls über den Fusionsvertrag abgestimmt werden sollte. Laut Dixius hat mit Fisch bereits die erste Saarburger Gemeinde den Entwurf abgesegnet. Der Saarburger VG-Rat tagt dazu am Dienstag, 19. Dezember. Damit die Fusion umgesetzt werden kann, müssen in den nächsten Wochen beide VG-Räte und mehr als die Hälfte der Ortsgemeinderäte in beiden Kommunen ihr Okay geben.