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Hund, Bär und Nilpferd mischen Saarburg auf

Im Amüseum ist tierisch was los: Löwen, Hunde, Affen, Pferde, Büffel und sogar Hummeln sind dort zu sehen. Die 45 Plastiken stammen von 18 Künstlern. An den Wänden hängen großformatige Fotografien von Vincent Munier.
Im Amüseum ist tierisch was los: Löwen, Hunde, Affen, Pferde, Büffel und sogar Hummeln sind dort zu sehen. Die 45 Plastiken stammen von 18 Künstlern. An den Wänden hängen großformatige Fotografien von Vincent Munier. FOTO: (h_sab )
Saarburg. Die Ausstellung "Tiere" kommt bei Gästen und Einheimischen an. Zwei Skulpturen haben sich zu Publikumslieblingen entwickelt. Marion Maier

Saarburg Der Schimpanse sitzt auf einem Podest neben der Galerie am Wasserfall und schaut grimmig. Mit einer Hand stützt er sich ab, mit der anderen greift er nach etwas - einer Banane vielleicht? Das verraten die Künstler Bernard und Arnaud Bessoud nicht, die die lebensgroße Bronzefigur geschaffen haben. Auf der anderen Seite der Leuk schauen Hundeaugen gutmütig-neugierig aus einem riesigen Doggenkopf in die Welt. Die Skulptur stammt von Michel Bassompierre. Dazwischen schiebt ein Nilpferd seinen massigen Körper mit Fettröllchen über die Brücke über den Wasserfall. "Die Matriarchin" hat Hadrien David dieses Werk getauft.Saarburgs Innenstadt ist wieder ein Freiluftmuseum. Elf Skulpturen französischer Künstler sind in der Fußgängerzone verteilt. Das größte Werk, ein Bär, der wohl Lachse fangen will, - die Plastik heißt "Die Lachse" - steht am Kreisel vor dem alten Rathaus. "Tiere" heißt die Ausstellung, die sich im Amüseum mit kleineren Plastiken und teils geheimnisvoll anmutenden Bildern des vielfach ausgezeichneten Fotografen Vincent Munier fortsetzt und die Saarburg seiner französischen Partnerstadt Sarrebourg zu verdanken hat.Die Plastiken kommen ausgesprochen gut an, wie eine kleine Umfrage zeigt. "We love them", sagt der weibliche Teil eines älteren Ehepaars aus Australien, das Deutschland in 25 Tagen erkundet. Beide haben einen Fotoapparat umhängen und zeigen auf ihn und den Doggenkopf. Den werden sie digitalisiert mit nach Hause nehmen. Ein Ehepaar aus Antwerpen mit Kinderwagen lobt die Skulpturen ebenfalls. "Sie sind sehr schön", sagt der Mann auf Französisch. Allerdings glaube er, dass die Kunstwerke in dieser Umgebung nicht so sehr beachtet würden. Er ergänzt: "In Belgien werden solche Ausstellungen in Parks gezeigt, das ist besser." Christina Palm ist eine der wenigen Einheimischen, die an diesem Mittag in der Innenstadt zu finden sind. Sie ist Mitinhaberin des Geschäfts Triskell und meint: "Die Ausstellung bereichert die Stadt." Noch besser fände sie es allerdings, wenn die Stadt es so machen würde wie Sarrebourg und jedes Jahr eine Skulptur kaufen würde. Ansonsten würden die Leute oft fragen, was es mit den Tieren auf sich habe. Palm: "Wir schicken sie dann ins Amüseum."Das ist wohl ganz im Sinne von Sandra Gehlen, Pressesprecherin der Stadt. Sie hat festgestellt: "Die Ausstellung lockt viele Besucher ins Amüseum. Man merkt, dass die Menschen Tiere mögen." Lieblingsobjekte unter den Plastiken draußen hat Gehlen auch schon ausgemacht. Sie sagt: "Jeden Morgen, wenn ich an dem Schimpansen vorbeigehe, gibt es dort ein Fotoposing mit Touristen." Gleiches gelte für den Doggenkopf.Wer eine der Skulpturen mit heimnehmen möchte, kann sie auch kaufen. Die Preise liegen zwischen 1800 Euro und 120 000 Euro für den riesigen Bären. Von Verkaufsinteressenten aus Saarburg weiß Galeristin Marie-Thérèse Boyrié bislang noch nichts, wie sie auf TV-Anfrage erklärt. Sie ist 3000 Kilometer durch Frankreich gefahren, um die Werke für die Ausstellung einzusammeln und hat sie zusammen mit den Bauhofmitarbeitern der beiden Partnerstädte aufgestellt.Alle in der Schau vertretenen Künstler sind bei ihr unter Vertrag, und sie sind alle "international bekannt", wie Boyrié sagt. Die Kontakte zu ihnen hat sie in ihrer Zeit in Paris hergestellt, wo sie 30 Jahre lang gelebt hat. Ihre Galerie führt sie nun in der Nähe von Sarrebourg.Bei der Ausstellung mit Werken von Jivko vom vergangenen Jahr in der Stadt an der Saar hat Boyrié laut eigener Aussage keine der Skulpturen verkauft. Auf die Frage, ob sie dennoch wieder eine Schau dort organisieren möchte, antwortet sie postwendend: "Sicherlich! Das macht mir sehr viel Spaß." Saarburg sei eine wirklich charmante Stadt und der Empfang jedes Mal sehr herzlich. Auch Stadtbürgermeister Jürgen Dixius ist ganz offen für eine weitere Schau. Zu dieser sagt er erstmal: "Wir danken der Galeristin Marie-Thérèse Boyrié und der Stadt Sarrebourg für diese wunderbare Ausstellung."Die Schau "Tiere" ist bis zum 15. Oktober im Amüseum zu sehen. Das Museum ist täglich, außer samstags, von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Eintritt: drei Euro Erwachsene, zwei Euro Jugendliche, 0,70 Euro Kinder.Extra: AUSSTELLUNG IN DER PARTNERSTADT PARALLEL ZUR AUSSTELLUNG "TIERE" IN SAARBURG WIRD IN SARREBOURG DIE GLEICHLAUTENDE SCHAU "ANIMAUX" GEZEIGT. ES SIND ZUM TEIL DIE GLEICHEN KÜNSTLER DORT VERTRETEN. DIE FRANZÖSISCHE AUSSTELLUNG IST BIS ZUM 10. SEPTEMBER UM DEN MARKTPLATZ UND FESTSAAL VON SARREBOURG ZU SEHEN.

„Border Terrier“ von Arnaud Kasper hebt im Museum seine Pfote.
„Border Terrier“ von Arnaud Kasper hebt im Museum seine Pfote. FOTO: (h_sab )
Die größte Skulptur der Ausstellung: „Die Lachse“ von Michel Bassompierre. Sie steht vor dem alten Rathaus. TV-Fotos (7): Marion Maier
Die größte Skulptur der Ausstellung: „Die Lachse“ von Michel Bassompierre. Sie steht vor dem alten Rathaus. TV-Fotos (7): Marion Maier FOTO: (h_sab )
„Border Terrier“ von Arnaud Kasper hebt im Museum seine Pfote.
„Border Terrier“ von Arnaud Kasper hebt im Museum seine Pfote. FOTO: (h_sab )
„Der große Kudu“ von Bernard und Arnaud Bessoud.
„Der große Kudu“ von Bernard und Arnaud Bessoud. FOTO: (h_sab )
Schaut ein wenig grimmig: „Der Schimpanse“ von Bernard und Arnaud Bessoud.
Schaut ein wenig grimmig: „Der Schimpanse“ von Bernard und Arnaud Bessoud. FOTO: (h_sab )
„Die Matriarchin“, ein Werk von Hadrien David.
„Die Matriarchin“, ein Werk von Hadrien David. FOTO: (h_sab )