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Kirche
Jubiläumsfest in Hermeskeil: „Die Kirche gehört zu uns und wir zu ihr“

Ein Straßenfest zum Kirchenjubiläum: Am Pfingstsonntag kommen Mitglieder aus der gesamten Großpfarrei in Hermeskeil zusammen.
Ein Straßenfest zum Kirchenjubiläum: Am Pfingstsonntag kommen Mitglieder aus der gesamten Großpfarrei in Hermeskeil zusammen. FOTO: Ursula Schmieder
Hermeskeil. Etwa 450 Gläubige feiern die Grundsteinlegung von St. Martinus in Hermeskeil vor 150 Jahren mit einem Fest und einer besonderen Pfingstmesse. Für historisch Interessierte gab es ein spannendes Schätzspiel. Von Ursula Schmieder

Beim Sektempfang vor der Kirche drängelten sich am Sonntag die Besucher. Aber auch die feierliche Jubiläumsmesse zur Erinnerung an die Grundsteinlegung vor 150 Jahren hatte bereits viele Gläubige nach Hermeskeil geführt, wie einige zusätzlich aufgestellte Stühle bewiesen.

Etwa 450 Kirchgänger erlebten einen außergewöhnlichen Gottesdienst.  Nicht nur, dass vor dem mit roten Strahlern in Szene gesetzten Altarraum vier Priester die Messe zelebrierten. Unterstützt wurden die Geistlichen von einem Dutzend Messdienern sowie  Sängern des Kirchenchors Sankt Franziskus und des Chors „Ton in Ton“, den Abteier Blechbläsern und Orgelklängen, die den Gottesdienst musikalisch gestalteten.

Gegen Ende der Messe „regneten“ Rosenblütenblätter vom Deckengewölbe der Kirche herab. Pfarrer Clemens Grünebach griff damit eine Pfingst-Tradition der Pantheon-Kirche in Rom auf. Die Blütenblätter, in Sankt Martinus allerdings aus Stoff, symbolisierten „die Feuerzungen, die vom Himmel auf die Jünger herabkommen“. Es ist das Bild vom Heiligen Geist, der sie befähigt, das Evangelium in aller Welt zu verkünden.

Der „Blütenregen“ leitete über zum Straßenfest, das der Kirchen-Förderverein Freunde von St. Martinus mit der Unterstützung von Feuerwehr, THW, Werken, den Karnevalisten von Ruck-Zuck, der Kolpingsfamilie, der Frauengemeinschaft, dem Archiv-Team und dem etwa 20-köpfigen Festausschuss organisiert hatte. Sekt und Saft machten Appetit auf Gulasch und Kuchen.

Während die Stadtkapelle spielte, die Kitas Adolph Kolping und Rosa Flesch ein Kinderprogramm anboten und der Dartclub Beuren ein Turnier ausrichtete, sammelten Schüler bei den Gästen Zettel mit Zahlen ein. Die Besucher durften schätzen, wie viele Kinder seit der Grundsteinlegung 1868 in der Hermeskeiler Kirche getauft wurden. Die richtige Lösung: 12 345 – eine Zahl, die sich leicht merken lässt. Weniger leicht war es, diese Zahl zu ermitteln. Dafür war das Archivteam der Pfarrei St. Franziskus Taufeintrag für Taufeintrag durchgegangen. Die ehrenamtlichen Helfer durchstöberten dafür Taufbücher in Hermeskeil und im Bistumsarchiv.

Das Jubiläumsfest führte Besucher aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft zusammen. Zwei Gusenburger lobten den festlichen Rahmen. Ein solches Festhochamt sei „schon etwas Besonderes“, fand Erich Backes. Josef Jakobs sprach von einer „schönen Messe“, die ihm gut gefallen habe. Für zwei Hermeskeilerinnen spielt die Kirche eine zentrale Rolle: Brigitta Jünemann sagte, sie gehe jeden Sonntag zum Gottesdienst und schaue auch sonst oft rein: „Das gibt mir Kraft, ich fühle mich da geborgen.“ Gerda Dlugay stellte fest: „Die Kirche gehört zu uns und wir zu ihr.“

In einem Festbuch zum Jubiläum widmet sich Autor Dittmar Lauer insbesondere der Geschichte früherer Kirchen in Hermeskeil. Das Buch ist vor Ort im Buchhandel erhältlich.