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Keramikkunst zum Kulturherbstfinale

Der 20. Hermeskeiler Kulturherbst ist vorbei: Doch die am Samstag im Hochwaldmuseum eröffnete Keramikausstellung wird noch drei Wochen länger zu sehen sein. Im Bild: Museumsleiterin Agnes Weiß (Mitte), Künstlerin Martina Tilch (links) und zwei ihrer Keramikfiguren. TV-Foto: Ursula Schmieder
Der 20. Hermeskeiler Kulturherbst ist vorbei: Doch die am Samstag im Hochwaldmuseum eröffnete Keramikausstellung wird noch drei Wochen länger zu sehen sein. Im Bild: Museumsleiterin Agnes Weiß (Mitte), Künstlerin Martina Tilch (links) und zwei ihrer Keramikfiguren. TV-Foto: Ursula Schmieder
Hermeskeil. Mit der Vernissage einer Keramikkünstlerin, einem Unplugged-Konzert und einem Musicaltheater für die ganze Familie ist am Wochenende der 20. Hermeskeiler Kulturherbst zu Ende gegangen. Der Trierische Volksfreund hat bei den Organisatoren nachgefragt, wie die zwölf Veranstaltungen binnen drei Wochen angenommen wurden. Ursula Schmieder

Hermeskeil. Der Schlussspurt des 20. Hermeskeiler Kulturherbsts war beachtlich. Der Auftritt eines Kabarett-Duos entpuppte sich bereits am Donnerstagabend als größter Publikumsmagnet der bekannten Veranstaltungsreihe. Die "Weibsbilder" lockten mit ihrem zweieinhalbstündigen Gastspiel rund 600 Besucher in die sehr gut gefüllte Hochwaldhalle (der TV berichtete).
Programm mit vielen Facetten


Das facettenreiche Programm ist seit jeher das Markenzeichen des Kulturherbsts, was am Wochenende auch beim Finale der 20. Ausgabe deutlich unter Beweis gestellt wurde. Erst spielte am Freitagabend das Trio "Freemann Hertz Irsch" im Mehrgenerationenhaus zum Unplugged-Konzert auf. Dann ging es am Samstag im Hochwaldmuseum künstlerisch weiter. Die Hermeskeilerin Martina Tilch und ihre Kursteilnehmerinnen haben dort eine Keramikausstellung eröffnet, die noch bis zum 20. Oktober zu sehen ist. Märchenhaft und musikalisch war schließlich der Ausklang des 20. Hermeskeiler Kulturherbsts. Die Musicaltheatergruppe Pastorelle inszenierte am späten Sonntagnachmittag - frei nach den Brüdern Grimm - den "Gestiefelten Kater". Insgesamt standen vom 7. bis 30. September zwölf Einzelveranstaltungen auf dem Programm. Dabei wurde unter anderem auch der Mut der Kulturherbst-Macher belohnt, der sich aus einem Arbeitskreis der Stadt rekrutiert. Angelehnt an das rheinland-pfälzische Kultursommer-Motto "Gott und die Welt" wagten sie mit der "Nacht der Kirchen" etwas völlig Neues. Das Experiment führte an zwei Tagen rund 300 Besucher in evangelische und katholische Kirche sowie ins Mehrgenerationenhaus. Dort wurden Improvisationstheater, klassische Musik, Chor- und Instrumentalkonzert sowie ein Workshop geboten. Ein Höhepunkt, die Premiere einer "biblischen Weinprobe", fiel zwar wegen Krankheit des Winzers aus.
Doch Stadtbürgermeister Udo Moser spricht dennoch von einem erfolgreichen Programmpunkt, der "sehr gut angenommen" worden sei.
Auch sonst habe der Kulturherbst generell viel Zuspruch beim Publikum erfahren habe.
Das tröstet etwas darüber hinweg, dass es auch Programmpunkte gab, die vor ziemlich leerem Haus über die Bühne gingen und damit hinter den Erwartungen blieben. So brach das Casino Salon Orchester, eine Formation aus der Region, nur vor knapp 60 Besuchern zu einer musikalischen Zeitreise in die 1920er und 1930er Jahre auf. Moser bedauert das: "Das Konzert war wunderbare Unterhaltung und sowohl instrumental wie stimmlich sehr gut besetzt."
Umso mehr freut er sich, dass mit dem Gastspiel der Weibsbilder ein "kommerzielles Highlight" geglückt sei, das zudem das Publikum restlos begeisterte. Auch beim Vortrag des Abenteurers und Menschenrechtlers Rüdiger Nehberg wurden erwartungsgemäß mehr als 100 Besucher hergeführt. Insgesamt spricht Moser von "durchwachsenen" Besucherzahlen.
Renate Meyer vom städtischen Arbeitskreis Kulturherbst nennt sie hingegen "zufriedenstellend". Mit dem großen Zuspruch für die Weibsbilder habe sich das Gesamtbild erfreulicherweise deutlich verbessert, so Meyers Bilanz.
Auf treue Fans konnten darüber hinaus das Duo Shamrock sowie Liedermacher Marcel Adam und Band bei ihren Kulturherbst-Auftritten zählen.
Kennzeichen der Veranstaltungsreihe ist zudem, dass sie Nachwuchskünstlern ein Podium bietet. So führten die Hermeskeiler Gymnasiasten das von ihnen selbst inszenierte Musical "Coco Superstar" auf, das an zwei Abenden viel Applaus erntete. Auch die noch jüngeren Kinder kamen auf ihre Kosten. Für sie wurde in der Grundschule das Puppentheater "Der kleine Muck" gezeigt.