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Kleiner, aber attraktiver

Die Abbrucharbeiten sind in vollem Gange, doch die Pläne für den Neuanfang schon gemacht. Architekt Hans-Peter Kolz (rechts) und Engelbert Philipp, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, schauen sich an, wie das Hermeskeiler Freibad im Frühjahr 2008 aussehen soll. TV-Foto: Axel Munsteiner
Die Abbrucharbeiten sind in vollem Gange, doch die Pläne für den Neuanfang schon gemacht. Architekt Hans-Peter Kolz (rechts) und Engelbert Philipp, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, schauen sich an, wie das Hermeskeiler Freibad im Frühjahr 2008 aussehen soll. TV-Foto: Axel Munsteiner
Jetzt ist es also so weit: Mit dem Abbruch der alten Anlagen und Becken hat in Hermeskeil die lang ersehnte Sanierung des Freibads begonnen. Rechtzeitig zum Start der Saison 2008 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

Hermeskeil. So mancher Hermeskeiler dürfte bei diesem Anblick schon ein wenig traurig werden und wehmütig in Erinnerungen schwelgen. Seit einigen Tagen machen die Bagger das alte, aber von den Hochwaldstädtern lieb gewonnene Freibad dem Erdboden gleich. Denn der Abbruch der alten, verbandsgemeindeeigenen Anlage steht am Anfang der Arbeiten für die grundlegende, mehr als drei Millionen Euro teure Modernisierung des Bads. Parallel dazu wird nach Auskunft des Architekten Hans-Peter Kolz bereits in den nächsten Tagen mit dem Bau des neuen Technik-Gebäudes begonnen.Verwaltung war an Regularien gebunden

Viele Bürger haben sich in den vergangenen Wochen gefragt: "Warum hat man mit der Sanierung nicht schon im Frühjahr angefangen?" Doch Harald Haubricht, der Bauamtsleiter der Verwaltung, und Engelbert Philipp, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde (VG), versichern: "Es ging wirklich nicht schneller. Wir waren an die Regularien gebunden." Nachdem im Frühjahr die Bewilligung des Landeszuschusses von fast 1,4 Millionen Euro vorlag, mussten zunächst im VG-Rat die entsprechenden Beschlüsse getätigt werden, um das Verfahren zur öffentlichen Auftragsvergabe einzuleiten.Nun aber rollen endlich die Bagger, und wenn alles nach Plan läuft, soll Ende September der Einbau der neuen Edelstahlbecken starten. "Das und die Installation der Wasseraufbereitung sind aber aufwändige Arbeiten, die über den Winter gehen", betont Kolz. Lange Frostperioden und Schnee könnten den Zeitplan also ins Wanken geraten lassen. Dennoch steht die Aussage von Philipp: "Das Ziel ist eindeutig: Zu Beginn der Freibad-Saison 2008 wollen wir fertig sein."Doch wie wird das neue Bad dann aussehen? Fakt ist: Im Vergleich zu früher wird sich die Wasserfläche um zirka 40 Prozent verringern. Das hängt nicht zuletzt mit dem Abschied vom 50-Meter-Becken zusammen, den viele Hermeskeiler, unter anderem der Förderverein "Rettet das Freibad", bedauert haben. Philipp stellt aber diesbezüglich fest: "Da waren uns die Hände gebunden. Das Ministerium hat ganz klar gesagt, dass ein großes Becken nicht bezuschusst wird." In Mainz wird nämlich generell bei der Förderung der Schwerpunkt auf Erlebnisbäder mit kleineren Beckengrößen gelegt. Das hatte Innenminister Karl Peter Bruch bereits im Herbst 2005 bei einem Besuch in Hermeskeil betont.Große Wasserrutsche bleibt erhalten

Als "Erlebnisbad" ist deshalb auch die neue, modernisierte Anlage unterhalb des Schulzentrums konzipiert. Architekt Kolz ist jedenfalls sicher, "dass für einen höheren Freizeitwert einiges getan wird". Dazu gehört selbstverständlich, dass die 110 Meter lange Wasserrutsche als große Attraktion erhalten bleibt. Sonst wird sich am äußeren Bild des Bades aber vieles ändern: So wird es nach der Sanierung vier statt vorher drei Becken aufweisen. Der 560 Quadratmeter große Nichtschwimmerbereich soll als Erlebnisbecken mit Wasserglocke, Spritzpoller, Massage-Düsen und Strandbereich dienen. Zudem hatte der VG-Rat in seiner jüngsten Sitzung einer im Vergleich attraktiveren Variante für das Kleinkinderbecken zugestimmt, das auf zwei Ebenen angelegt und unter anderem mit Spielkanal und kleiner Rutsche ausgestattet wird. Hinzu kommt das nunmehr 25 Meter lange Schwimmerbecken, von dem künftig Sprungturm und das dazugehörige Becken räumlich abgetrennt sind. Zudem werden im Freibad die Außenanlagen komplett erneuert. Vor dem neuen Kiosk-Gebäude wird eine größere Terrasse entstehen, und schließlich bedeutet es für die Besucher ein deutliches Plus, dass im neuen Bad die Umkleide-Kabinen auf einer Ebene mit den Becken liegen und nicht mehr wie früher nur über Treppen zu erreichen sind.