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Klettern und Mutproben im Wildpark

Weiskirchen. Weiskirchen erhält einen Hochseilgarten - das hat Bürgermeister Werner Hero vor einem Jahr beim Empfang der Gemeinde im Haus des Gastes angekündigt. Inzwischen ist viel Wasser den Holzbach hinunter geflossen, aber einen Garten in luftiger Höhe sucht man in Weiskirchen bisher vergebens. Wie weit ist das Projekt gediehen? Wo soll es realisiert werden? Der Verwaltungschef hat Antworten auf die Fragen. Edmund Selzer

Weiskirchen. Für den Weiskircher Bürgermeister Werner Hero ist klar, dass als Standort für einen Hochseilgarten in seiner Gemeinde nur der Wild- und Wanderpark in Frage kommt: "Dieser bietet mit Gastronomie, Parkplätzen, Toilettenanlagen und vielem mehr bereits einen Teil der notwendigen Infrastruktur."
Formale Bestätigungen fehlen



Und der Verwaltungschef vergisst nicht zu erwähnen, "dass eine solche Anlage, die auf einer Fläche von zwei Hektar in den Baumbestand im Wildpark integriert wird, sehr gut zum künftigen touristischen Konzept der Gemeinde passt". Neben dem klassischen Kur- und Gesundheitstourismus müsse verstärkt auf Outdoor-Themen gesetzt werden. Das Konzept sieht laut Hero vor, "dass die Errichtung der Anlage durch die Gemeinde beziehungsweise Hochwaldtouristik (HTG) in Auftrag gegeben
und finanziert wird". Danach werde der schlüsselfertige Hochseilgarten langfristig an einen Betreiber verpachtet. "Die Pachtzahlungen decken dabei mindestens die Kosten der Finanzierung ab, sodass für die Gemeinde keine nennenswerte Belastung entsteht", spricht Hero das Thema Geld
an. Und ergänzt: "Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gemeinde als Eigentümer die langfristige Kontrolle über das Projekt behält." Die Sicherstellung der Finanzierung in Höhe von rund 160 000 Euro, Fördermittelzusagen des Landes, diverse Genehmigungsverfahren, eine Fachfirma zum Bau der Anlage, ein verlässlicher Betreiber, der den Hochseilgarten als Pächter übernimmt - Punkte, deren Bearbeitung nach den Worten des Bürgermeisters "äußerst zeitintensiv und erfahrungsgemäß immer mit Unwägbarkeiten verbunden sind". Erst wenn all dies geregelt sei, könne mit dem Bau losgelegt werden. Trotzdem seien weitgehend alle relevanten Fragen bereits im vergangenen Jahr geklärt gewesen, sodass man eigentlich hätte starten können, erklärt der Verwaltungschef.
Doch dann kam der Rückschlag. "Leider hat in der sprichwörtlich letzten Minute der vorgesehene Betreiber, eine Firma aus Bayern, abgesagt." In kürzester Zeit habe ein neuer zuverlässiger Partner gefunden werden müssen. "Dies ist jetzt gelungen", freut sich Hero. Die Gemeinde und die HTG seien zurzeit mit der "Live Jugendhilfe" aus Thalfang in abschließenden Verhandlungen. Dabei handele es sich um einen eingetragenen Verein, der seriös und Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband sei - und Erfahrung habe.
Er betreibe bereits sehr erfolgreich einen gewerblichen Hochseilgarten in der Nähe des Hunsrückhauses am Erbeskopf. Daher würden die Verantwortlichen die Region Hochwald sehr gut kennen und seien am Standort Weiskirchen hochinteressiert. "Sie freuen sich auf eine langfristige Zusammenarbeit", sagt der Bürgermeister. "Auch wenn bei einigen Zusagen und Genehmigungen noch die formalen Bestätigungen fehlen und natürlich auch der Gemeinderat noch offiziell darüber beschließen muss, besteht doch Zuversicht und der feste Wille, den Hochseilgarten im Sommer 2012 zu eröffnen", sagt Hero.