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Klinkbachbrücke muss saniert werden

Kaum zu sehen, doch schwer beschädigt: Wo eine Stahlplatte (Bildmitte) ein tiefes Loch abdeckt, liegt die zugewachsene Klinkbachbrücke. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Kaum zu sehen, doch schwer beschädigt: Wo eine Stahlplatte (Bildmitte) ein tiefes Loch abdeckt, liegt die zugewachsene Klinkbachbrücke. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Nach der Kollision eines schweren land- oder forstwirtschaftlichen Fahrzeuges mit dem Geländer der Klinkbachbrücke ist die gesamte Konstruktion instabil. Den Verursacher konnte die Polizei nicht ermitteln. Jetzt bleiben die Kosten von etwa 15 000 Euro an der Ortsgemeinde Lampaden hängen.

Lampaden. (doth) Das Geländer ist stark nach außen gebogen. Ein Loch klafft in der Fahrbahn der Klinkbachbrücke. Die gesamte Konstruktion ist instabil und trägt gerade noch das Gewicht normaler Autos. Im Frühsommer war der Fahrer eines land- oder forstwirtschaftlichen Großfahrzeuges mit dem Geländer kollidiert und hatte schweren Schaden angerichtet.

Lampadens Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf ist erbost: "Dieser Schaden hätte von der Haftpflichtversicherung des Verursachers übernommen werden können." Dieser zog es jedoch vor, einfach weiterzufahren. Die Ortsgemeinde sei gegen solche Fälle nicht versichert, klagt Hermesdorf.

So bleiben die von Gutachtern geschätzten Sanierungskosten von gut 15 000 Euro an der Gemeinde hängen, denn eine Anzeige gegen Unbekannt war erfolglos. Die Polizei konnte den Verursacher nicht ermitteln. Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Verfahren inzwischen eingestellt.

"Die gesamte Statik ist gefährdet und ein Teil des Gewölbes in den Bach gestürzt", beschreibt Hermesdorf den Schaden. Eine dicke Stahlplatte dient derzeit als "Lastverteiler", damit der einzige Anlieger ohne Gefahr zu seinem Haus kommt. Ein Ingenieurbüro habe die Brücke jedoch als "dringend sanierungsbedürftig" eingestuft.

Schwarzer Peter bleibt in Lampaden



Kurioserweise beginnt 20 Meter hinter dem Klinkbach die Gemarkung der Ortsgemeinde Schömerich. Der "Schwarze Peter" für die Reparatur bleibt in Lampaden. "Die Ortsgemeinde hat dafür kein Geld, obwohl wir jetzt 27 Bauplätze im Neubaugebiet verkauft haben und 120 000 Euro mehr einnehmen als im Haushalt steht", erklärt der Ortschef. Dieses Geld fließe jedoch in die Refinanzierung des Baugebietes, sei also verplant.

Der Ort ist trotz des Verkaufserfolges dann immer noch mit weit über 220 000 Euro verschuldet. "Die Gewerbesteuer brach ein, die Umlagen drücken und es gibt kaum noch Zuschüsse und Bedarfszuweisungen", zählt Hermesdorf die Ursachen der Misere auf.

Und jetzt dieser Schaden an der Brücke. Die Ratsmitglieder zögerten in ihrer jüngsten Sitzung damit, dafür gleich einen Nachtragshaushalt zu beschließen. Vielmehr wurde die Verbandsgemeindeverwaltung damit beauftragt, die kostengünstigste Alternative zu einer gemauerten Rundbogenbrücke zu finden.

Die Zeit drängt, denn der einzige Anlieger, der wirklich hier durch muss, bekommt vielleicht schon bald eine Gaslieferung für seine Heizung. Und dann sollte die Brücke wieder einen schweren LKW tragen.