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Koblenzer Straße wird wieder Großbaustelle

Blick in die Koblenzer Straße in Hermeskeil. Ein Teilstück von ihr gehört zum Innenstadtring. Dort verläuft der Verkehr noch zweispurig. Das wird sich aber ändern. TV-Foto: Axel Munsteiner
Blick in die Koblenzer Straße in Hermeskeil. Ein Teilstück von ihr gehört zum Innenstadtring. Dort verläuft der Verkehr noch zweispurig. Das wird sich aber ändern. TV-Foto: Axel Munsteiner
Hermeskeil. Auf einer der wichtigsten Verkehrsadern in Hermeskeil kehren voraussichtlich ab Frühjahr 2015 die Bagger zurück. Der Ausbau der Koblenzer Straße (B 327) wird auf dem 530 Meter langen Teilstück zwischen der Stichstraße in Höhe der Hausnummer 51 bis zur Einmündung Züscher Straße fortgesetzt. Autofahrer müssen sich nicht nur auf eine Vollsperrung einstellen. Nach Abschluss der Arbeiten gilt auch eine geänderte Verkehrsführung. Axel Munsteiner

Hermeskeil. Über 12 500 Fahrzeuge rollen täglich über die Koblenzer Straße, wie die Bundesstraße (B) 327 innerhalb von Hermeskeil heißt.
Vom Stadteingang bis zur Stichstraße in Höhe der Hausnummer 51 wurde sie bereits inklusive Kanal und Wasserleitungen auf Vordermann gebracht. Diese Bauarbeiten gingen von Frühjahr 2011 bis Sommer 2012 über die Bühne. Schon damals war klar: Auf diese erste Etappe würde irgendwann der zweite Bauabschnitt weiter in Richtung Innenstadt folgen. Inzwischen sind die Planungen für dieses nächste Teilstück weit vorangeschritten. Sie liegen in den Händen des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier. Auf TV-Anfrage sagt der stellvertretende Behördenleiter Hans-Michael Bartnick, dass die Arbeiten auf der insgesamt 527 Meter langen Ausbaustrecke voraussichtlich im Frühjahr 2015 beginnen. "Zuvor muss noch in diesem Jahr Baurecht erlangt und die Ausschreibung vorbereitet werden", sagt Bartnick. Auch der zweite Bauabschnitt ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Hermeskeiler Verbandsgemeindewerken. Sie nutzen die Erneuerung der Fahrbahn dazu, im Untergrund die Rohre für Wasser und Abwasser zu erneuern und neue Hausanschlüsse herzustellen.

Wo wird gebaut? Vom bisherigen Ausbau-Ende an der Stichstraße Koblenzer Straße (Hausnummer 51) werden die Arbeiten zunächst im unteren Bereich fortgesetzt. Im weiteren Verlauf führt die kommende Baustelle an einem neuralgischen Punkt - dem Krankenhaus - vorbei. Auch der dortige Parkplatz an der Ecke zur St.-Josef-Straße wird umgestaltet (siehe Extra). Von der Ecke St.-Josef-Straße geht es weiter berghoch und damit auf den bisher zweispurigen Innenstadtring.
Die Koblenzer Straße (B327) endet an der Einmündung zur Züscher Straße (L 165). Ab dort wechselt die Straße nicht nur ihren Namen (Saarstraße). Für diesen Teil des Innenstadtrings gibt es auch einen anderen Baulastträger. Die Saarstraße ist eine Landesstraße, die Koblenzer Straße eine Bundesstraße.

Die voraussichtliche Bauzeit: Laut LBM werden die Arbeiten in mehrere Etappen eingeteilt. "Infolge der Tiefbauarbeiten der Werke ist erfahrungsgemäß mit einer Bauzeit von über einem Jahr zu rechnen, also bis 2016 hinein", sagt Bartnick.

Die neue Verkehrsführung: Auf dem Teilstück der Koblenzer Straße zwischen Züscher Straße und St. Josef Straße - also an der Volksbank vorbei - wird es künftig nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Fahrspur geben. "Wir waren ja mehrheitlich der Meinung, dass der Feldversuch gelungen war", sagt Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU). Zur Erinnerung: Im Sommer 2013 hatte der LBM drei Monate lang in einer Testphase geprobt, wie sich der Rückbau auf eine Spur in der Praxis auswirkt.
Die Fußgängerampel am Übergang Züscher Straße/Eingang Fußgängerzone bleibt bestehen. Sie wird aber wohl etwas in Richtung Volksbank versetzt. Auf der Saarstraße wird es weiter zwei Spuren geben. Vor der Einmündung Züscher Straße müssen sich die Autofahrer orientieren, ob sie sich links halten und weiter Richtung Koblenzer Straße fahren und damit auf dem Ring bleiben. Wer sich rechts hält, kann von dort Richtung Züscher Straße beziehungsweise Martinusstraße und Gewerbegebiet abbiegen.

Auswirkungen für Autofahrer: Eins ist klar: Die Bauarbeiten werden zu größeren Behinderungen führen. Denn, so Bartnick: "Es ist davon auszugehen, dass eine Vollsperrung für den Durchgangsverkehr unumgänglich wird." Das hängt unter anderem damit zusammen, dass der Platz in der Koblenzer Straße teilweise eingeschränkt ist. So ist es nicht an allen Stellen möglich, dass die Fahrbahn auf sechs Meter Breite ausgebaut wird. Welche Umleitungsstrecken eingerichtet werden, ist noch offen. Konkret werde das erst in der Phase der Ausschreibungsvorbereitungen festgelegt, sagt Bartnick.
Auch VG-Werkleiter Andreas Schmitt sagt: "Es gibt da momentan noch verschiedene Überlegungen und Abstimmungsbedarf."
Extra

Beim Ausbau der Koblenzer Straße sind der Bund, die Hermeskeiler VG-Werke und die Stadt finanziell mit im Boot. Laut Marc Kuhn vom LBM werden derzeit Gesamtkosten für die Erneuerung der Fahrbahn und der Gehwege auf etwa eine Million Euro geschätzt. Den Anteil des Bundes beziffert er auf 630 000 Euro. Die Stadt muss etwa 370 000 Euro schultern. Hinzu kommt für die Stadt, dass sie auch die Umgestaltung des Parkplatzes am Krankenhaus trägt. Dieses Projekt schlägt mit etwa 240 000 Euro zu Buche. Die Hermeskeiler VG-Werke bezahlen die neuen Wasser- und Abwasserrohre, die unter der Straße erneuert werden. Nach Auskunft von Werkleiter Andreas Schmitt wird dafür ebenfalls rund eine Million Euro investiert. ax