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| 15:57 Uhr

Tourismus
Köche servieren Brennnessel-Knödel und Fichten-Eis

Auf den Wiesen im Hochwald und an der Saar wachsen viele essbare Pflanzen. Wie man diese Wildkräuter in der Küche vielfältig einsetzen kann, zeigen vom 19. Mai bis 3. Juni Gastronomen der Saar-Hunsrück-Region.
Auf den Wiesen im Hochwald und an der Saar wachsen viele essbare Pflanzen. Wie man diese Wildkräuter in der Küche vielfältig einsetzen kann, zeigen vom 19. Mai bis 3. Juni Gastronomen der Saar-Hunsrück-Region. FOTO: Naturpark Saar-Hunsrück/Martina Zipf / Martina Zipf
Kell am See/Mannebach. Neues Angebot in der Saar-Hunsrück-Region: 18 Betriebe bieten zwei Wochen lang Gerichte mit Wildkräutern an. Bei Wanderungen erklären Experten die Vorzüge von Spitzwegerich & Co. Von Christa Weber
Christa Weber

Sie wachsen im Wald, auf Wiesen oder am Wegrand. Viele Menschen beachten sie kaum, manche halten sie sogar für „Unkraut“. Dabei sind Wildkräuter vielfältig nutzbar. Einigen wird eine vitalisierende Wirkung nachgesagt. Sie werden seit Jahrhunderten eingesetzt, um zu heilen oder Schmerzen zu lindern. Aber auch die Kräuterküche ist auf dem Vormarsch. Immer häufiger finden sich Löwenzahn, Brennnessel und Hirtentäschel in Rezepten für Salate, Suppen, Saucen, Dips oder Pesto.

Genau solche Rezepte stehen ab Samstag, 19. Mai, auf den Speisekarten von 18 Gastronomen in der Saar-Hunsrück-Region (siehe Info). Unter dem Titel „Kräuterküche“ wollen sie ein Bewusstsein für die heimischen Produkte schaffen und außerdem Touristen entlang des Saar-Hunsrück-Steigs für die Region begeistern. Zu diesem Zweck haben Betriebe und lokale Tourismusexperten schon vor längerer Zeit Kulinarikwochen entwickelt, bei denen mal die Kartoffel, mal der Fisch, mal das Wild im Fokus stehen. Die „Kräuterküche“ ist 2018 neu im Programm, ebenso wie die Reihe „Omas Küche“, für die im Januar alte Rezepte aus Großmutters Zeiten wiederbelebt wurden.

„Die Kräuterküche ist ein weiterer Baustein, mit dem wir beweisen wollen, dass unsere Region kulinarisch das ganze Jahr über etwas zu bieten hat“, sagt Walburga Meyer, Leiterin der Touristinformation in Kell am See. Zudem könne man damit zeigen, dass es „nicht nur herzhaft und deftig“ zugehe, sondern auch „die leichte moderne Küche wunderbar mit regionalen Produkten kombiniert“ werden könne. Was die Gastronomen anbieten, stammt entweder von Produzenten aus dem Raum Saar-Hunsrück oder aus dem eigenen Kräutergarten.

Die Organisatoren sind laut Meyer selbst gespannt, wie das neue Thema „einschlägt“. Wegen der kreativen Gerichte, die bis zum 3. Juni angeboten würden, sei man jedoch überzeugt, dass es ähnlich gut laufen werde wie die bisherigen drei Reihen in diesem Jahr. Auf den Speisekarten stehen unter anderem Wildkräutersalate, hausgemachte Kräuterbutter und Fisch mit Kräutergarnitur. Das Landhaus am Kirschbaum in Morbach serviert zum Beispiel in einem Drei-Gänge-Menü Brennnesselknödel und Fichtentrieb-Eis.

Koordiniert werden alle sechs Kulinarikwochen vom Wanderbüro Saar-Hunsrück in Losheim. 2018 wird dafür erstmals gebündelt in einem Kulinarikkalender geworben. Darin sind zu jedem Angebot die beteiligten Restaurants aufgelistet (siehe Info), aber auch ein Rahmenprogramm zum Thema. Am Samstag, 19. Mai, starten beispielsweise Kräuterwanderungen rund um Greimerath und Mannebach. Bei Letzterer, die bereits ausgebucht ist und über den Naturpark Saar-Hunsrück organisiert wird, begleitet Kräuterpädagogin Klaudia Landahl die Teilnehmer. „Wir leben mittlerweile fast abgetrennt von der Natur“, sagt die Kräuterexpertin. Wieder eine gewisse Naturverbundenheit herzustellen, funktioniere besonders gut über das Kennenlernen von Pflanzen.

Bei dem Spaziergang rund um Mannebach erzähle sie über die Pflanzen, die sie unterwegs vorfinde. „Jetzt im Frühjahr gibt es Kräuter mit vielen Bitterstoffen, die richtig schön die Frühjahrsmüdigkeit aus dem Körper treiben.“ Auf einer Wiese finde sie „im Handumdrehen vielfältige Zutaten für einen schönen Salat“, sagt Landahl. Heutzutage sei allerdings vieles, was frühere Generationen in der Küche verwendet hätten, kaum noch bekannt. „Wenige wissen, dass Brennnesseln 30 mal mehr Vitamin C haben als ein Kopfsalat.“ Oder dass der Giersch, der im Garten wuchert, viele Mineralien enthalte und gut sei, um Harnsäure aus dem Körper zu lösen.

Mittlerweile gebe es sogar Spitzenköche, die sich intensiv mit Wildkräutern beschäftigten.

An ihren Wanderungen, sagt Landahl, nähmen inzwischen mehr Männer und vermehrt auch jüngere Leute teil.

Das Thema über eine Kulinarikreihe aufzugreifen, hält sie für eine gute Idee: „Es ist unglaublich spannend, wie viel man mit Kräutern machen kann.“