| 18:14 Uhr

Lampaden
Lampadener setzen auf Hochwasserschutz

Jede Menge Natur steht für das Projekt zur Verfügung.
Jede Menge Natur steht für das Projekt zur Verfügung. FOTO: Hans Muth
Lampaden. Die Gemeinde Lampaden plant die Renaturierung des „Seiwisstals“ am Ortsrand. Derzeit wird der Förderantrag formuliert, um Landeszuschüsse für das Projekt zu sichern. Von Hans Muth

Vom Ortsrand in Lampaden unterhalb des Dorfplatzes breitet sich das Seiwissbachtal durch Wiesen und Felder in Richtung der Ruwer aus. Der aus dem Ort unterirdisch kommende Bach tritt unterhalb der letzten Häuser mit starkem Gefälle aus der Verrohrung aus und führt bei Starkregen Unmengen von Oberflächenwasser mit sich. Die Gemeinde zieht eine Renaturierung des Baches mit seinem Umfeld in Betracht. Dabei müssten die Anlieger mitspielen.

Für das Projekt will die Ortsgemeinde den Zuschusstopf der Aktion Blau Plus bemühen, mit der das Land die Renaturierung fließender Gewässer fördert (der TV berichtete). Laut Architekt Hubert Schu spielen dabei auch Aspekte wie Hochwasserschutz, der Erhalt wertvoller ökologischer Systeme sowie die Steigerung der Lebensqualität im Ort eine Rolle. Wichtig für eine Förderzusage sei, dass sich die Bürger aktiv beteiligten.

„Durch die öffentliche Versammlung im Januar konnten sich bereits im Vorfeld alle Anlieger über das Vorhaben informieren. Und sie können auch jederzeit gerne auf uns zukommen“, sagt der Beigeordnete Andreas Herbster. „Wir werden aber auch selbst gezielt auf die Anlieger zugehen.“ Dies sei bisher noch nicht geschehen. „Es handelt sich um eine größere Anzahl von Eigentümern“, erläutert Ortsbürgermeister Martin Marx. Diese alle unter einen Hut zu bekommen, sei eine Herausforderung. „Wir sind momentan an dem Punkt, den Förderantrag fertigzustellen“, sagt Herbster. „Der Antrag muss bis zum 30. Juni eingereicht werden, um noch eine Chance auf die 90-prozentige Förderung zu erhalten.“ Im Vorfeld habe man ihnen mitgeteilt, dass künftig keine so hohen Förderungen mehr möglich sein werden und diese sich eher im Bereich von 50 bis 60 Prozent einpendeln würden. Der Antrag habe deshalb absolute Priorität und müsse jetzt möglichst schnell fertiggestellt werden. Waltraud und Bernd Zonker wohnen unmittelbar am Beginn des geplanten Projekts. Dort führt das erwähnte Abwasser-Rohr mit einem Durchmesser von etwa 40 Zentimetern das in der Ortsmitte anfallende Oberflächenwasser hinab in einen in sich verschlungenen schmalen Bachlauf. Ein Mangel, auf den bereits mehrfach hingewiesen worden sei. „Bei starkem Regen schießt das Wasser mit einem großen Strahl aus dem Rohr in dieses kleine Bachbett, dessen Krümmung das Wasser nicht führen kann“, sagen die beiden. Eine Überschwemmung der Flächen unterhalb der letzten Häuser sei, wenn hier nichts Überlegtes geschehe, auch in Zukunft nicht zu vermeiden.

„Wir sind nicht gegen die Renaturierung, sagt Bernd Zonker. „Im Gegenteil. Aber hier muss eine adäquate Lösung gefunden werden, beispielsweise eine Verbreiterung und Begradigung des Bachbettes, um die derzeit bestehende Bachbettkrümmung aus dem Weg zu räumen. Damit wäre meiner Meinung dieses Problem gelöst.“