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Luxemburger Pferdezüchter investiert im Hochwald

Ortsbürgermeister Manfred Köhl (rechts) sieht den am Ortsrand von Beuren entstehenden Pferdezuchtbetrieb von Investor Raymond Henschen als Bereicherung für das Dorf. TV-Foto: Ursula Schmieder
Ortsbürgermeister Manfred Köhl (rechts) sieht den am Ortsrand von Beuren entstehenden Pferdezuchtbetrieb von Investor Raymond Henschen als Bereicherung für das Dorf. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die luxemburgische Reiterfamilie Henschen-Haas hat in Beuren mit dem Bau eines Pferdezuchthofs begonnen. Véronique Henschen, dreimalige Luxemburgmeisterin, will dort Pferde für den internationalen Dressursport züchten.

Beuren. (urs) Das Gerippe der Reitsporthalle - 60 Meter lang und 21 Meter breit - ist bereits errichtet. Drumherum werden sich im Beurener Flürchen ein 6300 Quadratmeter großer Dressurplatz, ein Wohnhaus und Boxen für 20 Pferde gruppieren. Außerdem sind sogenannte Paddocks, eingezäunte Auslaufflächen, auf dem 42 000 Quadratmeter großen Gelände geplant.

Das Gelände mit den Bauten gehört der luxemburgischen Familie Henschen-Haas. Die Eröffnung ihres privaten Pferdezuchtbetriebs fasst Investor Raymond Henschen für Frühjahr 2011 ins Auge. Zwei Millionen Euro wird der Luxemburger in den Pferdezuchthof investieren. Ziel ist die Aufzucht von Reitpferden für den nationalen und internationalen Dressursport.

Grund für den Bau der Anlage ist seine Tochter Véronique. Die dreimalige Luxemburger Dressur-Landesmeisterin und mehrfache Finalteilnehmerin bei den Dressur-Europameisterschaften wird in Beuren die Ausbildung der Pferde übernehmen. "Véro nique wird das nötige Talent und die Erfahrung in den Betrieb einbringen", sagt ihr Vater, der seit 15 Jahren Pferde züchtet. Die Entscheidung der Reiterfamilie Henschen-Haas, in Deutschland zu investieren, begründet der Steuerberater mit der erfolglosen Grundstückssuche in Luxemburg. Dort habe er kein größeres zusammenhängendes Areal finden können. Außerdem seien die Grundstückspreise sehr hoch. Ein Kunde habe ihm dann den Tipp gegeben, es in Beuren zu versuchen, wo er bei Ortsbürgermeister Manfred Köhl auf offene Ohren traf. Der Verkauf von Gemeindeland ebnete den Weg für die Ansiedlung des landwirtschaftlichen Betriebs. "Diese Pferdezucht nach Beuren zu bekommen ist für den Ort eine große Bereicherung", sagt Köhl. Außerdem werde die Investition den Bemühungen der Gemeinde für ein Energiedorf Beuren zugutekommen. Denn auf dem Dach der Reitsporthalle sollen ergänzend zur Flüssiggasheizung Solarzellen montiert werden.

Köhl ist daher froh, dass der Gemeinderat die Investitionsabsichten unterstützt. Allerdings habe es von der Antragstellung bis zur Baugenehmigung schon einige Zeit gebraucht. Der Investor habe viele Auflagen, vor allem im Natur- und Wasserschutz, erfüllen müssen und dafür viel Geld ausgegeben. Als Beispiel nennt Köhl eine für das Gelände geplante Entmistungs- und Kläranlage, die eine der modernsten Anlagen Deutschlands sei.