| 21:12 Uhr

Märsche, Musicals und viel Lob aus Berlin

FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Hermeskeil. Mit der besten Musik aus 500 Jahren USA ist die Stadtkapelle Hermeskeil den Erwartungen mehr als gerecht geworden. Beim Themenkonzert boten die Musiker einen Mix aus Blues, Swing, Musicals und Filmmusik. Ursula Schmieder

Hermeskeil. Wer das Finale verpasst hat, hatte das vorangegangene Konzert nicht wirklich erlebt: Denn gegen Ende drehten die etwa 50 Musiker der Stadtkapelle Hermeskeil noch einmal richtig auf. Als Erstes mit dem Stück "Stars and Stripes forever", 1896 von John Philip Sousa komponiert und quasi der Marsch der "alten Kameraden der USA", wie Vorsitzender Stefan Eiden erläuterte.
In der von etlichen Besuchern geforderten Marsch-Zugabe gab es mehrere hervorragende Leistungen. Darunter die von zwei Piccolo-Flöten, deren Part das Publikum mit spontanem Zwischenapplaus honorierte. Danach tobten sich zu Hoote-Nanny von Harold Laurence Walters noch einmal sämtliche Register - allen voran die Posaunen - aus. Gruppenweise sprangen die Musiker auf - mal Trompeter, mal Saxofon, mal Klarinettisten - und spielten. Die Besucher des von Dirigent Gerhard Piroth geleiteten Themenkonzerts USA überzeugten sie damit vollends. Ein Ehepaar aus Berlin konnte kaum glauben, dass die Stadtkapelle ein Laienensemble ist. Die präsentierte Leistung habe sie "total überrascht", gestanden Juliane und Hans-Dieter Löbl. Albert Sandig aus Wuppertal, ebenfalls zu Besuch in der Region, war beeindruckt "vom Klang der Zugposaunen, und wie die Musiker gesteigert haben". Für Birgit und Hans Ulmen aus Hermeskeil war all das weniger überraschend. Sie lassen sich kaum ein Konzert der Kapelle entgehen, in der ihr Sohn spielt. Als Schlagzeuger ist er Mitglied der orchestereigenen Showgruppe.
Zur Entscheidung, das Themenkonzert den USA zu widmen, erklärt Musikerin Sophie Schäfer, dass sie ursprünglich Südamerika mit einbeziehen wollten. Doch die Auswahl an Blues, Swing und Filmmusik oder Musicals wie Hair und West Side Story sei riesig gewesen. Davon zeuge die "Best of"-Auswahl mit Stücken von Herb Alpert, Frank Sinatra, Glenn Miller oder Ennio Morricone. "Und die Musik macht auch allen Spaß", nennt sie einen weiteren wichtigen Grund für "ein sehr junges Orchester".
Das nächste Gastspiel der Stadtkapelle ist am Donnerstag, 4. Juni, anlässlich des kirchlichen Feiertags Fronleichnam. Am 28. Juni spielen die Musiker beim Rheinland-Pfalz-Tag in Ramstein sowie am ersten Juli-Wochenende beim Schützenfest in Lippstadt. Die nächsten Termine in Hermeskeil sind Mitte Juli: ein Kirchenkonzert am Freitag, 10. Juli, und tags darauf zur Eröffnung der 46. Stadtwoche, die erstmals als Stadtfest durchstartet, sowie am Donnerstag, 16. Juli, auf dem Hermeskeiler Volksfest.
In der Stadtkapelle spielen derzeit etwa 60 Musiker, in der Jugendkapelle weitere 30 bis 40 zwischen elf und 18 Jahren. Inter essierte können bei den Proben - jeweils mittwochs, 18 bis 20 Uhr - in der der Grundschulturnhalle vorbeischauen.