| 20:35 Uhr

Malu Dreyer soll Beuren helfen

Windkraft ist für viele Gemeinden ein lukratives Geschäft: Auch die Beurener wollen eine Anlage bauen. Foto: AGS
Windkraft ist für viele Gemeinden ein lukratives Geschäft: Auch die Beurener wollen eine Anlage bauen. Foto: AGS
Beuren. Die Mainzer Regierungschefin Malu Dreyer wird in einem Schreiben des Beurener Ortsbürgermeisters Manfred Köhl aufgefordert, ihre politische Macht einzusetzen, damit die Energiewende nicht gefährdet wird. Der Ortschef kämpft mit seinem Rat seit 15 Jahren für einen Windpark. Herbert Thormeyer

Beuren. Die von Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel geplante Gesetzesinitiative zur Energiewende hat den Beu rener Ortsbürgermeister Manfred Köhl dazu veranlasst, sich schriftlich an Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu wenden.
Mast für Mopsfledermaus


"Die Ortsgemeinde Beuren ist seit 15 Jahren, bestrebt Windkraftstandort zu werden", erklärt Köhl. Der Investor, mit dem die Ortsgemeinde bereits einen Vertrag abgeschlossen hat, die Stadtwerke Trier (SWT), habe bereits 350 000 Euro für Naturschutzgutachten ausgegeben.
Aktuell kommen weitere 140 000 Euro für einen Mast dazu, mit dessen Hilfe die Aktivitäten der Mopsfledermaus dokumentiert werden sollen.
Manfred Köhl fordert in seinem Papier verlässliche Rahmenbedingungen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen und spricht sich für die dezentrale Energieerzeugung aus. Angeprangert wird die Diskrepanz der Stromkosten zwischen privaten Haushalten (6,24 Cent pro Kilowattstunde) und energieintensiven Unternehmen wie etwa Stahlwerken (0,05 Cent pro Kilowattstunde).
"Nur Standorte auf Gemarkungen von Gemeinden sichern nachhaltige Einnahmen", sagt der Ortschef. Durch Gabriels Pläne, beispielsweise den Offshore- Ausbau der Windkraft zu fördern, sieht der Ortsbürgermeister nicht hinnehmbare Auswirkungen auf die Kommunen zukommen, die fast keine Windtürme mehr bauen dürften. "Immer höhere Hürden sind bei den Genehmigungsverfahren aufgebaut worden", klagt Köhl und verlangt Ausnahmeregelungen mit Übergangsfristen. Malu Dreyer wird gebeten, das Schlimmste zu verhindern, damit es sich auch für Gemeinden als Windkraftstandort noch lohnt, sich für erneuerbare Energien einzusetzen. Eine Antwort aus Mainz steht noch aus.