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Mandern schafft Platz für neue Häuser

Mandern. Der Ortsgemeinderat Mandern plant große Projekte. Der Dorfladen ist noch nicht eröffnet, schon sind weitere Vorhaben in Sicht. Durch ein Neubaugebiet will der 1000-Einwohner-Ort weiter wachsen. Für ältere Menschen will die Gemeinde ein Angebot für Betreutes Wohnen schaffen. Ins Geld geht auch der Ausbau von Straßen. Herbert Thormeyer

Mandern. Der Manderner Ortsbürgermeister Tim Kohley hat derzeit gut lachen. Dank Steuerrückzahlungen der Firma Bilstein von rund 300 000 Euro ist der Haushalt deutlich im Plus. "Das Geld brauchen wir auch, denn wir haben diesmal große Pläne", kündigt der Ortschef an.
Im Ergebnishaushalt, in dem die Erträge mit den Aufwendungen verrechnet werden, zeigt sich ein Plus von circa 147 000 Euro. Im Finanzhaushalt, der die tatsächlichen Finanzströme abbildet, sind es sogar 230 840 Euro. "Gut ist, dass in der Rückerstattung von Bilstein 80 000 Euro Zinsen enthalten sind, die von der Umlage von Kreis und Verbandsgemeinde ausgenommen sind", freut sich Kohley. Dieses Geld darf Mandern also behalten.
Dafür hat das Dorf aber auch stattliche Pläne. Rund eine Million Euro soll in die Ausweisung des Neubaugebietes Schneiderspfädchen gesteckt werden. 19 Baustellen sollen hier entstehen. "Derzeit haben wir bereits sechs verbindliche Reservierungen von Bauherren, ohne dass wir Reklame dafür gemacht haben", staunt Kohley. Fertig geplant ist das Gebiet bereits, das 2016 erschlossen werden soll.
Renovierung des Kindergartens


Rund 110 000 Euro werden in die Renovierung und den Umbau des Kindergartens fließen. "Davon trägt jedoch die Hälfte Waldweiler, weil von dort auch Kinder die Einrichtung besuchen", erklärt Kohley.
Richtig teuer wird es jedoch wieder bei der Sanierung der Schulstraße mit 583 000 Euro und Im Flürchen mit 345 000 Euro. Hier werden jedoch Anliegerbeiträge fällig. Wie hoch die sind, und wofür und wann gezahlt werden muss, wird in einer rechtzeitig anberaumten Anliegerversammlung detailliert erklärt.
Die Schulstraße ist jedoch ein Sonderfall. "Sie führt zur Schule und zum Kindergarten und gleich in zwei Neubaugebiete. Sie ist also einer Hauptstraße ähnlich", sagt der Ortschef. Deshalb wird für den Ausbau ein Landeszuschuss beantragt, der wiederum die Anlieger bei ihren Beiträgen entlastet.
Ein anderes Großprojekt, Betreutes Wohnen für die ältere Generation, steht weiter auf der Tagesordnung. 30 000 Euro stehen dafür im Haushalt. Die leerstehenden Häuser Ecke Hans-Bilstein-/Hauptstraße werden dafür abgerissen. Ein Investor wurde gefunden, der eine neue, seniorengerechte Wohnanlage an gleicher Stelle errichten will. "Als Betreiber haben wir die Caritas gewinnen können", freut sich Kohley. Wie viel Plätze es darin geben wird, ist noch offen. Das Projekt soll für die Ortsgemeinde weitgehend kostenneutral bleiben. "Dennoch wollen wir nicht warten, bis uns der demografische Wandel einholt, sondern vorher reagieren", sagt der Ortschef.
Der neue Dorfladen inklusive Mehrzweckraum und Gemeindebauhof ist ausfinanziert. Im November ist Eröffnung. Dann wird ganz groß gefeiert. Der für dieses Projekt nötige Umbau eines alten Hauses in der Schulstraße hat 850 000 Euro gekostet (der TV berichtete mehrfach).
Weiterhin können noch Anteilsscheine bei der Ortsgemeinde erworben werden. Durch die Organisationsform der Genossenschaft kann jedermann Ladenbesitzer werden.