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Mini-Kraftwerk im Kindergarten

Wenn Jungen und Mädchen ein Mini-Kraftwerk belagern: "Dachs" heißt der Markenname der neuen, grünen Energiebox, die Wärme und Strom für den Reinsfelder Kindergarten erzeugt. TV-Foto: Axel Munsteiner
Wenn Jungen und Mädchen ein Mini-Kraftwerk belagern: "Dachs" heißt der Markenname der neuen, grünen Energiebox, die Wärme und Strom für den Reinsfelder Kindergarten erzeugt. TV-Foto: Axel Munsteiner
REINSFELD. (ax) Den meisten Gemeinden einen Schritt voraus ist Reinsfeld, wenn es um die Einsparung von Energiekosten geht. Nach dem Bürgerhaus wurde jetzt auch in einem zweiten gemeindeeigenen Großgebäude, dem Kindergarten, ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen.

Der "Dachs" steht hinter einer Holzverkleidung versteckt neben dem Haus, er bläst eine kleine Dampfwolke in die Luft, macht kaum Krach, spart der Gemeinde aber bares Geld. Letzteres freut vor allem den Ortsbürgermeister. Für Rainer Spies (SPD) ist der "Dachs" eine "prima Sache, die unserer Gemeinde viele Vorteile bringt und außerdem wegen des hohen Wirkungsgrades ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz ist". Der "Dachs", das ist das Blockheizkraftwerk, das im Reinsfelder Kindergarten installiert und mittlerweile in Betrieb genommen wurde. Das Besondere an der kompakten, 500 Kilo schweren Energiebox in Grün: Sie erzeugt nicht nur Wärme, sondern auch Strom. "Kraft-Wärme-Kopplung" nennen das die Fachmänner. Anders als im Bürgerhaus - wo schon seit längerer Zeit eine solche Anlage läuft - wird im Kindergarten jedoch kein Rapsöl als Brennstoff benutzt. Dort kommt vielmehr weiterhin Erdgas, das von den Stadtwerken Trier geliefert wird, als Energieträger zum Einsatz. Allerdings wurde "klassische" Kessel jetzt durch das moderne Mini-Kraftwerk ersetzt. 1000 bis 1200 Euro wird die Gemeinde jährlich an Stromkosten sparen, 600 bis 700 Euro weniger werden es beim Wärmepreis sein", rechnet Ralf Stüber von der Firma "Encon" vor. Das ist aber nicht der einzige Vorteil für die Kommune: "Wir mussten für die Anschaffung der Anlage nichts investieren und haben keinen Wartungsaufwand", betont Spies. Dafür ist der Reinsfelder Unternehmer als Inhaber des Blockheizkraftwerks verantwortlich. Aber auch für Stüber rechnet sich die rund 32 000 Euro teure Anlage im Kindergarten. Denn den überschüssigen Strom, den der "Dachs" erzeugt, kann er ins Netz der RWE einspeisen und erhält dafür eine Vergütung. Hinzu kommt das Geld, das ihm die Ortsgemeinde für die Wärme- und Stromlieferung zahlt.Neue Energieprojekte schon in Planung

Schon jetzt denkt die Gemeinde aber bereits an neue Projekte in punkto Energie: Laut Spies wird beispielsweise im Rat über ein neues Konzept nachgedacht, um von den hohen Energiekosten in der Kulturhalle herunterzukommen. Im Gespräch sei zudem, dass im Neubaugebiet "Flachsheide II" alternative Energieformen zum Einsatz kommen. Spies könnte sich diesbezüglich "eine besondere Lösung in Verbindung mit Biogas" vorstellen, fügt jedoch hinzu: "Diese Überlegungen stecken noch in den Kinderschuhen." Greifbarer ist hingegen ein Vorhaben auf dem Gemeinde-Bauhof. Auf dem Dach des Gebäudes wird derzeit nämlich eine über 200 Quadratmeter große Fotovoltaik-Anlage zur Energiegewinnung installiert.