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Mit einem Lächeln auf den Lippen

Heddert. Es wurde oft über das ehrenamtliche Engagement und die Leistungen der Not- und Katastrophenhilfe Heddert-Schöndorf in der Ukraine und Rumänien berichtet. Anlässlich des zehnten Jubiläums der Institution hatten sich Gäste aus beiden Ländern angesagt, um der Truppe um Klaus Stüber ihren Dank auszusprechen. Hans Muth

Heddert. Hedderter Kirmes und das Jubiläumsfest des NoKa, wie die Truppe kurz genannt wird, sind in diesem Jahr zusammengefallen. Doch es herrschte an diesem Sonntagnachmittag keine Wiesn-Stimmung im Festzelt. Das, was sich dort abspielte, war geprägt von Rührung, Dankbarkeit und Stolz über das, was man bislang gemeinsam erreicht hatte.
Missstände in Rumänien


Der Vorsitzende des NoKa Klaus Stüber begrüßte aus der Ukraine die Leiterin der Stiftung Viden, Svetlana Shut, die Leiterin der Onkologischen Abteilung im Kinderkrankenhaus Sumy, Dr. Liana Nytytenko und die Geschäftsführerin Katharina Milevska. Aus Rumänien waren die Leiterin der Caritas in Petrosani, Nora Dublic und Giury Maossi, Dolmetscher und Freund der Truppe, mit ihren Familien angereist.
Jutta Kirchen von der Caritas Trier, die mit den Situationen vor Ort vertraut ist, versuchte, einen Überblick über die Missstände und Notwendigkeiten vor Ort zu geben. Bereits 2002 sei sie in Rumänien gewesen und habe dort viele Dinge gesehen, die ihr sehr nahegegangen seien. 60 Prozent Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit der Menschen und die Situation der Straßenkinder seien nur ein Teil davon. Auch über die Zustände und die Bedingungen bei Operationen von krebskranken Kindern in der Ukraine erzählte sie und bewegte die Menschen in einem Zelt, das von Stille geprägt war.
Im Jahr 2002, als sie Klaus Stüber kennengelernt habe, seien dort noch 40 Prozent der Kinder gestorben und die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen seien miserabel gewesen. Dank der Hilfe des NoKa liege heute die Überlebensrate der Kinder bei 80 Prozent. "Das ist ein riesiger Erfolg."
Nora Dublic, die Leiterin der Caritas in Petrosani, war voll des Lobes über das Engagement der Truppe in Rumänien. "NoKa ist ein Beispiel dafür, dass man mit einem Lächeln auf den Lippen von morgens bis abends arbeiten kann. Sie hören nie auf, auch wenn es unmöglich erscheint. Aber dann stellt sich heraus, dass es doch nicht unmöglich war. Wir bedanken uns im Namen aller, denen geholfen wurde."
Die Leiterin der Stiftung Viden in der Ukraine (sie widmet sich der Versorgung krebskranker Kinder), Svetlana Shut, bedauerte, dass viele der Kinder nicht nur an Krebs, sondern auch an Infektionskrankheiten gestorben seien. Die katastrophale bauliche Situation sei durch NoKa in das Gegenteil umgewandelt worden.
In der onkologischen Abteilung des Krankenhauses seien die Räume von Grund auf neu errichtet worden. Filmpräsentationen der Vor- und Nachher-Zustände und darin enthaltene Dankesworte der betroffenen Kinder rührten die Gäste im Festzelt sichtlich. Dass länderübergreifend auch herzliche persönliche Kontakte zustande gekommen sind, war dabei nicht zu übersehen.
Extra

Der Verein der Not- und Katastrophenhilfe Heddert-Schöndorf besteht aus 62 aktiven und 16 inaktiven Mitgliedern, die in den vergangenen Jahren über 40 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet haben, darunter 12 Handwerkereinsätze, 25 Hilfstransporte mit rund 300 Tonnen Hilfsgütern im Wert von 1,3 Millionen Euro. Die Projekte wurden in Zusammenarbeit mit Jutta Kirchen von der Caritas Trier durchgeführt. hm