| 21:34 Uhr

Mit Keule und Einsicht

Emotionsgeladen und teilweise schockierend führt Heinz Diedenhofen alias „Tom“ den Jugendlichen Situationen aus der Gewaltszene vor und bezieht sie immer wieder mit ein. TV-Foto: Hans Muth
Emotionsgeladen und teilweise schockierend führt Heinz Diedenhofen alias „Tom“ den Jugendlichen Situationen aus der Gewaltszene vor und bezieht sie immer wieder mit ein. TV-Foto: Hans Muth
Eine Stunde hochkarätiges Einmann-Theater zum Thema Menschenfeindlichkeit und Gewalt begeisterte 30 Jugendliche im Haus Helena.

Heddert. (hm) Es war eigentlich keine Theateraufführung, es war vielmehr eine Demonstration dessen, was sich häufig in unserer Gesellschaft abspielt: Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Menschenverachtung.Als alleiniger Akteur seines "Hein-Knack-Theaters" schlüpfte Heinz Diedenhofen in die Rolle des glatzköpfigen Gewalttäters Tom, der mit Baseballschläger und auf seinen Kumpel Oliver wartet. Der nämlich hat ihn in eine üble Situation gebracht. Während des "Ausländer-Klatschens" hat er beim Herannahen der Polizei das Weite gesucht, vorher aber Tom seinen Baseballschläger in die Hand gedrückt.Tom will es ihm heimzahlen. Emotionsgeladen, ab und zu eine leere Mülltonne malträtierend ("die wehrt sich nicht!") denkt er laut über seinen Kumpel nach. Tom hat die Nase voll und will mit Oliver abrechnen. "Der hat nur Saufen, Randale und "Ausländer-Klatschen" im Kopf, erzählt er. Dabei hält er immer dichten Kontakt mit seinen Zuhörern, die oftmals ihre Verwirrung nicht verbergen können. Tom lauert Oliver auf, um ihn zusammenzuschlagen. Aber beim Warten kommen ihm ganz andere Gedanken und Ideen. Mehr und mehr öffnen sich seine Augen und das Gespür für alltägliche Intoleranz, das den Wandel seiner Person bestimmt, nimmt der Zuschauer immer mehr wahr. Mit dem Projekt "Anders ist OK - Vielfalt tut gut in Hochwald und Ruwertal", Teil des Bundesprojekts "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" wollen die Jugendpfleger der Hochwald-Verbandsgemeinden auf die steigenden Auswüchse von Gewalt hinweisen und diesen entgegenwirken. Eine Diskussion mit den Jugendlichen schloss die Veranstaltung ab, die weit mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte. Veranstalter war der Jugendraum Heddert in Kooperation mit Michael Binder, Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Kell am See. Die Aufführung wurde vom Lions-Club Hochwald-Hermeskeil finanziert.