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Musik
Musikverein Lyra Gusenburg: Supertramp und der Brummbär

Showeinlage: Ansgar Waschbüsch wechselte mehrfach das Instrument, bis er im Kontrafagott endlich eines fand, das nach „Brummbär“ klingt.
Showeinlage: Ansgar Waschbüsch wechselte mehrfach das Instrument, bis er im Kontrafagott endlich eines fand, das nach „Brummbär“ klingt. FOTO: Herbert Thormeyer
Gusenburg . Der Musikverein Lyra Gusenburg brilliert in seinem  Frühlingskonzert mit besonders großer Klangvielfalt und Solistenkönnen.

Die Bühne ist gut gefüllt. 54 Musiker des Vereins Lyra nehmen in der Grenderichhalle Gusenburg Platz, um rund 250 Zuhörer zu unterhalten. Wenn sie denn das erste Stück anstimmen, ist Frühling. „Wir spielen Mittel- und Oberstufe“, sagt Dirigent Dietmar Georg Knippel. Das heißt viele Tempowechsel, Achtel- und Sechzehntelläufe, mal leise, mal laut, das sind die Zutaten, die klingen, als wäre es Leistungssport.

Nach „Adventure“, einer musikalischen Abenteuergeschichte von Markus Götz, die sich auch genauso anhört, entführt das Orchester nach Irland, auch um auf den Abend des 9. Mai hinzuweisen, der ganz im Zeichen der Folkmusik steht (siehe Info).

Ergreifend ist der Text von „Oh, Danny Boy“. Obwohl bei diesem Konzert nicht gesungen wird, trägt Moderator Johannes Trampert den Text in deutscher Fassung vor, weil er so schön traurig ist. Viele Solisten wurden in das Programm des Abends eingebaut. Am meisten fällt jedoch Ansgar Waschbüsch auf, der das Solo im Stück „Der alte Brummbär“ spielen sollte.

Von der Klarinette über eine Flöte, das normale Fagott, alles klingt Dirigent Knippel nicht „brummig“ genug. Doch das Kontrafagott genügt diesem Anspruch. Waschbüsch entlockt diesem Instrument wunderbar „bärige“ Töne aus dem Fagott-Keller.

„Die Rock-Hits von Bon-Jovi und die Klassiker von Supertramp rufen bei manchen Zuhörer schöne Erinnerungen hervor“, sagt Moderator Trampert.

Ab dem zweiten Schuljahr kann man sich beim Musikverein auf einem Instrument ausbilden lassen. Navin Zais tat das mit seinem Schlagwerk und wurde jetzt mit gerade mal zwölf Jahren ins große Orchester aufgenommen. „Ich freue mich, dabei zu sein“, sagt der jüngste Aktive des Vereins. Nervös? „Geht so“, fügt er noch knapp hinzu. Genug üben müsse man halt. D

as gilt auch für eine weitere Debütantin. Dagmar Jakobs-Diendorf spielt das Saxofon, das eigentlich die Kinder lernen sollten. „Die Euphorie war bald vorbei und da habe ich halt den Unterricht übernommen“, sagt sie. Auch mit 41 Jahren sei es nicht zu spät, ein Instrument zu erlernen. Mit vier Kindern und einem Job als Ergotherapeutin sei das ein idealer Ausgleich. Ebenfalls zum ersten Mal dabei sind Alva Nickels an der Flöte und Lukas Gahler am Horn. Das Musikerpaar Sabrina Gorges (Klarinette) und Alexander Teggers (Trompete) kehrte nach sieben Jahren Abstinenz ins Orchester zurück.

Zuhörer Alfons Diendorf aus Reinsfeld ist Stammgast bei Lyra und findet: „Das Konzert ist wie immer hörenswert.“ Der Dirigent habe erneut eine interessante Auswahl getroffen.

Erna Mels aus Hermeskeil freut sich über die lockere Atmosphäre: „Das ist ein sehr ausgewogenes Programm, das Spaß macht.“ Das geht natürlich nicht ohne Zugabe. Des großen Kurfürsten „Reitermarsch“ von Cuno Graf von Moltke (1847-1923) ist vor allem in der Militärmusik bekannt. Ralph Gingery komponierte „Cross-Fire“, ein Stück, bei dem am Schluss noch mal so richtig die Post abgeht.

Zum zehnten und letzten Mal führte Moderator Johannes Trampert durch den Abend. Das Publikum wird sein herrlich rollendes „RRR“ vermissen.