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Kirche
Nacht der offenen Kirche: Den Glauben einmal anders erleben

Bei einer Nacht der offenen Kirche konnten Jugendliche aus Schillingen miteinander ins Gespräch kommen. Unser Bild ist während des Abschlussgottesdienstes entstanden. Foto: Florian Blaes
Bei einer Nacht der offenen Kirche konnten Jugendliche aus Schillingen miteinander ins Gespräch kommen. Unser Bild ist während des Abschlussgottesdienstes entstanden. Foto: Florian Blaes FOTO: Florian Blaes
Schillingen. Unter dem Motto „Bist du (noch) wach?“ haben sich mehr als 80 Jugendliche bei einer Nacht der offenen Kirche in Schillingen auf die Firmung vorbereitet. Von Florian Blaes

Als an den Wohnhäusern allmählich die Rolläden herabgelassen werden, herrscht rund um die Kirche St. Albanus in Schillingen noch Betrieb. Mehr als 80 Jugendliche und junge Menschen sind am Freitagabend der Einladung zur Nacht der offenen Kirche gefolgt. Die Veranstalter wollen ihnen den Glauben einmal auf ungewohnte Art näherbringen und haben allerlei Workshops und Aktionen vorbereitet. „Wir wollen jungen Menschen eine andere Kirche zeigen, und dass der Glaube auch spannend sein kann und Spaß macht“, sagt Gemeindereferentin Christiane Herrig. Es ist eine Veranstaltung zur Firmvorbereitung in der Pfarreiengemeinschaft Schillingen, zugleich aber auch Auftakt einer Aktion, die im kommenden Frühjahr geplant ist.

Nach kurzer Begrüßung erklingt in der Kirche das Lied „Stimme“ des Musikprojekts Eff. Dann rufen die Organisatoren zu einem Moment der Stille auf – man kann fast eine Stecknadel fallen hören. „Ich bin begeistert, dass es so was wie Stille bei so vielen Jugendlichen noch gibt“, lobt Christian Scholz von der Freiwilligen Feuerwehr Schillingen.

Die Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr sind ebenfalls dabei, auch, um für Sicherheit zu sorgen. Denn ab 19 Uhr wird vor der Kirche gegrillt. Grillgut und Getränke stellt der Pfarrgemeinderat Schillingen/Heddert.

Später verteilen sich die Jugendlichen auf acht Workshops. Im „Bibel Escape Room“ geht es um Rätsel, die sich an biblischen Texten orientieren. „Die Geschichte von Moses fand ich sehr gut“, sagt Noelle März (14) aus Zerf. In einem anderen Workshop wird es laut – mit Trommeln und Alltagsgegenständen. Gemeinsam sollen die Jugendlichen ihren Rhythmus finden. In einem Gespräch gehen die Teilnehmer Fragen nach wie: Was ist Himmel? Gibt es die Hölle? Was kommt danach? Sina Moßmann (14) aus Oberzerf berichtet: „Es ist spannend, zu hören, was die anderen so glauben über das Leben nach dem Tod.“ Justin Herrloch (14) aus Reinsfeld sagt: „Wir konnten uns Himmel und Hölle bildlich vorstellen. Ich denke auch, dass es so etwas gibt.“ 

In der Kirche, mit bunten Strahlern in mystisches Licht getaucht, ist Gelegenheit zum Gebet. Vor dem Altar machen es sich die jungen Leute auf Sitzkissen bequem. Unter den Gästen sind auch Erwachsene wie der Ortsbürgermeister Markus Franzen: „Ich finde es gut, dass es hier bei uns ein solches Angebot gibt. Schade nur, dass nicht noch mehr Eltern dabei waren. Es ist doch eine andere Art, Kirche zu erleben.“ Auch Robert Walgenbach (20) lobt: „Ich bin heute extra meine Heimat gekommen, um dieses schöne Ereignis mitzuerleben. Es bringt einen neuen Schwung in unsere Kirche“

Zum Abschluss gestaltet das Pastoralteam der Pfarreiengemeinschaft Schillingen mit Pfarrer Kai Georg Quirin, dem Kooperator Heribert Barzen, der Gemeindereferentin Christiane Herrig und dem Gemeindereferent Markus Ullmann eine heilige Messe, die um 0.30 Uhr endet. Mitorganisator Ullmann ist zufrieden: „Wir wollten für die Jugendlichen besondere Akzente setzen – Kirche einmal anders – und sie damit begeistern. Ich denke, das ist uns gelungen.“