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Nationalpark: Ministerin contra Greenpeace

Unberührte Natur im Hochwald: Attraktion und Erholungsraum für ruhesuchende Menschen und Lebensgrundlage für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Foto: privat
Unberührte Natur im Hochwald: Attraktion und Erholungsraum für ruhesuchende Menschen und Lebensgrundlage für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Foto: privat
Mainz/Hermeskeil. Das Interesse im Hochwald an einem Nationalpark ist groß. Das hat auch der Kreistag Birkenfeld bestätigt. Während Umweltministerin Ulrike Höfken das Interesse begrüßt, meldet die Umweltorganisation Greenpeace Bedenken an.

Mainz/Hermeskeil. Chancen für Tourismus und die regionale Wirtschaft erhofft sich Umweltministerin Ulrike Höfken von einem möglichen Nationalpark im Hochwald. Sie zeigte sich erfreut über das Interesse, das der Kreistag Birkenfeld einstimmig bekundet hat.
Höfken lobte, dass das mögliche Projekt intensiv, konstruktiv und kreativ vor Ort diskutiert werde. In den kommenden Monaten werde die Landesregierung den Dialog mit den Verantwortlichen der Region und auch der Bevölkerung intensivieren.
Der Hoch- und Idarwald im westlichen Hunsrück ist eine von fünf Regionen in Rheinland-Pfalz, die aus Sicht der Landesregierung die Voraussetzungen für den geplanten Nationalpark erfüllen. Im vergangenen Dezember hatte bereits der Rhein-Hunsrück-Kreis sein Interesse an einem Nationalpark im Soonwald bekundet.
Groß sei auch die Zahl der Fragen, die über das Nationalpark-Telefon, die Homepage oder per E-Mail an die Landesregierung herangetragen werden. Damit könnten auch Missverständnisse und Falschinformationen ausgeräumt werden, sagte Höfken. Sie betonte, dass Wandern, Joggen, Radfahren oder Reiten im Nationalpark erlaubt ist. Auch bestehende Premiumwanderwege, wie etwa der Saar-Hunsrück-Steig, bleiben laut Höfken erhalten.
Unterdessen hat die Umweltorganisation Greenpeace am Dienstag eine Studie vorgestellt. Demnach ist der Idarwald-Hochwald für einen Nationalpark eher ungeeignet.
Dort fehlen laut Gutachten sowohl ausreichend unzerschnittene Waldflächen, noch gebe es genügend naturnahe Laubwälder. Gleiches gilt für das Gebiet Saargau-Hochwald. Gute Bedingungen gibt es laut Greenpeace hingegen im Pfälzer Wald.
Der Auffassung von Greenpeace, trat Ministerin Höfken mit Blick auf den Idarwald-Hochwald entschieden entgegen: "Die gesamte Suchkulisse ist so groß, dass durchaus große Buchenwaldgebiete identifiziert werden können, die als Nationalpark gut geeignet sind." red/dpa