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Neue Technik für Hermeskeiler Berufsschule

 Die BBS-Schülerinnen Emily Schuh (rechts) und Jodine Heiden machen sich vertraut mit dem neuen Profi-Dampfgarer ihrer Schule. Mit im Bild (von links): Sven Stieffenhofer vom Schulreferat der Kreisverwaltung, Hannelore Jacobi, Ernährungsberaterin vom DLR Mosel, und Fachlehrerin Adelheid Schiffels. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die BBS-Schülerinnen Emily Schuh (rechts) und Jodine Heiden machen sich vertraut mit dem neuen Profi-Dampfgarer ihrer Schule. Mit im Bild (von links): Sven Stieffenhofer vom Schulreferat der Kreisverwaltung, Hannelore Jacobi, Ernährungsberaterin vom DLR Mosel, und Fachlehrerin Adelheid Schiffels. TV-Foto: Ursula Schmieder FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Hermeskeil. Hermeskeil positioniert sich weiter als Schulstadt. Neben dem Gymnasium und der demnächst mit ihrer Oberstufe startenden IGS gewinnt auch die Berufsschule an Bedeutung. Jüngste Investitionen unterstreichen das. Ursula Schmieder

Hermeskeil. Mit technischen Geräten umzugehen ist für Schüler der Berufsbildenden Geschwister-Scholl-Schule (BBS) Hermeskeil alltäglich. Klassenräume sind mit neuen Rechnern ausgestattet, der Werkraum mit modernen Maschinen und die Küche der Hauswirtschaftsschüler mit Profigeräten. Jüngste Neuzugänge dort sind ein Dampfgarer für 7300 Euro und vier Backöfen, die zusammen 5200 Euro kosteten. Parallel dazu wurden in diesem Jahr für die Klassen 32 Laptops für 15 000 Euro angeschafft.
Verglichen mit Vorjahres-Investitionen für die Werkstatt sind das eher bescheidene Beträge. Eine 2014 installierte Drehmaschine kostete 32 000 Euro und eine Werkzeugfräsmaschine 24 000 Euro. Alles in allem investierte der Schulträger, der Kreis Trier-Saarburg, in zwei Jahren rund 100 000 Euro in die Ausstattung der BBS.
Investition in Bildungsstandort


Schulleiter Heinz Oberbillig hält das für unverzichtbar. Für Schulen sei es sehr wichtig, sich "technisch am Zahn der Zeit" zu orientieren. Jugendliche müssten auch "qualitativ in den Betrieben zurechtkommen und bestehen können". Wo das nicht gewährleistet sei, könnten ganze Regionen ins Hintertreffen geraten. Daher sieht er Investitionen in die BBS auch immer als Investitionen in den Bildungsstandort Hermeskeil.
Angesichts aktueller Entwicklungen gewinnt das für ihn an Bedeutung. Denn sobald die Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hermeskeil startet, rechnet er mit schwierigen Zeiten für die BBS (der TV berichtete). Dadurch würden "mit Sicherheit Schüler wegbrechen", geht er von einem Rückgang um mitunter etwa ein Drittel der heute noch 160 Schüler aus.
Umso wichtiger sei es für die Schule, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Parallel dazu bemühe sich die BBS, neue Bildungsgänge zu erschließen (siehe Extra). Denkbar wäre etwa ein Schwerpunkt Gesundheit, der mit beitragen würde, den Standort konkurrenzfähig zu halten.
Ab diesem Schuljahr gibt es für Schüler der Berufsfachschule Eins eine Kombiklasse Hauswirtschaft und Gesundheit. An den Praxistagen ihrer Ausbildung gehen die Jugendlichen zwar getrennte Wege, indem sie etwa in der BBS kochen oder in einem Altenheim mit anpacken. Doch allgemeine Theorie können sie gemeinsam büffeln, was ihnen mitunter weite Schulfahrten spart. Denn bisher mussten Altenpflege-Azubis nach Saarburg, Trier oder Bernkastel-Kues zur Schule fahren. Bewogen zu dem Angebot hat aber auch eine andere Überlegung. "Wir werden alle älter - und Pflege hat mit Sicherheit Zukunft", ist Oberbillig überzeugt.
Mit steigender Nachfrage ist laut Hannelore Jacobi, Ernährungsberaterin des Dienstleistungszentrums (DLR) Mosel, auch im Bereich Hauswirtschaft zu rechnen. Schon heute seien ausgebildete Hauswirtschafterinnen "fast nicht mehr zu haben". Dabei würden für Ganztagsangebote in Schulen und Kindergärten künftig noch mehr Fachkräfte gesucht.
Extra

Bildungsgänge an den beiden Standorten der Geschwister-Scholl-Schule Saarburg/Hermeskeil: Berufsschule; Berufsvorbereitungsjahr für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss; Einjährige Berufsfachschulen (BF): BF I vermittelt berufliche Grundbildung, BF II führt zum Sekundarabschluss I - Fachrichtungen sind Wirtschaft und Verwaltung, Technik - Schwerpunkt Metalltechnik (Hermeskeil) und Holztechnik (Saarburg), Ernährung und Hauswirtschaft/Sozialwesen, Gesundheit/Pflege; Höhere Berufsfachschule (HBF) - Organisation und Officemanagement (Hermeskeil), Handel und E-Commerce (Saarburg); Berufsoberschule Wirtschaft sowie Technik - Schwerpunkt Ingenieurwesen; Wirtschaftsgymnasium (Saarburg). urs