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Gastronomie
Neuer Pächter will gleich loslegen

Die Stadt reicht dem neuen Pächter ihrer Gaststätte am Neuen Markt symbolisch die Hand: Stadchef Mathias Queck (links) und der Beigeordnete Willi Auler (rechts) wünschen Abedin Hajrizi einen guten Start. Am 19. September will er das Restaurant als Pizzeria wieder öffnen.
Die Stadt reicht dem neuen Pächter ihrer Gaststätte am Neuen Markt symbolisch die Hand: Stadchef Mathias Queck (links) und der Beigeordnete Willi Auler (rechts) wünschen Abedin Hajrizi einen guten Start. Am 19. September will er das Restaurant als Pizzeria wieder öffnen. FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber
Hermeskeil. Es ist amtlich: Abedin Hajrizi (45), Pizzerien-Inhaber aus Trier, übernimmt die Gaststätte Hermeskeiler Hof. Zum Start setzt er auf italienische Küche, will später aber auch Gutbürgerliches anbieten. Neu-Eröffnung ist am 19. September. Von Christa Weber
Christa Weber

Die monatelange Suche nach einem Betreiber für den Hermeskeiler Hof hat ein Ende. Nach dem positiven Beschluss des Stadtrats (TV vom 30. August) ging es laut Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) sehr schnell: „Zwei Tage später haben wir den Vertrag mit dem Pächter unterzeichnet.“

Damit ist nun alles bereit für die Neueröffnung der Gaststätte neben dem Feuerwehrmuseum, die in Besitz der Stadt Hermeskeil ist. Abedin Hajrizi, 45 Jahre alt und Gastronom aus Trier, hat das Restaurant am Neuen Markt übernommen und will in Sachen Neustart offenbar keine Zeit verlieren. „Wir öffnen am 19. September“, verkündet er beim Pressetermin in seiner neuen Wirkungsstätte. Am Abend zuvor, am 18. September, soll es schon ein „Kennenlern-Essen“ geben, allerdings für geladene Gäste.

In der Trierer Innenstadt betreibt Hajrizi zwei Pizzerien mit dem Namen „San Marco“. Auch in Hermeskeil will er zunächst den Fokus auf typisch italienische Speisen wie Pizza und Pasta legen. Wenn der Betrieb einmal richtig angelaufen sei, wolle er nach und nach aber auch deutsche Gerichte auf die Speisekarte setzen. „Es wird ein Koch in Hermeskeil sein, der deutsche Küche gelernt hat“, sagt Hajrizi. Den Ursprungsgedanken der Stadt, den Museumsgästen am Neuen Markt Gut-Bürgerliches anzubieten, werde man also nicht aus den Augen verlieren. Für Stadtchef Queck ist entscheidend: „Wenn es hier gutes Essen gibt, dann kommen die Leute auch.“

Die Stadt, sagt Queck, biete ihrem neuen Pächter „jede mögliche Unterstützung“ an. Gleichwohl sei es wichtig, dass von städtischer Seite keine weitere Investition in die Gaststätte nötig sei. Das Restaurant im Nebengebäude des Feuerwehrmuseums war Ende 2013 erstmals eröffnet worden, rund 650 000 Euro hatte die Stadt damals in das Objekt hineingesteckt. In der Folge gab es zwei Pächter, die beide nach kurzer Zeit aufgaben.

Seit Sommer 2017 lief die Suche nach einem neuen Betreiber, begleitet von der Kritik einiger Stadtpolitiker, die Stadt wolle das Restaurant mit 150 Plätzen und Außenterrasse zu für sie schlechten Konditionen verpachten. Der Vertrag mit Hajrizi wurde am 28. August öffentlich im Stadtrat beraten und einstimmig abgesegnet. Vorgesehen ist ein monatlicher Pachtzins von zunächst 500 Euro zuzüglich Nebenkosten, der ab 2020 auf 1500 Euro steigt. Der Vertrag gilt zunächst für zwei Jahre mit der Verlängerungsoption um fünf weitere Jahre.

Öffnen will Hajrizi den Hermeskeiler Hof mittags von 12 bis 14.30 Uhr, abends von 17 bis 23 Uhr. Die Küche sei auch bis 23 Uhr geöffnet. „Wenn ein Gast mal etwas länger sitzen bleibt, schmeißen wir ihn aber natürlich nicht raus“, sagt er. Tische und Stühle auf der Terrasse bleiben laut dem städtischen Beigeordneten Willi Auler noch bis zum Bauernmarkt am 14. Oktober stehen.

In den Räumen wird sich laut Hajrizi wenig ändern: „Das Lokal ist schön, so wie es ist.“ In den nächsten Tagen sei dennoch einiges zu tun. Pizzaofen, Teig- und Kaffeemaschinen und die Kasse müssten aufgebaut, die Küche fertig eingerichtet und Reklameschilder angebracht werden. Der vertraute Schriftzug „Hermeskeiler Hof“ an der Fassade bleibe stehen, der Name werde aber um den Zusatz „Pizzeria San Marco“ ergänzt.

Auf die Frage, warum sich der Trierer für Hermeskeil entschieden habe, sagt Hajrizi: „Das Lokal hat mir einfach gefallen. Die Terrasse, der schöne Platz – das ist alles zu schade, um so lange Zeit leer zu stehen.“ Mancher Kollege habe zwar gesagt, dass es in Hermeskeil schwierig werden könnte: „Aber ich habe den Mut, es hinzukriegen.“ Er arbeite schließlich seit 25 Jahren erfolgreich in dem Beruf, sagt der 45-Jährige, der mit seiner Familie in Trier wohnt, und den viele nur bei seinem Spitznamen „Marco“ nennen.

Den Start will er mit seinem Personal aus Trier stemmen, mittelfristig aber auch in Hermeskeil und Umgebung nach Servicekräften suchen. Für die Hermeskeiler, betont Queck, sei es wichtig, einen festen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der Anfragen für Vereins- oder Familienfeiern entgegennehmen könne. Wichtig sei auch der Kontakt zum Feuerwehrmuseum: „Wenn dort größere Gruppen unterwegs sind, kommen die sicher gern zum Essen hier rüber.“

Willi Auler ist überzeugt, dass sich viele Hermeskeiler auf die Neueröffnung freuen. Hajrizi verspricht: „Ich gebe mein Bestes, damit es funktioniert.“