| 17:57 Uhr

Kultur
Traditionelle Weisen aus dem Alpenraum

Dekanatskantor Rafael Klar hat aus 66 Musikern und Sängern eine klanglich hochklassige Einheit geformt, die ihr Können beim Neujahrskonzert in der Hermeskeiler Martinuskirche unter Beweis stellt.
Dekanatskantor Rafael Klar hat aus 66 Musikern und Sängern eine klanglich hochklassige Einheit geformt, die ihr Können beim Neujahrskonzert in der Hermeskeiler Martinuskirche unter Beweis stellt. FOTO: Herbert Thormeyer
Hermeskeil. Neujahrskonzert in St. Martinus Hermeskeil: Das Weihnachtsliederspiel „Christnacht“ von Joseph Haas findet beim Publikum großen Anklang. Von Herbert Thormeyer

Große Musik, volkstümlich interpretiert, das bietet die „Christnacht“ von Joseph Haas (1879-1960). „Die Geschichte rund um die Krippe in Bethlehem kann mit diesem Neujahrskonzert erlebt werden“, erklärt dazu Dekanatskantor Rafael Klar vor dem Neujahrskonzert in der Pfarrkirche St. Martinus in Hermeskeil. Es ist ein deutsches, stellenweise auch bayrisches Weihnachtsliederspiel, in dem sogar Tiroler Weisen vorkommen. Sechs Kirchenchöre gibt es in der neuen Großpfarrei St. Franziskus. St. Martinus in Hermeskeil ist die Pfarrkirche. „Dieses Konzert hat deshalb sicherlich auch eine integrierende Wirkung“, findet Pastor Clemens Grünebach. Er konnte, trotz schlechten Wetters, rund 200 Konzertbesucher im Gotteshaus begrüßen und dankte dem Förderverein Kirchenmusik für diese schöne Tradition des Neujahrskonzertes.
Nur zehn Proben waren nötig gewesen, bis aus 60 Sängerinnen und Sängern aus sechs Chören der Pfarrei plus sechs Musikern ein interessanter Klangkörper geformt worden war, der im Altarraum auch schon rein optisch beeindruckte. Haas‘ Werk, das 1932 uraufgeführt worden war, fasst nicht nur traditionelle Weihnachtslieder des Alpenraums zusammen, es gibt auch einen Erzähler, in diesem Fall Wolfgang Götz, der die Szenerie rund um den Stall von Bethlehem lebendig werden lässt. Sogar Volkstanzelemente kommen in diesem Werk vor. Eine besondere Herausforderung beim Text sind die bayrischen Passagen, wenn beispielsweise ein Hirtenbub spricht: „Jetzt haben wir halt das himmlische Gwammel erblickt.“ Die Mundartbegriffe waren im Textheft ins Hochdeutsche  übersetzt worden.
Konzertbesucher Dietmar Knippel ist Dirigent des Musikvereins Gusenburg und hat ein Gehör dafür, wie gut ein Werk interpretiert wird. Ihm hat diese Variation der Weihnachtsgeschichte sehr gut gefallen, denn: „Diese Musik von Haas hat ein großes Klangspektrum. Das haben die Chöre toll umgesetzt.“ Dirigent Klar habe die Fäden gut in der Hand um diesen Klangkörper zusammenzuführen, eine erstaunliche Leistung.“
Johanna Backes aus Gusenburg singt selbst gerne und lobt das Zusammenspiel von Musikern und Sängern: „Das ist eine große Leistung. Da gehört viel dazu.“
Der Förderverein Kirchenmusik Hermeskeil lädt für Montag der Karwoche, 26. März, um 19.30 Uhr zu einem Abend mit Orgel und Gesang ein. Ausführende sind Stefan Klemm aus St. Wendel und Rafael Klar aus Geisfeld. Am Ostermontag, 2. April, gibt es um 17 Uhr ein Orgelkonzert mit dem Marpinger Regionalkantor Sebastian Benetello.