| 14:45 Uhr

Kriminalität
Onlinehändler aus dem Hochwald unter Betrugsverdacht verhaftet

FOTO: Friedemann Vetter / TV
Hermeskeil. Der Geschäftsführer einer Firma aus dem Raum Hermeskeil ist am Mittwoch festgenommen worden. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft bundesweit mindestens 200 Kunden unter anderem über Ebay beim Handel mit Mobiltelefonen betrogen haben. Von Joachim Engbrocks
Joachim Engbrocks

Der Staatsanwaltschaft Trier liegen zirka 200 Strafanzeigen aus dem gesamten Bundesgebiet vor, in denen Kunden des Onlinehändlers angegeben haben, über Ebay und eine Webseite des Unternehmens Mobiltelefone bei dem Unternehmen bestellt und bezahlt zu haben. Die bestellten Geräte seien jedoch nicht geliefert worden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Anklagebehörde wurde zwar einem kleinen Teil der Kunden der geleistete Kaufpreis zurückerstattet. In der überwiegenden Zahl der Fälle hätten die Kunden jedoch angegeben, weder das bestellte Gerät noch eine Rückzahlung erhalten zu haben, so der Trierer Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Den Kunden sei dadurch jeweils ein Schaden in Höhe des entrichteten Kaufpreises entstanden. Insgesamt summiere sich der Schaden bisher auf einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag.

Am Mittwoch durchsuchten Beamte der Kripo Idar-Oberstein die Geschäftsräume des Unternehmens und die Wohnung des Geschäftsführers und beschlagnahmten umfangreiche Geschäftsunterlagen sowie Computer und Datenträger. Zeitgleich wurden zusammen mit den luxemburgischen Justiz- und Polizeibehörden im Wege der Rechtshilfe auch eine weitere Firma des Betreibers im Großherzogtum durchsucht, die nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft in den Onlinehandel eingebunden gewesen sein soll.

Gegen den Geschäftsführer des Unternehmens erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Betruges. Er wurde am Mittwoch festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an. Insbesondere die Auswertung der sichergestellten Unterlagen und Daten wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.