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Optimismus trotz wenig Nachwuchs

Beuren/Schönberg. 116 Skatspieler aus der Großregion und benachbarten Bundesländern sind beim Preisskat in Beuren gegeneinander angetreten. Das Drei-Serien-Turnier erstreckte sich über rund acht Stunden.

Beuren/Schönberg. Runde um Runde "18, 20, 2, 0, 4 ..." - doch von Ermüdungserscheinungen keine Spur. Seit elf Uhr sind die Teilnehmer des Preisskat-Turniers in Beuren am reizen. Pausieren kann in den Vierer-Teams nur, wer reihum mit dem Kartengeben dran ist. Dann genehmigen sich die Spieler auch in aller Ruhe einen Schluck Wasser oder Kaffee. Bier trinken nur wenige der 116 Skatspieler aus dem gesamten Großraum Trier und weit dar über hinaus. Denn die meisten sind mit dem Auto da. Der Raum Bitburg/Prüm ist stark vertreten, ebenso die Nahe und das Saarland. Sogar Teilnehmer aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen und aus Rhein-Hessen sind mit dabei.
Das einstige Kneipen-Skatspieler-Image des permanent rauchenden und trinkenden Skatbruders ist laut Werner Schneider Geschichte. "Wir betreiben Skat als Sport", sagt der Vorsitzende des Turnier-Ausrichters, des vor 40 Jahren gegründeten Skatvereins Herz Dame Schönberg. Als Präsident des Skatsportverbandes (SV) Trier ist Schneider stolz auf die rege Präsenz regionaler Spieler bei Landes- und Oberliga-Turnieren. Das Angebot für Leute, die Skat spielen wollten, sei riesig, versichert er. Es fehle nur am Nachwuchs. Grundsätzlich sei deren Interesse zwar da, erklärt Matthias Hauer, Vize des SV Trier und Chef des SV Bitburg, mit 66 Mitgliedern der größte Club in Rheinland-Pfalz: "Wir haben einzelne Jüngere, die auch zu Deutschen Meisterschaften fahren." Wegen der vielfältigen Möglichkeiten für junge Leute bleiben sie aber selten auf Dauer dabei. Dennoch sieht Hauer die Zukunft des Skatsports (siehe Extra) nicht gefährdet: "Ich bin ganz optimistisch, dass es uns gelingt, die Leute bei der Stange zu halten."
Vorerst müssen Skatfreunde aber weiter mit rückläufigen Turnierteilnehmerzahlen leben. Abgesehen von der fehlenden Jugend spielt dabei auch die Dauer eines Wettstreits, bei dem die Besten Geldpreise erhalten (siehe Extra), eine Rolle. Drei-Serien-Turniere wie in Beuren, seit 20 Jahren Turnierort, locken weniger Teilnehmer als erst um 15 Uhr beginnende Zwei-Serien-Turniere. So waren zum 25-Jährigen der Herz Dame 1998 noch 344 Spieler angetreten. Höchstens 80 werden es laut Schneider beim traditionellen Skatmarathon am Fastnachtswochenende, 9. und 10. Februar, sein. Im Hotel Blumenhof im Thalfanger Ferienpark Himmelberg wird dann rund um die Uhr Skat gekloppt. urs
Extra

Der vor 40 Jahren in Schönberg gegründete Skatverein Herz Dame Schönberg ist einer von 20 Mitgliedsvereinen des Skatsportverbandes Trier. Beide sind dem Deutschen Skatverband (DSkV) angeschlossen. Dessen Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland ist in vier Gruppen unterteilt: Pfalz, Rheinhessen, Saarland und Trier. Den Großteil des Preisgeldes von insgesamt rund 2600 Euro - aus dem komplett ausgespielten Startgeld von je 22,50 Euro - sicherten sich: Der Erstplatzierte Helmut Teschke aus Trier mit 4967 Spielpunkten (430 Euro), der Zweite Leo Maiers aus Bitburg (4228 Punkte, 290 Euro) und der Dritte Wolfgang Heinen aus Hillesheim (4032 Punkte, 160 Euro). urs