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Qualität des Naturparks Saar-Hunsrück beeindruckt Prüfer

Wegewart Andreas Ludwig, der Leiter des Forstamtes Hochwald, Bernhard Buss, die Leiterin der Tourist-Information Kell, Walburga Meyer, und Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau (von links) führen den Naturpark-Scout Jan Lippke (Vierter von links) an alle Stellen im Naturpark, die er genauer sehen will. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Wegewart Andreas Ludwig, der Leiter des Forstamtes Hochwald, Bernhard Buss, die Leiterin der Tourist-Information Kell, Walburga Meyer, und Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau (von links) führen den Naturpark-Scout Jan Lippke (Vierter von links) an alle Stellen im Naturpark, die er genauer sehen will. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Kell am See. Als einem der ersten der 103 deutschen Naturparke ist dem Naturpark Saar-Hunsrück bereits 2006 eine hohe Qualität attestiert worden. Der Verband der deutschen Naturparke (VDN) in Bonn hat die Qualität jetzt erneut geprüft. Diesmal gab es noch viele Punkte mehr. Herbert Thormeyer

Kell am See. Im Oktober bekommt der Naturpark Saar- Hunsrück zum zweiten Mal das Prädikat "Qualitäts-Naturpark" verliehen. Im Jahr 2006 war die heimische Naturlandschaft in zwei Bundesländern einer der ersten von derzeit 103 deutschen Naturparken, die sich mit dieser Auszeichnung schmücken dürfen.
Rund 350 Punkte gab es damals. "Diesmal werden es mehr als 400 von 500 möglichen Punkten werden", das stellte Jan Lippke vor Ort in Aussicht. Der vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) in Bonn entsandte Qualitäts-Scout schaute sich markante Punkte des Naturparks genau an.
Zuvor hatte Naturpark-Ge-schäftsführerin Gudrun Rau eine Menge Arbeit mit dem fast 100- seitigen Fragenkatalog der Qualitätsoffensive für die Naturparke. 100 Fragen zu Management und Organisation, Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und nachhaltigem Tourismus, Umweltbildung und Kommunikation sowie der nachhaltigen Regionalentwicklung waren nicht nur zu beantworten, sondern auch zu belegen.
Erst nach deren Auswertung reiste der Scout an. Wie viele Punkte die heimische Landschaft diesmal bekommt, wollte Lippke, der auch den Naturpark Sternberger Seenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern betreut, nicht verraten. Nur so viel: "Saar- Hunsrück hat gute Chancen, in die Spitzengruppe der 60 zertifizierten Naturparke Deutschlands aufzurücken." Einrichtungen wie der Ruwer-Hochwald-Radweg, der Saar-Hunsrück-Steig, die beiden vorbildlichen Informationszentren in Hermeskeil und Weiskirchen und viersprachige Informationsterminals veranlasten den Scout zu der Aussage: "Das ist vom Feinsten."
Lippke sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial: "Die Marke Naturpark könnte noch wesentlich stärker beworben werden."
"Wir müssen den Naturpark auch noch intensiver ins Bewusstsein der Einheimischen rücken", sagt die Leiterin der Tourist-Information in Kell, Walburga Meyer.
Was viele Punkte brachte, ist das Handlungsprogramm, das es seit 2009 gibt. "Da steht drin, was wir wollen und was wir nicht wollen", erklärt Rau. Das Ziel sei nicht die pure Wildnis als Museumslandschaft, sondern die Kulturlandschaft mit ihren Menschen.
Rund 165 000 Euro sind den Mitgliedskommunen der Erhalt und die Förderung des Naturparks in jedem Jahr wert. Damit werden Vorhaben wie das Wilde Klassenzimmer auf der Wildenburg bei Kempfeld oder das Streuobstwiesenprojekt in Fisch im Saargau finanziert.
Zum Schluss der Begutachtung gab es von Jan Lippke das wohl größte Lob, das sich die Macher des Naturparks Saar-Hunsrück wünschen können: "Ich habe Lust bekommen selbst mit meiner Familie hier Urlaub zu machen."