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Schulpolitik
Realschule künftig nur noch in Kell

Die Realschule in Kell.
Die Realschule in Kell. FOTO: Christa Weber
Kell am See/Zerf. Die Schulbehörde hat zugestimmt, die bisherige Zwei-Standorte-Lösung für die Realschule plus im Hochwald aufzuheben. Das hat Folgen – schon ab August. Von Christa Weber
Christa Weber

Darauf haben viele Lehrer, Eltern, Schüler und Kommunalpolitiker im Hochwald lange gewartet: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier hat verfügt, dass die Realschule plus Kell/Zerf künftig nicht mehr an den zwei Orten Kell am See und Zerf besteht, sondern nur noch in Kell. Dies gilt ab dem neuen Schuljahr, also schon ab August, wie die Kreisverwaltung Trier-Saarburg mitteilt.

Der Landkreis als Schulträger hatte bereits 2015 entschieden, den Standort Kell zu erweitern, um dort künftig alle Realschüler unterzubringen. Weil zwischenzeitlich die Anmeldezahlen sanken, verzögerte sich die Umsetzung. Vor einigen Wochen beantragte der Kreis dann doch die räumliche Trennung der Realschule plus. Inzwischen habe sich die Einrichtung „als zweizügige Schule stabilisiert“, heißt es. Das heißt, dass im fünften Schuljahr mindestens 26 Schüler eingeschult wurden und zwei Klassen gebildet werden können. Neben einer Gesamtschülerzahl von mehr als 180 ist dies laut Schulgesetz eine Mindestbedingung für den Fortbestand. 2013 hatte die Schule vom Land für diese zweizügige Form eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Eigentlich müsste sie dreizügig sein. Laut Kreisverwaltung wurden im Schuljahr 2017/18 insgesamt 181 Schüler in Kell und Zerf unterrichtet. Für das neue Schuljahr gebe es 30 Anmeldungen. Der Kreis messe der Schule hohe Bedeutung zu, sagt Landrat Günther Schartz. Sie trage entscheidend dazu bei, „dass die Kinder im Hochwald wohnortnah einen Zugang zu allen schulischen Abschlüssen und den damit verbundenen beruflichen und sozialen Chancen erhalten“. Nur einen Standort zu haben, biete dafür die besseren Voraussetzungen.

Die Erweiterung des Schulgebäudes in Kell werde nun vorangetrieben. Die Pläne für die zusätzlichen Räume, für die ein Architektenwettbewerb die Basis lieferte, sollen den Kreis-Gremien nach den Sommerferien vorgestellt werden. Anschließend werde die Baugenehmigung beantragt. Während der Bauarbeiten sollen mobile Klassenräume eingesetzt werden. Denn geplant ist, dass auch die Schüler ab der siebten Klassenstufe im August von Zerf nach Kell umziehen.

Die Entscheidung der ADD bedeutet zudem, dass die bislang mit der Realschule plus organisatorisch verbundene Grundschule in Zerf künftig eigenständig ist. Träger ist dann nicht mehr der Kreis, sondern die Verbandsgemeinde Kell am See, die Zerf zu einem ihrer zwei zentralen Grundschulstandorte ausbauen will. Die Entscheidungen zur Instandsetzung der Zerfer Schule kann der VG-Rat somit jetzt in Angriff nehmen.