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Reine Formsache

Der Rohbau steht schon: Ende des Jahres, so die Zielsetzung des Investors, soll das Krematorium im Hermeskeiler Industriegebiet betriebsbereit sein. Foto: Axel Munsteiner
Der Rohbau steht schon: Ende des Jahres, so die Zielsetzung des Investors, soll das Krematorium im Hermeskeiler Industriegebiet betriebsbereit sein. Foto: Axel Munsteiner
HERMESKEIL. Zehn Minuten Beratung, zwei Fragen von Sigurd Hein (SPD) und Udo Moser (BFB) – das war‘s. Der Hermekeiler Stadtrat hat am Dienstagabend bei einer Enthaltung (Stephanie Nickels, CDU) und ohne Gegenstimme sein Einverständnis erneuert, dass dem im Bau befindlichen Krematorium im "Grafenwald" die Betriebsgenehmigung erteilt wird. ARRAY(0x5d150658)

Überraschungen oder hitzige Diskussionen waren nicht zu erwarten - und sie blieben auch aus. Der Hermeskeiler Stadtrat hat am Dienstag das bestätigt, was er bereits im April ohne Gegenstimme beschlossen hat. Das Gremium sprach sich erneut dafür aus, dass dem Merziger Investor Manfred Baumann die Betriebsgenehmigung für ein Krematorium erteilt wird. Dieser "Quasi-Wiederholungsbeschluss" sei allein aus Gründen der Rechtssicherheit notwendig, betonte Wolfgang Nellinger, Sachbearbeiter der Verwaltung. Der Stadtrat hatte im Frühjahr nämlich seine Zustimmung gegeben, dass die Betriebsgenehmigung an eine noch zu gründende "Hochwald Krematorium GmbH" erfolgen soll. Da Baumann als künftiger Geschäftsführer die Betreibergesellschaft aber inzwischen unter dem Namen "Ignarium Hochwald GmbH" ins Handelsregister hat eintragen lassen, sollte der Rat den Beschluss vom 12. April hinsichtlich der Bezeichnung der Betreibergeselschaft korrigieren, damit ein formeller Fehler im Genehmigungsverfahren ausgeschlossen werden kann. Keine Einwände gab es auch gegen den vorgelegten Entwurf einer Benutzungsordnung für das Krematorium. In die Satzung aufgenommen wurde ein Passus, wonach der Verbandsgemeinde-Verwaltung eine überwachende Funktion zukommen soll, die zu stichprobenartigen Kontrollen in der Feuerbestattungsanlage berechtigt. Nicht aufgeführt ist in dieser Benutzungsordnung hingegen eine Regelung, auf welchem Weg die Leichenwagen das Krematorium anfahren. "Das können wir dem Betreiber nicht vorschreiben", fasste Nellinger die Ergebnisse eines Gesprächs mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zusammen. Die Befürchtung, dass Konvois von Leichenwagen durch die Stadt fahren sei jedoch unbegründet. Das sieht auch Ilona König so: "Wir bleiben in dieser Frage mit dem Betreiber im Gespräch", sagte die Stadtbürgermeisterin. Man habe aber bereits jetzt die Zusicherung von Baumann, dass er die Bestattungsunternehmer darüber informieren will, dass die Anfahrt in den "Grafenwald" über die Autobahn beziehungsweise die B 327 erfolgen soll. Ein Versprechen, das der Merziger Investor gestern auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds nachdrücklich bekräftigte. "Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, dass wir die Anfahrt der Leichenwagen durch eine entsprechende Beschilderung um Hermeskeil herum führen. Und wir werden alles dafür tun, dass keiner gestört wird", sagte Baumann. Klar sei aber auch, dass es nicht zu vermeiden sei, dass Leichenwagen, die vom Krankenhaus oder aus Richtung Züsch kommen, durch die Stadt fahren müssen. Nellinger wies im Stadtrat noch auf einen weiteren Umstand hin, der gegen unzumutbare Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch vorbeifahrende Leichenwagen spricht: "Bei rund 1000 Einäscherungen pro Jahr reden wir von durchschnittlich drei Anfahrten pro Tag." Eine Zahl, die Baumann bestätigt und hinzufügt, dass "diese Anfahrten zu jeder Tag- und Nachtzeit erfolgen können". Nachdem das Verwaltungsgericht Trier Anfang des Monats die Anträge von Nachbarn auf einen Baustopp abgelehnt hat, sei der Zeitplan zwar um vier Wochen ins Hintertreffen geraten, so Baumann abschließend. "Wir wollen dennoch Ende 2005 betriebsbereit sein."