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Verwaltung
Schnelle Rettung in Sicht für das historisch wertvolle Baudenkmal

Drei Wochen nach dem Brand des Rathauses auf dem Saarburger Schlossberg ist die Reinigung des Daches schon fast abgeschlossen. Der denkmalgeschützte Giebel kann erhalten werden.
Drei Wochen nach dem Brand des Rathauses auf dem Saarburger Schlossberg ist die Reinigung des Daches schon fast abgeschlossen. Der denkmalgeschützte Giebel kann erhalten werden. FOTO: Dirk Tenbrock
Saarburg/Kell . Trotz großer Schäden kann das Rathaus auf dem Schlossberg in Saarburg nach dem Dachstuhlbrand saniert werden. Es gibt erste Pläne zur Rekonstruktion. Dirk Tenbrock

Das ehemalige Büro des Saarburger Bürgermeisters Jürgen Dixius sieht auf den Fotos, die die Schäden dokumentieren sollen, aus wie eine Schutthalde. Der Dachstuhl des Verwaltungsgebäudes, in dem das Feuer am 19. August losgeging, ist zerstört. 30 Büros und das Trauzimmer sind nicht mehr nutzbar. Doch es ist Land in Sicht. Wenn sogar die Gebäudeversicherung alle beteiligten Helfer für das „aktive Schadensmanagement“ lobt, ist davon auszugehen, dass nach dem Brand vieles richtig gemacht wurde. Das jedenfalls berichtet Diplom-Ingenieur Marco Musiol vom Trierer Sachverständigenbüro Isstas & Thees, die mit der Auswertung der Schäden befasst sind, in der gemeinsamen Sitzung von Verbandsgemeinderat und Bauausschuss der VG Saarburg. Die Verbandsgemeinde bereitet sich derzeit auf die Fusion mit der VG Kell am See zum 1. Januar 2019 vor.

Erleichterung herrscht im Rat darüber, dass die Gebäude trotz der substanziellen Löschwasserschäden über drei Etagen wiederaufgebaut und sogar die Belange des Denkmalschutzes (das Gebäude stammt aus dem Jahr 1597) weitestgehend berücksichtigt werden können.

Die historischen Türen werden demontiert und sollen erhalten werden, ebenso der Deckenstuck in manchen Räumen. Nach den laufenden Aufräumarbeiten soll das Gebäude winterfest gemacht, beheizt, getrocknet und entkernt werden. Fast 1000 Quadratmeter Grundfläche sind betroffen. Auch der Dachstuhl werde komplett wiederhergestellt, so die Planung.

Bei der Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten lauern echtliche Fallstricke. Deshalb hat sich die Verwaltung Unterstützung durch das Trierer Anwaltsbüro Kohl geholt, dessen Geschäftsführer Berthold Kohl als Spezialist für internationales Vergaberecht den weiteren Ablauf eines beschleunigten Verfahrens skizzierte. Noch im kommenden Herbst solle die Vergabe der Architekten-Leistungen erfolgen. Im Laufe des Winters – wenn witterungsbedingt in der Regel nicht viel gebaut werden kann – sollen die Planungen laufen, damit die Hauptarbeiten im Frühjahr 2019 anlaufen können.

Da die Bauleistungen wahrscheinlich über dem Schwellenwert von 5,5 Millionen Euro liegen würden, müssten die Ausschreibungen europaweit erfolgen, das sei aber problemlos und es seien keinerlei Verzögerungen zu erwarten, sagt Kohl. Zu den voraussichtlichen Kosten mag sich sonst konkret niemand äußern, man müsse erst einen Überblick bekommen, sagt Dixius.

 600 000 Euro jedenfalls hat die Versicherung schon als Soforthilfe und ersten Abschlag bezahlt, um die anfallenden Kosten zu decken. Zu Beginn der Sitzung am Saarburger Schlossberg hat der Bürgermeister einen Überblick über die Sofortmaßnahmen (der TV berichtete) gegeben. Innerhalb von nur zwölf Tagen sei die Verwaltung wieder einsatzbereit gewesen, berichtet Dixius. Er dankt den beteiligten Einsatzkräften für die hochprofessionelle Brandbekämpfung und seinen Verwaltungsmitarbeitern für ihren Einsatz bei der Beseitigung der Schäden. Er sagte: „Alle haben mit angepackt.“ Mittlerweile sind einige Büros bereits übergangsweise umgezogen und haben ihre Arbeit wieder aufgenommen (der TV berichtete).

Während der Aufräumarbeiten in dem abgebrannten Dachstuhl werden unter anderem Akten geborgen.
Während der Aufräumarbeiten in dem abgebrannten Dachstuhl werden unter anderem Akten geborgen. FOTO: Friedemann Vetter