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Verkehr
Sanierung der B 407 geht weiter: Ab Mittwoch neue Baustelle bei Reinsfeld

In Höhe des Mitfahrerparkplatzes bei Reinsfeld beginnen am Mittwoch, 18. April, die Arbeiten im nächsten Sanierungsabschnitt der B407. In den vergangenen fünf Wochen war auf einem Teilstück zwischen Reinsfeld und Kell am See die Fahrbahn erneuert worden.
In Höhe des Mitfahrerparkplatzes bei Reinsfeld beginnen am Mittwoch, 18. April, die Arbeiten im nächsten Sanierungsabschnitt der B407. In den vergangenen fünf Wochen war auf einem Teilstück zwischen Reinsfeld und Kell am See die Fahrbahn erneuert worden. FOTO: Christa Weber / Trierischer Volksfreund
Reinsfeld/Kell am See. Teil zwei der Fahrbahnarbeiten beginnt am Mitfahrerparkplatz Reinsfeld. Diesmal wird die Straße nicht voll gesperrt. In Abschnitt eins Richtung Kell am See gilt seit Dienstagabend wieder freie Fahrt. Von Christa Weber und Florian Blaes

Wer in den vergangenen Wochen im Hochwald zwischen Reinsfeld und Kell am See unterwegs war, der musste Geduld mitbringen. Denn der direkte Weg über die Hunsrückhöhenstraße (B 407) war seit Mitte März versperrt – wegen Sanierungsarbeiten. Die offizielle Umleitung führte über den Rösterkopf und durch Kell und Reinsfeld hindurch, wo deutlich mehr Verkehr als gewohnt registriert wurde. Inzwischen sind die Arbeiten so gut wie beendet. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier kündigt aber bereits den Beginn der nächsten Sanierungsetappe an.

Nach dem Abschnitt zwischen Kell und Reinsfeld startet am 18. April Teil zwei der Fahrbahnerneuerung an der B407. Die Straße wird ab dem Mitfahrerparkplatz Reinsfeld nur halbseitig gesperrt, die Ab- und Auffahrt zur L151 ist allerdings dicht.
Nach dem Abschnitt zwischen Kell und Reinsfeld startet am 18. April Teil zwei der Fahrbahnerneuerung an der B407. Die Straße wird ab dem Mitfahrerparkplatz Reinsfeld nur halbseitig gesperrt, die Ab- und Auffahrt zur L151 ist allerdings dicht. FOTO: Lambrecht, Jana / TV

Die Arbeiten Laut LBM konzentrieren sich die Arbeiten ab Mittwoch, 18. April, auf den Straßenabschnitt zwischen dem Mitfahrerparkplatz Reinsfeld und den Anschlussstellen der A 1. Diese zwei Kilometer lange Strecke wird nicht in einem Stück, sondern in vier Teilabschnitten saniert. In drei Monaten soll alles fertig sein. Erneuert werden jeweils die obersten Asphaltschichten. Die Kosten von rund 1,6 Millionen Euro trägt der Bund.

Folgen für die Autofahrer Laut LBM sind die Einschränkungen für den Verkehr diesmal geringer als beim ersten Abschnitt zwischen Kell und Reinsfeld. Denn die Arbeiten können überwiegend bei halbseitiger Sperrung der Straße und mit Hilfe einer Ampelschaltung erfolgen. Das erste Teilstück umfasst allerdings den Einmündungsbereich der L 151, wo laut LBM auch die Verkehrsinseln erneuert werden sollen. Dazu müsse man die Auf- und Abfahrt zur L 151 komplett sperren. Die geplante Umleitung führt über die L 151 und die L 148 nach Reinsfeld und von dort auf die Bundesstraße (siehe Grafik).

Für die zwei folgenden Abschnitte reichen laut LBM Ampel und halbseitige Sperrung der B 407 aus. Für das vierte Teilstück ist eine Vollsperrung der Autobahn-1-Auffahrten in Richtung Saarbrücken und Trier nötig. Die Umleitung erfolgt dann über die B 52 nach Hermeskeil und von dort auf die A 1. Laut LBM wird in Teilabschnitt vier auch die A-1-Abfahrt von Trier kommend in Richtung Reinsfeld gesperrt. Autofahrer müssen dann die Abfahrt nach Hermeskeil nutzen.

Während der fünfwöchigen Sperrung der B407 zwischen Kell und Reinsfeld ist deutlich mehr Schwerlastverkehr durch die Keller Ortsmitte gerollt. An der Engstelle in der Römerstraße wurde eine Ampel eingesetzt.
Während der fünfwöchigen Sperrung der B407 zwischen Kell und Reinsfeld ist deutlich mehr Schwerlastverkehr durch die Keller Ortsmitte gerollt. An der Engstelle in der Römerstraße wurde eine Ampel eingesetzt. FOTO: Florian Blaes

Kritik von Anwohnern Der erste Akt der Sanierungsarbeiten inklusive der Umleitung durch Kell und Reinsfeld hat in den beiden Orten einigen Unmut ausgelöst. „Die LKW brettern hier durch. Man muss aufpassen, dass man nicht überfahren wird“, kritisiert etwa Benedikt Stüber aus Kell. Vor Ostern, sagt der Reinsfelder Rainer Michels, sei auch die Beschilderung der Umleitungsstrecke in Kell am See mangelhaft gewesen. Viele Urlaubsgäste hätten sich deshalb verfahren. Besonders kritisch sei der erhöhte Verkehr am Rösterkopf gewesen, wo zwei Lastwagen im Begegnungsverkehr kaum aneinander vorbeipassten. „Die Strecke ist für so einen Verkehr gar nicht geeignet“, bemängelt Michels. Man müsse sich nur anschauen, wie tief die Gräben entlang der Straßenränder seien, wo die LKW die Grünstreifen überfahren hätten. Beide Anwohner äußern gegenüber dem TV ihre Verwunderung, warum die Bundesstraße überhaupt saniert werde, und warum dafür eine Vollsperrung nötig gewesen sei.

Reaktion des LBM Der TV hat beim Landesbetrieb Mobilität nachgefragt. Laut Pressesprecherin Birgit Küppers werden Schäden, die wesentlich durch den Umleitungsverkehr verursacht wurden, im Rahmen gesetzlicher Regelungen behoben. Dies gelte unter anderem für die Grünstreifen, die – sofern erforderlich – wieder hergestellt würden. Die Umleitung sei vor Beginn der Arbeiten rechtzeitig ausgeschildert worden, lediglich in der Ortslage Kell seien „nachträglich ergänzende Schilder“ installiert worden.

Dass die Erneuerung der B 407 bei Reinsfeld nötig sei, ergebe sich aus einer Zustandserfassung von 2015, die beide Abschnitte als „sanierungsbedürftig“ eingestuft habe, teilt die Sprecherin mit. Für die Bewertung seien Merkmale der Fahrbahnoberfläche wie „Netzrisse, aber auch Einzelrisse, Ausbrüche und Flickstellen“ relevant. Diese Schäden seien mit bloßem Auge im Vorbeifahren nicht unbedingt zu erkennen. Regelungen zum Arbeitsschutz und die zu geringe Breite der Straße seien der Grund, warum die B 407 im ersten Sanierungsabschnitt habe voll gesperrt werden müssen.

Das sagen die Ortschefs In Reinsfeld gab es laut Ortsbürgermeister Rainer Spies Beschwerden wegen „der erheblichen Lärmbelästigung“ durch den Umleitungsverkehr. Eine Alternative, „ohne noch großräumiger umzuleiten und damit erheblich weitere Umwege zu verursachen“, habe es aber aus seiner Sicht nicht gegeben. Er gehe davon aus, dass nach der Umleitungsphase Schäden an Straßen und Straßenrändern begutachtet würden. In Reinsfeld seien solche Schäden an Straßen und gepflasterten Rinnen aufgetreten. Spies setzt darauf, dass nach der B 407-Sanierung auch die Ortsdurchfahrten bald an der Reihe sind.

Der Keller Ortschef Markus Lehnen spricht von einer „massiven Belastung“ in den vergangenen Wochen. Zwischen Stausee und Ortseingang und am Rösterkopf habe es zudem „einige kritische Situationen“ gegeben. Der Landesbetrieb Mobilität habe nachvollziehbar erklärt, warum es keine Alternative zur Umleitung gegeben habe. „Man hätte aber über Möglichkeiten nachdenken können, den Verkehr auf der Umleitungsstrecke stärker zu beruhigen“, findet Lehnen.

In den kommenden Tagen wird sich die Verkehrssituation in beiden Orten wohl spürbar entspannen. Laut LBM wird zwischen Kell und Reinsfeld noch eine Fahrspur für Restarbeiten gesperrt bleiben. Der Verkehr kann dort aber – per Ampel geregelt – wieder rollen.