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Heimat und Genuss
Schreiner aus Kell braut Bier

Michael Waschbüsch aus Kell am See hat sich seit einiger Zeit der Braukunst verschrieben.  Hier präsentiert er in seiner kleinen Brauerei die von ihm kreierten Biersorten.
Michael Waschbüsch aus Kell am See hat sich seit einiger Zeit der Braukunst verschrieben. Hier präsentiert er in seiner kleinen Brauerei die von ihm kreierten Biersorten. FOTO: Hans Muth
Kell am See. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Michael Waschbüsch (41) hat seit kurzem die Lizenz, um in seinem Wohnort Kell am See den bei den Deutschen so beliebten Gerstensaft herzustellen. Dass er sein Produkt „Keller Bier“ nennt, begründet er mit seiner Heimatverbundenheit. Von Hans Muth

Michael Waschbüsch ist 41 Jahre alt, verheiratet und  gelernter Schreiner. Doch seit einiger Zeit hat er seine professionellen
Ambitionen in eine gänzlich andere Richtung gelenkt. Er ist unter die Bierbrauer gegangen, denn eigentlich war das schon längere Zeit sein großes Hobby. „Ich habe es vor einiger Zeit einfach mal so ausprobiert. Ich wollte wissen, was dabei herauskommt“, sagt Waschbüsch. „Auf einem alten Ofen und in einem Drei-Liter-Topf habe ich den ersten Versuch unternommen. Das Ergebnis hat mir geschmeckt“, sagt er freudig. Daher habe er beim nächsten Versuch eine größere Menge in einem Einkochautomaten hergestellt. „Das waren dann schon 20 Liter.“

Später habe er das fertige Bier Verwandten und Bekannten zum Probieren angeboten. „Das Bier ist bei ihnen gut angekommen und sie haben mich ermuntert, das Produkt der Öffentlichkeit zugängig zu machen.“ Er habe sich dann bei der Verbandsgemeinde Kell und der Handwerkskammer in Trier vorgestellt und problemlos die erforderliche Lizenz erhalten.
Inzwischen habe er das Brauen zu seinem Hauptberuf gemacht.
Bei einem Besuch des TV präsentiert Waschbüsch seine kleine, aber mit allen zum Brauen nötigen Accessoires bestückte Brauerei in seinem Heimatort Kell am See. Da ist der Kessel mit dem Rührwerk, in welchem das Malz stufenweise von 55 bis 80 Grad erhitzt wird. Dann wird es über einen Vorfilter umgefüllt in einen weiteren Behälter, wobei dann der Hopfen zugesetzt und das Ganze eine bis eineinhalb Stunden gekocht wird. Anschließend wird 60 Grad warmes Wasser hinzugefügt und der Sud auf 45 Grad abgekühlt. Dann kommt er in einen Gärbehälter mit Gärverschluss, ähnlich den im Weinbau verwendeten, wird nach dem Gärprozess abgepumpt und in Flaschen gefüllt. Auch die Kronkorken setzt Waschbüsch mit einem Verschlussgerät und etikettiert selbst.
Fertig ist das „Keller Bier“, das bis zum Verkauf noch mindestens drei Wochen in der Flasche reifen muss. „Inzwischen beliefere ich Großmärkte und verschiedene Gastronomien in der Region mit obergärigem hellen und dunklen Bier, aber auch mit naturtrübem Weizenbier. Ich hoffe so durch eine Mund- zu-Mund-Propaganda weiter bekannt zu werden.“

In einem Nebenraum sind Säcke mit Malz (das sind angeröstete Kornsorten wie Gerste oder Weizen, je nach Brauvorgang) aufgestapelt. „Nur erstklassige Ware“, sagt Waschbüsch und zeigt auf eine kleine Mühle. „Darin werden die Körner für den Maischevorgang geschrotet, also zerkleinert. Von Hand, versteht sich.“ Bei einem Brauvorgang entstehen so rund 150 Liter Keller Bier, „das Bier mit dem Namen meiner Heimat“, sagt der 41-Jährige. Ein Braugang dauere insgesamt sechs Stunden. Theoretisch könne man dann schon den nächsten Gang ansetzen. Das Bier mit dem Namen des
Hochwaldortes ist naturtrüb und in der Flasche rund drei Monate haltbar.
Auch die Herstellung der Etiketten ist Familiensache. Stolz erklärt Waschbüsch: „Das Logo für das Getränk wurde von meiner Kleincousine, der Grafik-Designerin Luisa Scherer aus Kell am See, entworfen. Erste Rückmeldungen bestätigen mir, dass es sehr gelungen ist.“