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Sechs Termine für Kleiderspenden

Bethlem Kerose hat sich eine Jeans und eine Bluse herausgesucht. Die junge Frau ist aus Eritrea nach Deutschland geflohen und lebt zurzeit in den Notunterkünften an der Hermeskeiler Kaserne. Dort ist Cecilia Kaiser vom DRK als Helferin in der Kleiderkammer im Einsatz. TV-Foto: Axel Munsteiner
Bethlem Kerose hat sich eine Jeans und eine Bluse herausgesucht. Die junge Frau ist aus Eritrea nach Deutschland geflohen und lebt zurzeit in den Notunterkünften an der Hermeskeiler Kaserne. Dort ist Cecilia Kaiser vom DRK als Helferin in der Kleiderkammer im Einsatz. TV-Foto: Axel Munsteiner FOTO: (h_hochw )
Hermeskeil. Viele Menschen aus Hermeskeil und Umgebung zeigen zurzeit ihre Hilfsbereitschaft und spenden Kleidung für die Flüchtlinge in den Zelten an der Ex-Kaserne. Um diese Hilfe in geordnete Bahnen zu lenken, gibt es nun einen konkreten Fahrplan. Die Bürger werden gebeten, keine Kleider mehr direkt an der Kaserne abzugeben. Stattdessen sind Anfang September große Sammelaktionen in sechs Orten geplant. Axel Munsteiner

Hermeskeil. "Die Unterstützung der Menschen im Hochwald ist einfach enorm und beeindruckend." In dieser Einschätzung sind sich die Mitarbeiter des Trier-Saarburger Kreisverbands vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Hermeskeiler Pastor Clemens Grünebach einig. Nachdem auf dem Exerzierplatz der früheren Hochwaldkaserne inzwischen das vierte Zelt aufgestellt wurde, gibt es in den Notunterkünften Platz für 500 Flüchtlinge.
Für alle Menschen, die in der provisorischen Zeltstadt eintreffen, gilt: Sie brauchen Kleidung. Manchen ist nur noch das geblieben, was sie am Leib tragen. Die meisten haben "vielleicht noch eine Plastiktüte oder eine Tasche dabei. Mehr aber nicht", sagt Grünebach.
Deshalb hat das DRK, das im Auftrag des Landes die Notunterkunft in Hermeskeil betreibt, in der früheren Kasernenturnhalle zwei kleinere Zelte aufgebaut. Sie dienen als Kleiderkammer und werden zu festgelegten Zeiten geöffnet. Um einen zu großen Ansturm zu verhindern, werden jeweils drei Flüchtlinge durch die vor den Zelten aufgestellten Absperrgitter gelotst. Sie können sich dann einige Minuten umschauen und sich drei Kleidungsstücke aus den Regalen heraussuchen.
Hunderte Säcke mit Kleidern sind in den vergangenen Tagen schon durch privat initiierte Spenden und Sammelaktionen zusammengekommen. Einer der Spender ist Alfred Hardt. Er gibt beim TV-Besuch vor Ort bereits seine dritte Ladung mit Kleidung beim Wachpersonal am Kaserneneingang ab. "Für mich ist es wichtig, den Leuten zu helfen. Es fehlt ihnen doch an allem", sagt der Reinsfelder. Dank dieser privaten Initiativen ist der erste Bedarf an Kleidung vorerst gedeckt, betont Grünebach. Da in der Kaserne zudem weitere Lagermöglichkeiten fehlen, haben sich das DRK, Vertreter der Kirche und der Stadt sowie ehrenamtliche Helfer bei einem Treffen darauf verständigt, wie die Spendenbereitschaft der Bürger besser kanalisiert werden kann. Denn, so Grünebach: "Man kann trotz guten Willens vieles falsch machen und damit sogar zielgenaue Hilfe erschweren." An die Menschen im Hochwald geht deshalb zunächst der Appell, im Moment keine Kleidungsstücke mehr direkt an der Kaserne abzugeben. Wer bereits gut erhaltene gebrauchte Kleidung bereitgelegt hat, soll diese Stücke noch einige Tage bei sich zu Hause behalten.
Die Kleiderspenden, die schon in der Kaserne lagern, werden ins ehemalige evangelische Pfarrheim in Hermeskeil, das Bonhoeffer-Haus, transportiert. Dort werden die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen - zum Beispiel von den Frauengemeinschaften - die Stücke nach Größe beziehungsweise Männer-, Frauen- oder Kinderkleidung aussortieren, verpacken und wieder zurück zur Notunterkunft bringen.
Im zweiten Schritt sind in Hermeskeil und fünf Nachbarorten dezentrale Sammelaktionen geplant. An diesen Terminen (siehe Extra) können die Menschen im Hochwald ihre Kleiderspenden für die Flüchtlinge abgeben. Auch diese Stücke werden zunächst sortiert und verpackt, bevor sie bei Bedarf zur Kaserne transportiert werden. Dabei sind den Verantwortlichen folgende Hinweise wichtig: Aktuell fehlt es vor allem noch an Männerschuhen - gerne auch Turnschuhe - in den Größen 40 bis 45. Außerdem wird regenfeste Kleidung und Winterkleidung benötigt. Bett- oder Unterwäsche soll nicht abgegeben werden. Da für Sommerkleider kein aktueller Bedarf besteht, sollen Bürger diese Stücke vorerst aufbewahren und für eine zusätzlich geplante Sammelaktion im Frühjahr 2016 zurücklegen.Extra

Wer Kleider für Flüchtlinge spenden will, kann dies an folgenden Terminen, Uhrzeiten und Sammelorten tun: Samstag, 5. September, jeweils von 14 bis 16 Uhr im Bonhoefferhaus Hermeskeil (Saarstraße 35), im katholischem Pfarrheim Züsch, im katholischen Pfarrhaus Geisfeld, im Pfarrhaus Beuren und im Bürgerhaus Damflos. Ein weiterer Sammeltermin ist am Samstag, 11. September, von 14 bis 16 Uhr im katholischen Pfarrsaal Gusenburg. ax