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Seltene Funde für nur wenige Tage in Hermeskeil zu sehen

Die für wenige Tage im Hermeskeiler Hochwaldmuseum zu sehenden Fundstücke von Sammler Günter Wolff dürfen nicht nur Experten wie Referentin Rosemarie Cordie anfassen. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die für wenige Tage im Hermeskeiler Hochwaldmuseum zu sehenden Fundstücke von Sammler Günter Wolff dürfen nicht nur Experten wie Referentin Rosemarie Cordie anfassen. TV-Foto: Ursula Schmieder
Bis einschließlich Mittwoch zeigt das Hermeskeiler Hochwaldmuseum die Sonderausstellung "Rom an Mosel und Saar". Die Exponate stammen aus der Privatsammlung von Günter Wolff aus Perl.

Hermeskeil. (urs) In Beuren entdeckte Schmuckstücke oder ein Schwertgriff aus Bescheid geben Aufschluss über die Zeit der Römer im Hochwald. Sie zeigen, wie die Menschen gekleidet waren und über welche handwerklichen Fähigkeiten sie verfügten. Für Fachleute wie Rosemarie Cordie, Leiterin des Archäologieparks Belginum in Morbach-Wederath, sind Grabbeigaben daher wie Bücher. Was daraus zu lesen ist, erläuterte sie rund 80 Besuchern der Sonderausstellung "Rom an Mosel und Saar". Die Sammlung von Günther Wolff, Besuchern der Villa Borg in Perl auch als Haussklave Jatros bekannt, macht bis einschließlich Mittwoch im Hochwaldmuseum Station.

Hobbyhistoriker Wolff trägt seit Jahren Krüge, Tischgeschirr und Münzen aus der römischen Epoche zusammen. Das rasche Wachsen seiner Sammlung führt der 23 Jahre in Hermeskeil stationierte ehemalige Berufssoldat auf seinen Bekanntheitsgrad als "Sklave" zurück. Viele Leute schenken ihm private Stücke. Dazu dürften auch Wolffs mitreißende Führungen beitragen sowie sein Ziel, "Archäologie zum Anfassen" zu präsentieren. Jahrhundertealte Originale, die er auch regelmäßig in Schulen zeigt, bleiben bei ihm nicht hinter Glas. Und obendrein zeigt er Besonderheiten, wie den Fingerabdruck eines Brennmeisters im Ton. Besucher Reiner Düpre war begeistert. Der Vortrag sei wissenschaftlich fundiert gewesen und die Führung amüsant. Bisher sei ihm nicht bewusst gewesen, dass im Hochwald so viele Gräberfelder bekannt seien.

Den Kontakt zu Wolff hatte Stadtbürgermeister Udo Moser hergestellt, der damit dem Wunsch des Stadtrates nachkam, das Hochwaldmuseum mehr ins Blickfeld zu rücken. Realisiert habe die Idee der Förderverein, lobte Museumsleiter Kurt Bach. Dessen Vorsitzende Renate Meyer kann derzeit auf 43 Mitglieder zählen, die das Wochenendprogramm mit Führungen und Vorführungen der Römergruppe "Vigilia Romana Vindiacum" ermöglichten.