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Seltene Tiere bringen länderübergreifenden Windpark im Hochwald nicht in Gefahr

Waldweiler. Die Ortsgemeinde Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell) und ihre saarländischen Nachbarn aus Weiskirchen müssen nicht befürchten, dass streng geschützte Tiere wie die Mopsfledermaus ihre Windkraftpläne auf dem Hochwaldkamm zunichtemachen. Das ist das Ergebnis eines Artenschutzgutachtens, das am Dienstagabend vorgestellt wurde. Axel Munsteiner

Die Experten eines Fachbüros waren im Auftrag der Windkraftfirma Juwi, die Vertragspartner der beiden Gemeinden ist, neun Monate lang im Bereich des beabsichtigten Standorts Teufelskopf/Schimmelkopf unterwegs, um die Anzahl seltener Tiere herauszufinden. Zwar leben in dem Gebiet beispielsweise Wildkatzen. Vereinzelt wurde auch die Mopsfledermaus beobachtet. Gemessen an allen gezählten Fledermausarten mache diese Gattung aber gerade mal 0,2 Prozent aus. Ein größeres Vorkommen - eine sogenannte Wochenstube - sei sehr unwahrscheinlich, so die Gutachter. In diesem Falle hätte beim Bau von Windrädern eine Schutzzone mit einem Radius von bis zu fünf Kilometern eingehalten werden müssen. Der nächste Horst eines ebenfalls seltenen Rotmilans wurde in 1,7 Kilometer Entfernung von einem geplanten Windrad entdeckt - das ist außerhalb der Abstandsempfehlung der staatlichen Vogelschutzwarte von 1,5 Kilometer. Die Fachleute kommen zu dem Schluss, dass im Bereich Teufelskopf/Schimmelkopf "keine Tierart festgestellt wurde, die ein Ko-Kriterium für eine Anlage bedeuten würde".

Insgesamt ist auf dem Grenzkamm die Errichtung von sieben Rädern beansichtigt. Davon sollen vier Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Weiskirchen stehen. Drei Räder sind auf Waldweilerer Gebiet geplant. Nach der Vorstellung des Gutachtens hat sich der Gemeinderat Waldweiler am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, die Verwirklichung des Windparks voranzutreiben. Allerdings ist das Projekt noch nicht in trockenen Tüchern. Unter anderem muss die VG Kell ihren Flächennutzungsplan ändern und die Stellen festlegen, auf denen sich künftig Windräder drehen dürfen. Die Waldweilerer fordern zwar, dass ihr Standort berücksichtigt wird. Die Nachbarorte Schillingen und Mandern haben sich aber bereits seit längerem gegen Windräder in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück ausgesprochen. Die geplanten Waldweilerer Räder würden in der Naturpark-Kernzone stehen. Unabhängig vom weiteren Genehmigungsverfahren auf rheinland-pfälzischer Seite will die saarländische Gemeinde Weiskirchen die Voraussetzungen für den Bau ihrer Räder schaffen. Bürgermeister Werner Hero (CDU) geht davon aus, dass bis Mitte 2014 die Räder auf Weiskircher Gebiet stehen.