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Kirche
Singen, kochen und Gottesdienste feiern mit Besuchern aus Bolivien

Der Chor Ton in Ton – hier bei einem früheren Auftritt – singt im Rahmen der Bolivien-Partnerschaftswoche des Bistums bei einer Eucharistiefeier in Gusenburg die „Misa de solidaridad“. Vom 29. September bis zum 7. Oktober sind zwei Frauen aus Bolivien in der Hermeskeiler Pfarrei St. Franziskus zu Gast.
Der Chor Ton in Ton – hier bei einem früheren Auftritt – singt im Rahmen der Bolivien-Partnerschaftswoche des Bistums bei einer Eucharistiefeier in Gusenburg die „Misa de solidaridad“. Vom 29. September bis zum 7. Oktober sind zwei Frauen aus Bolivien in der Hermeskeiler Pfarrei St. Franziskus zu Gast. FOTO: Rafael Klar
Hermeskeil. Die Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil beherbergt eine Woche lang Gäste aus dem Partnerland des Bistums. Das Programm bietet einige Gelegenheiten zum kulturellen Austausch. Von Christa Weber
Christa Weber

Eine Partnerschaft zwischen dem Bistum Trier und der Kirche in Bolivien besteht seit fast sechs Jahrzehnten. Neben Hilfsprojekten sind gegenseitige Besuche ein wesentlicher Bestandteil. Seit einiger Zeit werden sie im Rahmen von Partnerschaftswochen organisiert. Am Samstag, 30. September, startet die diesjährige Bolivien-Begegnungswoche. Gastgeber für 13 bolivianische Besucher ist unter anderem die Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil.

Deren Mitglieder haben bis zum 7. Oktober ein Programm auf die Beine gestellt, das auch interessierten Bürgern die Gelegenheit zum kulturellen Austausch mit den Gästen bieten soll. Am heutigen Freitag werden die Lehrerin Martha Vaca Saucedo aus dem bolivianischen Tiefland und die Finanzbeamtin Maria Angelika Yucra aus der Hauptstadt La Paz in Gusenburg erwartet, wo sie bei einer Familie wohnen werden.

Die Woche steht unter dem Motto „Lebensgut Wasser: schützen – ernten – teilen“. Daran orientiert sind einige Seminare und Ausflüge in die Region geplant. Unter anderem werden sich die Gäste die Prims­talsperre bei Nonnweiler und ein Moorprojekt im Nationalpark Hunsrück-Hochwald anschauen. „Wir schauen genau hin, wie in unserem Land und in Bolivien der Wasserkreislauf erlebt wird“, sagt Dekanats­kantor Rafael Klar, verantwortlich für das Besuchsprogramm. „Wir fragen, was der Mensch tun kann, um die Wasserversorgung qualitativ und quantitativ konkret am Ort zu verbessern und zu sichern.“ Durch eine Spendensammlung werde der Bau von Wasserauffangbecken ermöglicht, um Kleinbauern in den Hanglagen von Cochabamba, der viertgrößten Stadt Boliviens, bei der schwierigen Bewirtschaftung ihrer Felder zu unterstützen.

Bei den Besuchen gehe es jedoch um Mehr als finanzielle Hilfen, sagt Klar. „Das Mitleben engagierter Menschen für eine bestimmte Zeit im anderen Land und zum Beispiel Konzertreisen von Musikgruppen fördern Solidarität und Begegnungen auf allen Ebenen.“ Dazu wolle die Pfarrei in der kommenden Woche Möglichkeiten bieten. „Wir feiern gemeinsam Gottesdienst mit bolivianischer Musik, lernen gemeinsam in der Natur, kochen und essen zusammen. Es gibt viel Zeit zum Quatschen und Kennenlernen.“ Angeboten werden zudem Konzerte und ein offenes Singen, die der Kirchenmusiker Klar mitgestaltet hat. Am Samstag, 6. Oktober, lädt Bischof Stephan Ackermann zur Feier eines Partnerschaftstags nach Trier ein.

Am Sonntag, 30. September, ab 10.45 Uhr beginnt in der Kirche in Gusenburg eine Eucharistiefeier, die unter anderem vom Mandolinenorchester aus Hetzerath musikalisch begleitet wird. Der Chor Ton in Ton unter der Leitung von Rafael Klar wird die „Misa de solidaridad“ singen, die der Kirchenmusiker Thomas Gabriel im Jahr 2000 zum 40-jährigen Bestehen der Bolivenpartnerschaft im Bistum Trier komponiert hat. Sie vereint bolivianische und europäische Klänge.

Unterstützt vom Förderverein Kirchenmusik geben am Dienstag, 2. Oktober, 19.30 Uhr, die Sopranistin Anna Bös und der Organist Francesco Bernasconi ein Konzert in der Hermeskeiler Martinuskiche. Unter dem Motto „Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir (Psalm 149)“ spielen sie Werke von Thierry Escaich, Johann Sebastian Bach und César Franck sowie den Spiritual „I want Jesus to walk with me“. Der Eintritt ist frei. Am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, lädt Klar um 15 Uhr zum offenen Singen ins Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus (MGH) ein. Gesungen werden Lieder aus verschiedenen Kulturen. „Jeder kann mitmachen, er muss nur Freude am Singen mitbringen.“ Im MGH wird außerdem die ganze Woche über eine Bilderausstellung zur Bolivienpartnerschaft gezeigt.

Der Hermeskeiler Dekanatskantor engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der Partnerschaft. „Ich unterstütze sie mit den Möglichkeiten eines Musikers, zum Beispiel durch das Erarbeiten eines zweisprachigen Lieder- und Gebetbuchs.“ In der Begegnung mit den bolivianischen Gästen erlebe er vieles „als spannend. Manches bleibt mir aber auch fremd. In jedem Fall weitet diese Partnerschaft den Horizont und motiviert zum reflektierten, nachhaltigen Handeln.“ Die Pfarrei lade alle Interessierten dazu ein, diese Erfahrung bei einer der kommenden Veranstaltungen zu teilen.

Das Musikprogramm zur Bolivien-Begegnungswoche in Hermeskeil ist im Internet abrufbar unter www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de