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Stadtmarketing
Besserer Wegweiser für Gäste und neue Bürger in Hermeskeil

Touristen und Zugezogene sollen bald noch leichter ihre Wege in Hermeskeil finden. Der alte Stadtplan (hier im Bild) wird aktualisiert und künftig auch online in einer interaktiven Version verfügbar sein.
Touristen und Zugezogene sollen bald noch leichter ihre Wege in Hermeskeil finden. Der alte Stadtplan (hier im Bild) wird aktualisiert und künftig auch online in einer interaktiven Version verfügbar sein. FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber
Hermeskeil. Die Stadt Hermeskeil will ihren Stadtplan überarbeiten und künftig auch als interaktive Version im Internet anbieten. An letzterem Projekt arbeitet die neue Wirtschaftsförderin der Verbandsgemeinde mit. Eine von vielen Aufgaben, die sie 2019 anpacken möchte. Von Christa Weber
Christa Weber

Wer im Internet die Stichwörter „Hermeskeil“ und „Stadtplan“ in die Suchmaschine eingibt, der erhält zwar einige Treffer. Die Internetseite der Verbandsgemeinde Hermeskeil ist jedoch nicht darunter. Ein digitaler Stadtplan der Hochwald­stadt wäre dort bislang auch gar nicht zu finden. Und die gedruckte Version der Übersichtskarte, die Gäste in der Touristinformation erhalten, ist laut Stadtbürgermeister Mathias Queck „stark veraltet“.

Grund genug für die Stadt, in Kooperation mit der Touristinformation und der Verbandsgemeinde den Hermeskeiler Stadtplan auf „ganz neue Füße zu stellen“, wie es Queck formuliert. Die Pläne dazu stellte Touristinfo-Chefin Julia Bisdorf im städtischen Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vor: Die Druckversion soll aktualisiert und neu gestaltet werden. Unverzichtbar ist zudem laut Bisdorf eine interaktive Onlineversion der Karte, auf der man Informationen zu Betrieben und touristischen Angeboten verlinken könne: „Wer sich heute über seine Urlaubsregion informieren will, der setzt sich an den Computer.“ Smartphone oder Tablets seien ständige Begleiter. Schon deshalb müsse der Stadtplan auch im Internet zu finden sein.

Kleine Symbole in blauen hinterlegten Punkten (siehe kleines Bild) – identisch in Print- und Onlineversion – sollen auf Unterkünfte, Museen, Tankstellen, Geschäfte, Rad- und Wanderwege verweisen. Bisdorf zeigte einen ersten Entwurf, der in den nächsten Wochen weiter ausgearbeitet werden soll. Im Februar könnte die interaktive Karte programmiert und möglicherweise Ende April 2019 freigeschaltet werden.

Als Kartenbasis dient Open Street Map, ein seit 2004 bestehendes Projekt, bei dem die Mitglieder Geodaten sammeln, daraus Karten erstellen und diese in frei zugänglichen Datenbanken bereitstellen. Man habe dieses System dem Konkurrenten Google Maps vorgezogen, weil die Karten in der Regel aktueller seien, sagte Bisdorf. Für die Auffindbarkeit mit Hilfe der Google-Suchmaschine habe diese Auswahl keinerlei Nachteile, erklärte der zuständige Fachmann für die technische Umsetzung auf Nachfrage von Ausschussmitglied Ottmar Muno. Der Plan beziehungsweise die Internetseite der VG, über die er später zu finden sei, werde unabhängig von der genutzten Kartenbasis als Treffer angezeigt. Über eine Suchmaschinenoptimierung könne man erreichen, dass er bei der Eingabe bestimmter Stichwörter besonders weit oben in der Trefferliste lande. Günter Weber regte an, die Investitionen der Stadt auf die digitale Plan-Version zu konzentrieren. Auch, weil der gedruckte Plan möglicherweise schnell wieder überholt sei. In welcher Auflage der Plan gedruckt werden soll, ist laut Bisdorf noch zu klären: „Aber er wird nachgefragt. Gerade ältere Leute möchten gern einen Plan in der Hand haben.“

So könnte das Deckblatt des überarbeiteten Stadtplans aussehen.
So könnte das Deckblatt des überarbeiteten Stadtplans aussehen. FOTO: TV / Schramm, Johannes

Am Projekt Stadtplan arbeitet auch Stefanie Schömer mit. Die bisherige Marketingassistentin des Hochwald Gewerbeverbands ist seit dem 1. Oktober bei der Verbandsgemeinde für Wirtschaftsförderung zuständig. Schömer kümmert sich federführend um die interaktive Version des neuen Stadtplans, in der sich auch Informationen zu lokalen Betrieben wiederfinden sollen. Die Druckversion ist das Projekt der Touristinformation.

Schömer stellte im Ausschuss vor, was sie 2019 außerdem noch anpacken will. Geplant ist zum Beispiel, die Internetseite www.hermeskeil.de zu überarbeiten. Dies sei aufgrund neuer Verordnungen im Bereich des Datenschutzes ohnehin erforderlich. In ihrem Zuständigkeitsbereich – der Rubrik Wirtschaft – hat Schömer mit Blick auf diesen Relaunch bereits erste Änderungen vorgenommen. Beispielsweise habe sie wichtige Standortfaktoren wie die gute Verkehrsanbindung, das Schulangebot und den Anschluss der Gewerbegebiete ans Glasfasernetz ergänzt, sagte Schömer. Eine Idee, die  laut der Wirtschaftsfördererin „noch am Reifen“ ist, ist eine App fürs Smartphone, mit deren Hilfe die Suche nach Praktika, Lehrstellen und Ferienjobs im Hochwald erleichtert wird. „Die klassische Anzeige ist nicht mehr das Medium, mit dem man die jungen Leute erreicht.“

Zur Wirtschaftsförderung zählt für Schömer auch das Klimaschutzkonzept, das die VG 2019 auf den Weg bringen wird. Dabei gehe es um Tipps für niedrigeren Energieverbrauch, die Nutzung erneuerbarer Energien und Chancen für mehr regionale Wertschöpfung. „Da verpufft derzeit viel Geld zum Schornstein hinaus.“ Die VG als Kommune könne Vorbild sein für Unternehmen und Privatleute.

Geplant ist auch ein Leerstandskataster. „Die Verwaltung erhält häufig Anfragen zu leerstehenden Büros oder Gewerbehallen. Da wäre es gut, einen Überblick zu haben.“ Eine Bestandsaufnahme soll es zudem zur ärztlichen Versorgung in Hermeskeil geben, und ein daraus abgeleitetes Konzept, um diese zu sichern. Erste Gespräche sind im Januar anvisiert – mit allen lokalen Akteuren des Gesundheitssektors. Ein weiterer Punkt: Die Hermeskeiler Jugendherberge soll zur Nationalpark-Jugendherberge werden und mit speziellem Programm Schulen gezielter auf das Schutzgebiet aufmerksam machen.