| 20:46 Uhr

Musik
Über Jahrzehnte hinweg eine Institution am Horn

Im Mittelpunkt der Ehrung stand Hubert Frank, der seit unglaublichen 70 Jahren sein Horn spielt und immer noch im Orchester dabei ist.
Im Mittelpunkt der Ehrung stand Hubert Frank, der seit unglaublichen 70 Jahren sein Horn spielt und immer noch im Orchester dabei ist. FOTO: Herbert Thormeyer
GREIMERATH. Hubert Frank spielt seit 70 Jahren im Musikverein Greimerath. Er macht weiter – auch für seine Gesundheit.

„Ich war 1948 elf Jahre alt, mein Vater Alois Dirigent des Musikvereins und ich ganz verrückt nach Musik“, erinnert sich Hubert Frank. Der heute 81-Jährige spielt seit unglaublichen 70 Jahren Horn, und will es weiter tun, denn: „Ein Musikinstrument zu spielen, das hält fit im Kopf.“

Der Jubilar ist jetzt sowohl vom Landesmusikverband als auch vom Musikverein Triumph Greimerath für diese Lebensleistung geehrt worden.

Hubert Frank erinnert sich: „Es war eine harte Zeit direkt nach dem Krieg. Da war Musik eine tolle Sache.“ Es habe ja nur zwei Möglichkeiten gegeben, entweder man macht Musik oder spielt Fußball. Die Umzüge mit Orchestern durchs Dorf haben den jungen Hubert mächtig beeindruckt.

Mit seinem Spiel war er so erfolgreich, dass er bereits mit 15 Jahren Kinder unterrichten durfte. Aber ein Problem hält sich über die vielen Jahrzehnte: „Viele hörten bald wieder auf.“ Der Vorsitzende des Musikvereins, Berthold Olmscheid, freut sich: „Unser Hubert ist seit 1950 dabei und hat auch schon mehrfach den Dirigentenstab geschwungen.“ Dafür stehe er heute noch bereit, wenn Not am Mann ist.

Was früher noch üblich war: „Ein Musikfest zu besuchen kostete für jeden eine Mark. Auch wenn man selbst gespielt hat. Und das war in der Nachkriegszeit viel Geld.“ Deswegen habe es schon mal Diskussionen mit der Mutter gegeben.

Eine der frühesten Erinnerungen an musizierende Menschen hat Frank an eine Handvoll Menschen, die in der Küche geprobt haben: „Das habe ich in meinem Bett gehört und gleich den Takt mitgeklopft.“ Diese Begeisterung habe ihn durch eine schwere Zeit getragen.

Noten waren in den Nachkriegsjahren noch Mangelware. Vater Alois brachte als ehemaliger Militärmusiker aber welche mit, und dann wurden Märsche und Ouvertüren gespielt. „Es gab kaum mehr Auswahl“, schmunzelt Frank.

„Das mit dem Rock und Jazz hat bei uns lange gedauert. Diese Rhythmik war den meisten zu schwer“, weiß der Hornist. Dennoch gab es wichtige musikalische Sprünge: „Mit jedem neuen Dirigent kam neuer Schwung ins Orchester.“ Hubert Frank ist jetzt mit der Ehrennadel in Gold mit Kranz und Diamant ausgezeichnet worden. Dirigent Emil Sirakov leitet heute ein Orchester von 22 Musikern. Nachwuchs wäre vonnöten. „Wir haben unsere Instrumente schon in der Schule vorgestellt“, nennt der Vorsitzende eine Aktion. Wer Interesse an Musik hat, kann sich bei ihm per Mail unter olmibert@web.de oder per Telefon 0176/41998994 melden. Instrumente können gestellt oder vermittelt werden.