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Viagra - schnelle Lieferung aus Züsch

Die ganze Arbeit für die Katz': Ulrich Frohn, Jörg Weber, Hermann Bernardy und Saskia Scholz (von links) sind entsetzt, dass sie die Züscher Internetseite jetzt wieder völlig neu aufbauen müssen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Die ganze Arbeit für die Katz': Ulrich Frohn, Jörg Weber, Hermann Bernardy und Saskia Scholz (von links) sind entsetzt, dass sie die Züscher Internetseite jetzt wieder völlig neu aufbauen müssen. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"
Züsch. Ein Anruf deckt es auf: Hacker haben die Internetseite der Gemeinde manipuliert, um verschreibungspflichtige Medikamente anzubieten. Inzwischen ist der Schaden fast behoben - was aber mit jeder Menge Arbeit verbunden ist. Herbert Thormeyer

Züsch Bei Hermann Bernardy klingelt das Telefon. Nichts Böses ahnend hat der Züscher Ortbürgermeister eine sehr aufgebrachte Apothekerin aus dem Badischen am anderen Ende der Leitung. Ihr Vorwurf: "Wie kommen sie dazu, verschreibungspflichtige Medikamente anzubieten?" Der Ortschef ist erst einmal baff.
Das Ganze ist inzwischen fast ein Jahr her. An die Öffentlichkeit ist das Thema nur gelangt, weil in der jüngsten Gemeinderatsitzung unter dem Punkt Verschiedenes darüber gesprochen wurde. "Meine erste Reaktion war damals: Das kann doch nicht sein", erinnert sich Bernardy. Immer wenn er und andere Nutzer die Seite der Ortsgemeinde aufriefen, schien alles ganz normal. Nicht so, wenn "verschreibungspflichtige Medikamente" in die Suchmaschine eingegeben wurde.
"Plötzlich erschien links ein roter Hinweis über entsprechende Angebote. Ein Doppelklick, und da war ein langer Katalog mit Präparaten zu sehen, die nur vom Arzt verordnet werden dürfen, ganz oben das Potenzmittel Viagra", staunt Bernardy noch heute. Danach war klar: Die Seite ist gehackt und muss so schnell wie möglich aus dem Netz genommen werden.
Das bedeutete aber weiter: Die ganze Arbeit, die man sich mit dem schönen, frischen Auftritt von Züsch im Internet gemacht hatte, war umsonst. Ulrich Frohn und Jörg Weber packten es an, die Seite wieder völlig neu aufzubauen, mit jeder einzelnen Information, jedem Foto und jedem Link.
<%LINK auto="true" href="http://www.z&#252" text="www.z&#252" class="more"%> ;sch.org ist wieder erreichbar, aber immer noch auf Sparflamme. "Eine professionelle Hilfe hätte Tausende Euro gekostet", rechnet Frohn vor. Wenn alles fertig ist, wird die Seite wieder so aussehen wie vorher, auch mit der Landeskennung "de".
Ob irgendjemand finanzielle Verluste erlitt, kann Bernardy nicht sagen. Auf jeden Fall verließ die Ortsgemeinde ihren vorherigen Provider und setzt jetzt auf die Telekom, in der Hoffnung, dass ihre Technik sicher ist.
In so einem Fall könne die Gemeinde Anzeige erstatten, sagt Karl-Peter Jochem, Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, auf TV-Nachfrage. Hoffnung, den oder die Täter zu finden und zu bestrafen, kann er jedoch nur wenig machen: "Die Verursacher sitzen oft im Ausland und nutzen Server, an die wir nicht herankommen." Auf jeden Fall müsse die Polizei nach einer Anzeige die Straftat verfolgen.
Eine gute Adresse für alle, die Fragen zur Internetsicherheit haben, ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Unter <%LINK auto="true" href="http://www.bsi-fuer-buerger.de" text="www.bsi-fuer-buerger.de" class="more"%> wird umfassend über die Risiken informiert. Montags bis freitags können Anrufer unter Telefon 0800/2741000 gebührenfrei Rat einholen.
Schriftliche Anfragen können unter mail@bsi-fuer-buerger.de eingereicht werden. Fragen zu Fehlern an Computern werden jedoch nicht beantwortet.Extra: PRATKISCHE TIPPS VOM BUNDESAMT


Vertrauen Sie Meldungen, Nachrichten und Aufforderungen nicht blind. Klicken Sie nicht auf jedes Angebot, auch wenn es noch so verlockend klingt. Denn auch im Internet gibt es nichts umsonst. Viele Anbieter, die mit Preisen und Belohnungen locken, wollen nur an Ihre Daten. Manche versuchen eventuell später, Ihre Daten weiterzuverkaufen oder durch spezielle Schadsoftware an weitere Daten von Ihnen zu kommen. Haben Sie Zweifel an der Integrität einer Webseite, suchen Sie im Impressum nach einer Telefonnummer und verschaffen Sie sich telefonisch einen Eindruck von der Situation. Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik