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Vom Dorfgarten bis zur Schmugglertour

In einer Dorfmoderation soll auch das Problem leerstehender Gebäude in Gusenburg angegangen werden. TV-Foto: Ursula Schmieder
In einer Dorfmoderation soll auch das Problem leerstehender Gebäude in Gusenburg angegangen werden. TV-Foto: Ursula Schmieder
Gusenburg. Nach einem Workshop zum Thema Dorfentwicklung will auch Gusenburg in die Dorfmoderation einsteigen. Der Ortsgemeinderat knüpft sein einstimmiges Ja aber an eine Bedingung: den vom Land erhofften 80-prozentigen Zuschuss. Ursula Schmieder

Gusenburg. Erste Ideen sind bereits benannt: Eine "Werkstatt" für Senioren oder auch für Kinder könnte Menschen auch unterschiedlichen Alters kreativ zusammen bringen. Ebenso wie ein überdachter Dorfmittelpunkt mit Mehrgenerationenplatz oder ein gemeinsam bewirtschafteter Dorfgarten. Vor allem aber wäre Gusenburg ein hervorragender Standort für ein Nagelschmiede-Museum, ergänzt um alte landwirtschaftliche Geräten. "Der Lanzclub arbeitet daran", verriet Beate Stoff, die den jüngsten Dorfentwicklungs-Workshop (siehe Extra) moderierte. In der Sitzung des Ortsgemeinderates stellte sie die dort genannten Ideen vor, die auch Alternativen für unbewohnte alte Häuser aufzeigten.
Rat nennt Bedingungen


Entscheidende Weichen, das eine oder andere umzusetzen, stellte der Rat mit einem einstimmigen Ja zur Dorfmoderation. Sollte das Land 8000 von insgesamt 10 000 Euro dafür übernehmen, kann es vielleicht schon 2014 damit losgehen in Gusenburg. Die positive Grundeinstellung begründete der Erste Beigeordnete Marco Weber mit Erfahrungen aus dem Workshop: "Da waren Leute dabei, von denen ich gar nicht wusste, dass sie hier wohnen." Bürgermeister Michal Hülpes lobte aus Sicht der Verbandsgemeinde Hermeskeil die ersten Ideen. Ein Nagelschmiede-Museum könnte "das Alleinstellungsmerkmal" für den Ort sein. Lohnen dürften zudem die ebenfalls angeregten Verbesserungen des Wanderwegenetzes. So werde etwa die Schmugglertour rege nachgefragt.
Die Brennholz-Debatte


Außerdem war die Brennholzversorgung ein wichtiges Thema bei der Forstwirtschaftsplanberatung. Gusenburger, die Holz steigern wollten, sollten auch zum Zuge kommen, brachte Ortsbürgermeister Josef Barthen eine längere Debatte auf den Punkt. Revierleiter Jörg Clemens geht für 2014 von etwa 14 000 Euro Überschuss aus. 2013 waren es 25 000 Euro, ebenso wie 2012. Gefällt werden sollen 1260 Festmeter Fichten sowie Buchen (580), Douglasien (80) und Lärchen (40). Der Preis für Brennholz, das am 11. Januar versteigert wird, liegt zwischen 33 und 54 Euro pro Festmeter Holz - je nachdem, ob die Stämme im Schlag oder an Wegen abgefahren werden.
Eine erfreuliche Nachricht ist laut Barthen, dass Gusenburg zum Jahreswechel wieder online präsent sein soll. Das damit beauftrage Unternehmen werde die Seite demnächst online stellen, hofft er.Extra

Der Gusenburger Workshop am 9. November war laut Werner Haubrich, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung, der zehnte seit 2012. Ein wichtiges Ziel sei, die Menschen zusammenzubringen und Potenziale zu wecken. Darauf aufbauend könnten Kommunen verschiedene Wege eingeschlagen, von denen die Dorfmoderation nur ein möglicher sei. So wollen, wie berichtet, die Stadt Hermeskeil, Grimburg und Rascheid Sanierungsgebiete ausweisen, die Investoren steuerliche Vorteile bieten. Die Ortsgemeinde Bescheid und die Verbandsgemeinde haben Förderprogramme wie zur Wiederbelebung leer stehender Häuser aufgelegt. urs