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Wald und Wild und Wasserski

Noch Zukunftsmusik ist das, was sich potenzielle Investoren für das Hermeskeiler Konversionsgelände vorstellen. In der Senke links der Bundesstraße könnte eine Wasserskianlage nebst Feriendorf entstehen. Im Hintergrund Lascheiderhof.Foto: Ursula Schmieder
Noch Zukunftsmusik ist das, was sich potenzielle Investoren für das Hermeskeiler Konversionsgelände vorstellen. In der Senke links der Bundesstraße könnte eine Wasserskianlage nebst Feriendorf entstehen. Im Hintergrund Lascheiderhof.Foto: Ursula Schmieder
REINSFELD. So ganz grün sind sich die Gemeindevertreter in Sachen Wald und Wild nicht. Doch am Herzen liegt das Reinsfelder Tafelsilber allen. Ebenso wie die Sorge um die Nach-Bundeswehr-Zeit, die per Wasserski überwunden werden könnte. ARRAY(0xe936bb0)

Vorerst ist es nur ein Silberstreif am Horizont. Denn noch ist nicht absehbar, ob der Lascheiderhof einmal am See liegen wird, genauer: an einer Wasserskianlage mit Feriendorf. Nach Ansicht potenzieller Investoren ist das Areal dafür geeignet. Ob das Projekt in der Senke zwischen den Häusern und der Bundeswehrzufahrt an der Hochwald-Kaserne machbar ist, steht noch auf einem anderen Blatt. Für Reinsfeld wäre es jedoch eine Chance, die vor Jahren von einem der Interessenten angeregte Wasserski-Fläche doch noch realisieren zu können. Das Vorhaben sei an den Kosten für die "Rieseninvestition" gescheitert, erinnerte Ortsbürgermeister Rainer Spies (SPD) den Rat. Für den jetzigen Standort könnte das jedoch ganz anders aussehen. Handelt es sich bei diesem doch um ein Konversionsprojekt, bei dem Hermeskeil und Gusenburg mit im Boot sitzen würden, in dem auch Verbandsgemeinde und Kreis Platz nehmen könnten. Die künftige Nutzung sei noch völlig offen, betonte Verbandsbürgermeister Michael Hülpes (CDU). Insgesamt gibt es derzeit drei potenzielle Investoren, die ihre Ideen, darunter auch ein Themenpark, gestern Abend einem internen Arbeitskreis präsentierten, dem sich Reinsfeld angeschlossen hat. Während sich der Rat in dieser Sache ebenso einig war wie beim Namen "Öko-Energiepark Reinsfeld" für das Biogasanlage-Areal, beleuchtete er das Thema Forst von allen Seiten. Schließlich birgt der Wald das grüne Tafelsilber der Gemeinde, die damit ein Plus von jährlich etwa 70 000 Euro erwirtschaftet. Entsprechend positiv sind dank großer Bestände an 80 bis 120 Jahre alten Bäumen die Prognosen für die Zukunft. Die Zehn-Jahres-Planung der Landesforsten rechnet bei einem jährlichen Einschlag von 10 000 Festmetern (zuvor 6300) mit einem Betriebsergebnis von durchschnittlich 74 000 Euro.Risikofaktor Fichte

Laut Bernhard Buss, Leiter des Forstamts Hochwald, sowie Reinsfelds Revierförster Martin Ritter gibt es jedoch Faktoren, die diese Erträge bedrohen. Zum einen berge der Schwerpunkt Fichte wegen erwarteter klimatischer Veränderungen Risiken. Im Reinsfelder Forst stellt der windbruchgefährdete Flachwurzler nahezu zwei Drittel des Bestandes. Auf Rang zwei folgt die Buche mit 21 Prozent des Holzvorrats. Bleiben gerade einmal 15 Prozent zum "Aufmischen". Konkret übernehmen dies Eiche und Lärche (je drei Prozent), Douglasie (zwei), Bergahorn und Tanne (je ein) sowie kurzlebige Laubbäume wie Birke, Kirsche oder Erle (fünf). Bereits akut ist nach Ansicht der Forstfachleute die Gefahr durch die gängige Bejagungspraxis. Das Kern-Problem zunehmender Schälschäden sei die Trophäenjagd der Jagdpächter, so Buss, selbst passionierter Jäger. Was in einzelnen Revieren in puncto "Hirschzuchtprojekte" geschehe, sei der Umwelt nicht zuträglich. Busses Empfehlung: "Es wäre sinnvoll, von der jetzigen Verpachtungspraxis wieder zu anderen Formen zu kommen." Revierförster Ritter plädierte für faire Bedingungen. Es sei nicht in Ordnung, einen höheren Abschuss und höhere Pacht zu verlangen. "Gehen sie mit der Pacht die Hälfte runter, und ich hole das Dreifache heraus", forderte er ein Umdenken zu Gunsten eines "dynamischen Waldes". Ansonsten könnten auf die Gemeinde "wahnsinnige Kosten" zukommen. Die Gemeinde will daher in einer Gesprächsrunde mit Jagdvorstand, Forst, Pächter und Fraktionsvertretern eine Lösung suchen.